Ältestes Mitglied des Vereins hat Spender gefunden

Nun habe auch ich als ältestes Mitglied des Vereins, gezeugt 1965 in Paris, meinen Spender gefunden. Über einen Zufallstreffer in einem Gentest mit einer Halbschwester kam heraus, dass sie die Tochter meines genetischen Vaters ist. Er war ein Arzt aus einer jüdischen Familie aus Osteuropa, die Ende der dreißiger Jahre nach Südamerika ausgewandert war. In den 60ern hat er eine Zeit in Paris gearbeitet. Er ist verstorben, aber über meine Halbschwester gibt es Photos und Erzählungen. Ich merke, wie viel es mir bedeutet und wie zufrieden ich bin, jetzt ein inneres Bild zu haben. Ich glaube, man kann nicht anders, als sich die Fragen zu stellen: „Wer ist es? Wie ist er? Ist es jemand, den ich achten kann?“ und es gibt innere Ruhe, sie beantworten zu können.
Autorin: Marie

Samenspender sind keine Superhelden – Werbekampagne der Erlanger Samenbank erschwert Wahrnehmung der menschlichen Beziehung zwischen Samenspender und dem von ihm gezeugten Kind

Gegenwärtig läuft in Nordbayern eine Plakat-Werbekampagne der Erlanger Samenbank mit dem Slogan „Held sein, wenn andere hoffen!“. Zu dem Slogan werden auf den Plakaten die bekannten Superhelden James Bond, Ironman und Viking von vermeintlich gutaussehenden Männern nachgestellt, die eine Plastikdose in den Händen halten, in denen sich anscheinend eine Samenspende befinden soll. Oben links in der Ecke ist in kleinerer Schrift formuliert: „Familienglück für Paare, Sicherheit für Spender. Das neue Samenspendegesetz schafft klare Regeln.“

Die Plakate sollen sicherlich witzig sein und die Thematik auflockern, aber sie schießen moralisch am Ziel vorbei, missachten die Bedürfnisse der entstehenden Kinder und blenden die Folgen einer Samenspende für alle Beteiligten aus.

Die Form der bildlichen und verbalen Darstellung verschleiert die Bedeutung einer Samenspende

„Samenspende“ wird als eine einmalige Rettungsaktion dargestellt. Abseits der Superheldenillusion sind mit dieser Form der Familiengründung zu dritt lebenslange Herausforderungen für alle Beteiligten verbunden. Die Unfruchtbarkeit des Wunschvaters wird durch die Erzeugung einer Schwangerschaft mit den Keimzellen eines anderen Mannes nicht behoben. Stattdessen gilt es, einen unbekannten Menschen als genetischen Vater des Kindes zu akzeptieren. Dieser Mann ist ein leibhaftiger Mensch, kein Superheld, und es ist hilfreich, wenn er von Anfang an als solcher auch ins Familienmodell integriert wird. Studien zeigen, dass die meisten aufgeklärten Kinder ihren genetischen Vater und auch ihre Halbgeschwister kennenlernen möchten. Darauf sollte sich auch der genetische Vater von Anfang an einstellen. Männern, die überlegen, als Samenspender genetischer Vater zu werden, sollte klar sein, dass ihre Entscheidung auch eine Bedeutung für ihren Partner oder ihre Partnerin und ihre weitere Familienplanung haben kann. Die flüchtige Rolle eines Helden, der kurz auftaucht und dann (für immer?) verschwindet, scheint dafür äußerst ungeeignet.

Die Bedürfnisse der Kinder bleiben unerwähnt

Die Erläuterung „Familienglück für Paare, Sicherheit für Spender. Das neue Samenspendegesetz schafft klare Regeln.“ ist insofern bemerkenswert, als dass darin nur die Bedürfnisse der Paare und der „Spender“ thematisiert werden, während die der Kinder unerwähnt bleiben. Der Verweis impliziert, dass mit dem kommenden Gesetz alles so geregelt werde, wie Eltern und „Spender“ es sich wünschen: Die „Samenspende“ ohne unliebsame Konsequenzen, Familienglück für das Paar und ein heldenhaftes Gefühl für den genetischen Vater.

Das Gesetz wurde aber vor allem auf Drängen erwachsener Spenderkinder eingeführt, deren Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung von Ärzten missachtet worden war, die den Samenspendern rechtswidrig Anonymität zugesichert hatten. Dementsprechend wurden die genetischen Väter unzureichend darauf vorbereitet, dass die entstehenden Menschen sie in der Regel im Laufe ihres Lebens als Menschen kennenlernen möchten. Viele Spenderkinder formulieren, dass sie von ihrem genetischen Vater als Person anerkannt werden möchten. Ein flüchtiger Superheld dürfte dem nicht gerecht werden.

Fragwürdige Heldenmetapher

Die Heroisierung genetischer Väter wirft zudem weitere Fragen auf: Ist ein Mann ein Held, nur weil er geeignetes Sperma hat, um Kinder zu zeugen? Und welche Rolle kommt Männern zu, die kein geeignetes Sperma haben? Brauchen Paare, bei denen der Mann unfruchtbar ist, einen gut aussehenden Superhelden, der sie rettet? Oder ist das Verführerische am Heldenkonzept, dass Helden so unnahbar sind, man sie im wirklichen Leben nicht (mehr) zu Gesicht bekommt?

Der Verein Spenderkinder setzt sich seit Jahren dafür ein, darüber aufzuklären, dass eine „Samenspende“ mehr ist als ein technischer Akt. Bei einer Familiengründung geht es um Menschen, zwischen denen soziale und genetische Beziehungen entstehen. Und anders als in der Vergangenheit sollen die Kinder selbst entscheiden dürfen, welche der Beziehungen, welche Menschen, ihnen wichtig sind. In dieser Werbung bleibt diese wesentliche Erkenntnis außen vor. Stattdessen stellt die Werbung der Erlangener Samenbank die Bedeutung des Samenspenderregistergesetzes so dar, als sei der Beziehungsaspekt mit dem neuen Gesetz gar hinfällig, weil rechtlich alles in trockenen Tüchern ist.

Diese Darstellung passt nicht zum seriösen Eindruck, den wir von der Erlanger Samenbank haben. Wir sind deshalb an die Erlanger Samenbank mit der Bitte herangetreten, diese Werbekampagne zu überarbeiten, da sie eine naive Vorstellung von Familiengründung mit fremden Keimzellen stützt, die insbesondere die Bedürfnisse der entstehenden Kinder unberücksichtigt lässt.

Teilnahme am Podiumsgespräch „Reproduktionsmedizin – Wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?“ auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster, 10. Mai 2018

Im Rahmen des 101. Deutschen Katholikentages in Münster fand ein Podiumsgespräch unter dem Titel „Reproduktionsmedizin – Wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?“ statt, an dem ich (Sven) als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vereins Spenderkinder teilnahm. Veranstalter waren der Bundesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes e. V. (KDFB) und der donum vitae Bundesverband e. V.

Die 90-minütige Veranstaltung fand kurz nach der zentralen Eröffnung des Katholikentages statt und war mit circa 550 Personen im Großen Hörsaal der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gut besucht, obwohl parallel ein anderes Podiumsgespräch („Auf dem Weg zum Wunschkind“, veranstaltet vom Malteser Hilfsdienst e. V.) stattfand.

Auf dem Podium nahmen insgesamt sieben Gäste sowie der Moderator (Joachim Frank, Theologe, Journalist und Buchautor) Platz. Nach zwei Grußworten der jeweiligen Verbandsvorsitzenden (Dr. Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB, und Rita Waschbüsch, Bundesvorsitzende von donum vitae), die das Spannungsfeld zwischen Reproduktionsmedizin, alltäglicher Beratungspraxis und katholischen Glaubensgrundsätzen beschrieben, begann die Diskussion. Die individuelle Redezeit war durch die große Teilnehmeranzahl leider sehr begrenzt.

Zuerst kamen drei Gäste mit ihrem eigenen Erleben zum Podienthema zu Wort. Christl Seidel schilderte aus der Elternperspektive ihren jahrelangem Kinderwunsch und ihr Leben mit zwei Kindern, die durch repro-medizinische Methoden entstanden sind. Sie erklärte, wie tabuisiert und schambehaftet ein unerfüllter Kinderwunsch im katholisch geprägten Umfeld sein kann und wie ihr geraten wurden, die Kinderlosigkeit als „göttlichen Willen“ anzunehmen.

Dann wurde ich als Spenderkind befragt. Knapp erzählte ich meine Geschichte und wie ich mit der Kenntnis meiner Zeugungsart umgehe. Ich differenzierte, dass wir Spenderkinder nur eine der Gruppen von Menschen sind, die nach repro-medizinischen Methoden entstanden sind – in unserem Fall nach Samenspende, was eine ganz spezifische Situation ist, weil bei dieser Form der Familie noch ein fremder genetischer Elternteil dazugehört.

Danach teilte Christian Pulfrich seine Erfahrungen als katholischer Schulseelsorger mit. Er berät Eltern, die aufgrund ihrer Glaubensgrundsätze in einem Gewissenskonflikt stehen, weil sie nach In-vitro-Fertilisation (IVF) Eltern eines Kindes sind und nicht wissen, wie sie als gläubige KatholikInnen mit weiteren eingefrorenen Embryos umgehen sollten. Die Eltern wollten mit einer IVF ihren Kinderwunsch erfüllen, ohne sich darüber Gedanken gemacht zu haben, dass dabei möglicherweise mehr Embryonen entstehen, als sie austragen können oder möchten.

Diese „biographischen Notizen“ griffen die Fachteilnehmer des Podiums in ihrer Diskussionsrunde auf. Als erstes hatte Dr. Jürgen Krieg vom Kinderwunschzentrum Amberg das Wort. Er begründete sein Tun und Handeln und das seiner Standeskollegen mit der Pflicht, als Arzt leidenden Menschen zu helfen. Ungewollte Kinderlosigkeit sei eine Krankheit. Dr. Krieg meinte, er bringe nur Ei- und Samenzelle zusammen. Leben würde von ihm aber nicht, „geschaffen“ werden. Ich selbst kann diese technokratische Haltung nicht nachvollziehen, da sie den Ärzten jegliche Verantwortung für die Reflektion ethischer Grenzen bei der Entstehung menschlichen Lebens abspricht.

Die Rechtswissenschaftlerin JProf. Dr. Anne Sanders (Universität Bonn) war als Kennerin des deutschen, europäischen und internationalen Familienrechts geladen und schilderte die rechtliche Problemlage für bestimmte Familien bzw. „Wunscheltern“, wenn grenzensetzendes deutsches Recht auf liberaleres ausländisches Recht treffe und deutsche Paare im Ausland fremde Eizellen oder eine Leihmutter in Anspruch nehmen.

Prof. Dr. Kathrin Braun (Universität Hannover) forscht als Politikwissenschaftlerin insbesondere auf dem Gebiet der Bio(medizin)politik. Sie nahm das Thema etwas kritischer unter die Lupe: Prof. Dr. Braun plädierte dafür, zunächst gesellschaftlich zu hinterfragen, welche Gründe Kinderwunsch haben könne und weshalb Paare ihren Kinderwunsch weit nach hinten verschöben. Die Diskussion um die Legalisierung von Eizellspenden in Deutschland sieht sie kritisch, vorrangig sollten dringend bereits bestehende ethische Fragen im Repro-Bereich geklärt werden (z. B. das Thema der Erzeugung später überzähliger imprägnierter Eizellen und Embryonen).

Die Sozialethikerin Prof. Dr. Monika Bobbert (Uni Münster und Heidelberg) warnte aus moraltheologischer Sicht vor einer überschnellen Legalisierung von Eizellspenden oder gar Leihmutterschaften. Sie führte ethische Bedenken im Hinblick auf die Frauen aus, die ihre Körper hergeben und gesundheitlich-wirtschaftlich ausgebeutet würden. Dadurch entstünde global ein soziales Ungleichgewicht, da wohlhabende Westeuropäer die wirtschaftliche Not von Frauen in Osteuropa und Asien ausnutzten. Auch in Bezug auf die entstehenden Kinder ließen sich ethische Bedenken anführen, die an dieser Stelle jedoch nicht genannt wurden.

Abschließend durftenHerr Pulfrich, Frau Seidl und ich Abschlussstatements formulieren. Frau Seidl und Herr Pulfrich betonten, dass Wunscheltern vonseiten der (katholischen) Amtskirche mehr Unterstützung erhalten sollten in Form von Beratungsangeboten, die mit den Glaubensgrundsätzen im Einklang stehen.

Im Verlauf des Podiumsgespräches merkte ich, dass keineR der FachteilnehmerInnen die Perspektive der nach Repro-Methoden entstandenen Menschen eingenommen hatte bzw. auf deren Bedürfnisse einging. Ich regte also einen Perspektivwechsel im repro-medizinischen Diskurs an: Weder das medizinisch-technisch Machbare, noch die Wünsche der Eltern sollten Ausgangspunkt der Überlegungen und Handlungen in der Reproduktionsmedizin sein. Vielmehr sollten alle Beteiligten aus der Perspektive derer handeln, die so sehr herbeigewünscht werden: die Kinder.

Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, dass die Stimmen der Spenderkinder wichtig sind, weil sie eine eigene Perspektive einbringen, die sich von der Sicht der anderen Beteiligten im Reproduktionsgeschehen und auch von der Perspektive vieler Erwachsener mit erfülltem oder unerfüllten Kinderwunsch unterscheidet.

19. Halbgeschwistertreffer – erstmals erfahren deutsche Spenderkinder über DNA-Datenbanken von ihrer Zeugungsweise

Nachdem einige unserer Mitglieder sich in den letzten Monaten auch bei anderen DNA Datenbanken wie 23andme, Ancestry und MyHeritageDNA registriert haben, konnten wir uns in den vergangenen Wochen über einige weitere Halbgeschwistertreffer freuen. Darunter ist auch ein Treffer zwischen vier Halbgeschwistern aus der Praxis Novum in Essen. Nachdem ich seit 2011 in der DNA-Datenbank FamilyTreeDNA registriert war, ohne nähere Verwandte zu finden, habe ich auf 23andme, Ancestry und MyHeritageDNA gleich drei Halbgeschwister in verschiedenen Familien identifizieren können. Meinen Halbbruder konnte ich sogar bereits persönlich kennenlernen. Wir werden sicherlich weiterhin in Kontakt bleiben. Schade, dass ich ihn nicht schon früher kennengelernt habe.

Zwei meiner Halbgeschwister haben von ihrer Zeugung durch „Samenspende“ erst dadurch erfahren, dass ich bei dem jeweiligen DNA-Test überraschend als ihre Halbschwester angezeigt wurde. Solche Fälle waren bisher nur aus den USA bekannt. Es zeigt, dass auch in Deutschland immer mehr Menschen DNA-Tests nutzen. Der Grund hierfür muss nicht unbedingt die Suche nach direkten Verwandten sein, sondern ist manchmal auch ein allgemeines Interesse an der historischen Herkunft der eigenen DNA.

Ich bitte alle Eltern von Spenderkindern, ihre Kinder selbst über deren Herkunft aufzuklären und nicht darauf zu vertrauen, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Es ist eine unangenehme und schwierige Situation, als persönlich fremder Mensch den neu gefundenen Geschwistern vermitteln zu müssen, dass ihr Vater wohl nicht ihr genetischer Vater ist und dass die Eltern ihnen eine so wichtige Information vorenthalten haben.

Spender der Uniklinik Essen über DNA-Test identifiziert

Vor ein paar Monaten habe ich mich eher der Vollständigkeit halber entschieden, mich auch bei den DNA-Datenbanken 23andme und Ancestry zu registrieren, die eine größere Datenbasis haben als der von unserem Verein zur Verwandtensuche verwendete Test FamilyFinder. Da aber auch die meisten der dort registrierten Personen US-Amerikaner sind, habe ich nicht wirklich erwartet, dass meine Suche erfolgreich sein würde. Ende März erhielt ich eine Nachricht, dass meine Testergebnisse da wären. Kurz bevor ich gegen Mitternacht ins Bett gehen wollte, fiel mir ein, dass ich meine Ergebnisse noch ansehen wollte. Gesagt, getan: Mir wurde ein Cousin ersten oder zweiten Grades angezeigt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit mit mir verwandt ist. So einen nahen Treffer hatte ich bei Family Finder bislang nie. Mit Google fand ich einen Nachruf auf den Vater meines Matches, in dem ein Neffe aus Deutschland erwähnt wurde. Über diesen Neffen fand ich wiederum direkt heraus, dass er Arzt ist und an der Universitätsklinik Essen tätig war, wo ich entstanden bin. Danach war an Schlaf erstmal nicht zu denken…

Die Identifizierung meines biologischen Vaters dauerte nach fast zwölf Jahren der Ungewissheit nur zwei Minuten. Wahrscheinlich hat er auch nie erwartet, dass er fast 39 Jahre später über seinen Cousin identifiziert werden würde.

Mein biologischer Vater und ich hatten bislang kurz Kontakt. Daher weiß ich, dass er angeblich nur zwei oder drei Mal auf die Bitte von Kollegen hin eingesprungen ist, wenn ein Samenspender nicht zum Termin erschienen ist (Anfang der 80er waren es noch Frischspenden). Daher ist die Wahrscheinlichkeit leider recht gering, dass ich Spenderkinder-Halbgeschwister habe. 30 Halbgeschwister hätte ich zu viel gefunden, aber über ein paar würde ich mich schon freuen.

An der Geschichte schockiert mich etwas die Willkür: kommt der eine nicht, springt halt jemand anders spontan ein, der meint dass er irgendwie geeignet ist. Es scheint, dass eine solche Vorgehensweise insbesondere in der Zeit der Frischspenden öfters vorkam.

Ich bin immer noch erstaunt, dass ich die Nadel im Heuhaufen tatsächlich gefunden habe, aber sehr froh, dass ich nicht mehr mit dieser Leerstelle leben muss und auch meinen Kindern ein Foto zeigen und einen Namen sagen kann. Ein Freund hat mich vor ein paar Jahren ernst angesehen und gesagt: „Ich bin mir sicher, dass Du es irgendwann herausfinden wirst. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann wirst Du mir sagen: Ich habe ihn gefunden.“ Und er hatte so Recht. Man sollte nie aufgeben. Ich wünsche mir, dass noch viele andere Spenderkinder mit Hilfe von DNA-Tests und den nun bestehenden rechtlichen Möglichkeiten ihre Verwandten finden werden. Die Idee, dass Samenspender anonym sein können, ist mit den neuen autosomalen DNA-Tests endgültig gestorben. Und das ist gut so.

Rechtliche Zulässigkeit der Embryonenspende mit imprägnierten Eizellen geht in die nächste Instanz

Am 21. März 2018 hat das Amtsgericht Dillingen drei Vorstandsmitglieder des Netzwerks Embryonenspende vom Vorwurf der Verwendung missbräuchlicher Fortpflanzungstechniken freigesprochen.1 Das Urteil gegen eine mitangeklagte Rechtswissenschaftlerin steht noch aus.

Der Grund für den Freispruch war, dass das Amtsgericht einen sogenannten unvermeidbaren Verbotsirrtum (§ 17 Absatz 1 Strafgesetzbuch) bei den Vorstandsmitgliedern sah, weil diese sich vor Aufnahme ihrer Tätigkeit umfangreich über die Zulässigkeit informiert hätten.

Gegen den Freispruch hat die Staatsanwaltschaft nun Berufung eingelegt. Das Verfahren wird daher vor dem Landgericht erneut verhandelt. Es ist recht wahrscheinlich, dass das Verfahren danach über die Revision beim Bundesgerichtshof landet.

Hintergrund des Strafverfahrens

Die Embryonenadoption (oft als Embryonenspende bezeichnet) ist die Weitervermittlung von kryokonservierten Embryonen an andere als die genetischen Eltern, die ursprünglich den Kinderwunsch realisieren sollten. Bei dem Großteil der in Deutschland in Reproduktionszentren gelagerten Embryonen handelt es sich jedoch nicht um Embryonen im Rechtssinn, bei denen die Zellverschmelzung schon stattgefunden hat, sondern um sogenannte Vorkerne, auch bezeichnet als imprägnierte Eizellen oder 2-PN-Zellen. Bei diesen ist das Spermium zwar bereits in die Eizelle gelangt, doch die Kerne von beiden Zellen sind noch nicht miteinander verschmolzen. Das genetische Material der Eltern ist daher noch getrennt, die Befruchtung wird durch das Einfrieren gestoppt.

Die herrschende juristische Meinung sieht in der Weiterkultivierung eines Vorkerns mit der Absicht der Übertragung auf eine andere Frau, eine nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Embryonenschutzgesetz verbotene „Befruchtung“ zur Übertragung an eine andere Frau.2

Das Netzwerk Embryonenspende nahm im Jahr 2013 seine Arbeit auf und erklärte öffentlich auf seiner Internetseite, auch Vorkerne zu vermitteln. Ein dreiseitiges Gutachten von der emeritierten Rechtsprofessorin Monika Frommel sollte die Legalität des Verfahrens erklären. Die Staatsanwaltschaft Augsburg nahm 2014 Ermittlungen auf und erhob schließlich Anklage.

Urteil bestätigt: Die Weiterkultivierung und -vermittlung von imprägnierten Eizellen ist unzulässig

Das Amtsgericht Dillingen schloss sich nun der herrschendem Meinung an, dass die Weiterkultivierung von imprägnierten Eizellen zur Übertragung an eine andere Frau als die genetische Mutter strafbar ist, sah aber einen strafbefreienden unvermeidbaren Verbotsirrtum bei den Angeklagten. Leider wird das Urteil von einigen Medien nun missverständlich so dargestellt, als hätte das Amtsgericht Dillingen entschieden, die Angeklagten seien freigesprochen worden, weil die Vermittlung von imprägnierten Eizellen zulässig sei. Das ist nicht der Fall. Nach dem Urteil dürften die Vorstandsmitglieder nicht weiter imprägnierte Eizellen vermitteln und würden sich erneut strafbar machen, wobei sie sich dann nicht mehr auf einen Verbotsirrtum berufen könnten.

Kritik am Freispruch

Das Gericht hielt den drei Vorstandsmitgliedern vor allem zu Gute, dass sie rechtlichen Rat eingeholt hätten, indem sie auf dem dreiseitigen Gutachten ihres juristischen Vorstandsmitglieds vertrauten und auch die Expertise des Deutschen Ethikrats eingeholt hätten. Der Richter wird so zitiert, dass sie sich soviel Rechtsrat eingeholt hätten wie möglich und von allen Seiten gesagt bekommen hätten, ihr Vorhaben sei erlaubt.3 Gerade diese Annahme ist aber fraglich.

Das Gutachten der Rechtswissenschaftlerin Monika Frommel, ebenfalls Vorstandsmitglied des Netzwerks Embryonenspende, aus dem Jahr 2011 fällt angesichts der Bedeutung der rechtlichen Frage mit drei Seiten recht kurz aus. Auffallend ist auch, dass Argumente gegen die Zulässigkeit der Vermittlung von imprägnierten Eizellen keinen Raum erhalten. Die Gegenmeinung von Börgers/Frister aus dem Jahr 2010 wird noch nicht einmal erwähnt. Es ist natürlich richtig, dass Nichtjuristen sich bei juristisch umstrittenen Themen nicht auskennen müssen und dem rechtlichen Rat von Juristen vertrauen dürfen. Bei einem so wichtigen und umstrittenen Thema jedoch eine so eindeutige Aussage für die Zulässigkeit des Verfahrens zu erhalten, hätte vielleicht schon etwas misstrauisch machen können. Da niemand gerichtliche Entscheidungen absolut sicher vorhersehen kann, enthalten juristische Gutachten aus Haftungsgründen normalerweise Einschränkungen bei der Sicherheit der Aussagen.4 Im Jahr 2015 erschien dann in der Neuen Juristischen Wochenzeitschrift ein Beitrag von Taupitz/Hermes, in dem die Argumentation des Gutachtens geradezu zerpflückt wurde.5 Der Beitrag endete mit dem Fazit: „Ein Fortpflanzungsmediziner, der eine imprägnierte kryokonservierte Eizelle auftaut und weiterkultiviert und dabei die Absicht hat, den später entstehenden Embryo auf eine Frau zu übertragen, von der die Eizelle nicht stammt, geht jedenfalls ein erhebliches Strafbarkeitsrisiko ein.“6 Der Beitrag beruhte auf Vorträgen unter anderem vor dem Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands (BRZ). Das Netzwerk Embryonenspende vermittelte laut Internetseite weiterhin auch Embryonen im Vorkernstadium7.

Auch der Deutsche Ethikrat bescheinigte dem Netzwerk Embryonenspende keinesfalls die Zulässigkeit der Weiterkultivierung und -vermittlung von imprägnierte Eizellen. In seiner am 22. März 2016 veröffentlichten Stellungnahme „Embryonenspende, Embryoadoption und elterliche Verantwortung“ vertrat der Rat die Auffassung, dass die Adoption überzähliger Embryonen mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar sei, Embryonen jedoch nicht gezielt zur Weitergabe erzeugt werden dürfen. Die Weiterkultivierung imprägnierter Eizellen mit dem Ziel, sie einer anderen Frau als der genetischen Mutter einzupflanzen, verstoße gegen das Embryonenschutzgesetz.8

Haltung des Vereins Spenderkinder zur Embryonenspende / Embryonenadoption

Der Verein Spenderkinder sieht die Embryonenadoption kritisch (siehe Position des Vereins Spenderkinder zur Embryonenadoption). Insofern begrüßen wir, dass die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat.

Anders als oft verkürzt dargestellt, handelt es sich bei der Embryonenadoption nicht um eine Win-Win-Situation. Im Fall einer Weitervermittlung von Embryonen und imprägnierten Eizellen muss sich das entstehende Kind jedoch nicht nur mit der gespaltenen Mutterschaft, sondern zusätzlich auch noch mit einer gespaltenen Vaterschaft und einer zeitverzögerten Zeugung auseinandersetzen. Die Situation stellt sich noch schwieriger dar, als wenn nur die Keimzellen eines fremden Elternteils verwendet wurden. Bei der Embryonenadoption gibt es eine vollständige Parallelfamilie mit einem genetischen Elternpaar und mindestens einem genetischen Vollgeschwister. Das ist für alle Beteiligten eine lebenslange Herausforderung, die aus dem Bereich der herkömmlichen Adoption gut bekannt ist. Bei einer herkömmlichen Adoption wird zudem unabhängig überprüft, ob die Annahme des Kindes durch die Empfänger dem Wohl des Kindes entspricht. Bei der Tätigkeit des Netzwerks Embryonenspende entscheiden allein die Mitglieder des Vereins, wer Empfänger von „freigegebenen“ Embryonen und imprägnierten Eizellen Zellen wird. Darüber hinaus ist das Verfahren nicht offen und die Dokumentation der abgebenden Eltern unklar.9.

Abgesehen davon fordern wir die (eigentliche) Selbstverständlichkeit, dass sich Reproduktionsmediziner an gesetzliche Verbote halten und nicht eigenmächtig Fakten schaffen. Das Embryonenschutzgesetz möchte die gespaltene Mutterschaft mit dem Verbot der Eizellspende klar verhindern, auch um das Kind vor der psychischen Herausforderung einer gespaltenen Mutterschaft zu schützen. Die Zulässigkeit der Weitergabe von verwaisten (bereits entstandenen) Embryonen (und NICHT von imprägnierten Eizellen!) wurde als klare Ausnahme gesehen. Das sollte akzeptiert werden. Der Verein Spenderkinder fordert eine breite öffentliche Diskussion über die psychosozialen Aspekte und die ethische Dimension der Weiterkultivierung und Weitervermittlung imprägnierter Eizellen.

Möglicherweise wird diese Diskussion nun durch die strafrechtliche Aufarbeitung eingeleitet. Wir wünschen uns für diese Debatte, dass auch die Perspektive der so gezeugten Menschen wahrgenommen und insbesondere nicht verkürzt dargestellt wird.

  1. Siehe hierzu den Artikel im Deutschen Ärzteblatt  sowie in der Legal Tribune Online . []
  2. Taupitz, J. & Hermes, B., Eizellspende verboten – Embryonenspende erlaubt? Neue Juristische Wochenschrift 2015, 1802-1807, S. 1807; sowie Börgers, N. & Frister, H. (2010). Rechtliche Probleme im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Keimzellen; für die Legalität des Verfahrens spricht sich die zum Netzwerk gehörende Rechtswissenschaftlerin Monika Frommel in einem für diese Organisation erstellten Rechtsgutachten aus. []
  3. Siehe Deutsches Ärzteblatt. []
  4. Beispiele für solche Formulierungen sind: „es spricht viel dafür“, „es sprechen überwiegende Argumente dafür“, „es kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass …“, „erhebliches Risiko“, „nicht unerhebliches Risiko“, „gewisses Risiko“. []
  5. Taupitz, J. & Hermes, B., Eizellspende verboten – Embryonenspende erlaubt? Neue Juristische Wochenschrift 2015, S. 1802-1807. []
  6. Ebda., S. 1807. []
  7. siehe dazu die auf der Homepage des Netzwerks bereitgestellten Informationen und „Verfahren“, „Was ist eine Embryonenspende?“: „Manche Paare – nach erfolgreicher Behandlung in einem IVF-Zentrum und abgeschlossenem Kinderwunsch – haben keine Embryonen, sondern imprägnierte Eizellen, das sind Eizellen, in die bereits die Samenzelle des Partners eingedrungen ist und die vor der ersten Zellteilung eingefroren wurden, im IVF-Zentrum gelagert. Wenn das Paar diese Zellen nicht verwerfen lassen will, dann kann es nach ausführlicher Beratung  und Erlaubnis zum Auftauen dieser Zellen die Freigabeerklärung zur Spende des Embryos bzw. des  hieraus entstehenden Embryos unterzeichnen.“ http://www.netzwerk-embryonenspende.de/verfahren/verfahren.html (l.v.15.04.2018 []
  8. Deutscher Ethikrat, Embryonenspende, Embryoadoption und elterliche Verantwortung, März 2016, S. 41-42. []
  9. Das Netzwerk wollte zunächst nur die Identität des genetischen Vaters dokumentieren. Embryonenadoptionen werden zudem nicht im Samenspenderregister vermerkt, das im Juli 2018 seine Arbeit aufnehmen wird. []

18. Halbgeschwistertreffer

Ähnlich wie der 17. ist auch unser 18. Halbgeschwistertreffer ein Dreier-Treffer und aus Essen. Stephanie und ihre Schwester hatten ihre Ergebnisse des DNA-Tests FamilyFinder erhalten und dabei bestätigte sich, dass sie Vollgeschwister sind. Zugleich wurde ihnen ein Halbgeschwistertreffer mit Tina angezeigt, ebenfalls Spenderkinder-Mitglied, und seit Kurzem in der DNA-Datenbank registriert. Tina hatte sich schon immer eine Schwester gewünscht und freut sich sehr über die beiden jüngeren Halbschwestern. Ein persönliches Treffen hat noch nicht stattgefunden, ist aber geplant. Nun hoffen die drei auch noch etwas über ihren genetischen Vater herauszufinden.

Aprilheft 2018 der Deutschen Hebammenzeitschrift zum Thema „Leihmutterschaft und Eizellspende“

Zum Thema „Eizellspende und Leihmutterschaft“ sind in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Hebammenzeitschrift zehn Beiträge erschienen, die verschiedene Aspekte beleuchten. Spenderkindermitglied Anne wirft Fragen aus der Perspektive der entstehenden Menschen auf Eizellspende und Leihmutterschaft auf.

Im Heft wird außerdem auf die Ausstellung „Mutter.form“ im Kunsthaus Hamburg hingewiesen. Der Beitrag zur Ausstellung zeigt Spenderkindermitglied Kerstin als Künstlerin neben ihrem beeindruckenden Werk „Mutter und Kind“ (das dritte Bild in der Galerie). Sie verwendet historische Weißwäsche als wesentlichen Teil der Mitgift für die Ehe- und Familiengründung, was die notwendigen Fürsorge- und Ablöseprozessen in eine besondere Beziehung setzt.

Insgesamt wird deutlich, dass es nicht nur um pragmatische rechtliche Regelungen geht, sondern auch um grundlegende ethische Fragen. Verbreitete aber empirisch nicht haltbare Annahmen wie die, dass Menschen, die sich ein Kind wünschen, automatisch empathische, gute Eltern seien, werden in anderen Beiträgen in Frage gestellt, bzw. widerlegt. So wird über eine Frau berichtet, die sich für eine Eizellspende entschieden habe, während eine Adoption aufgrund fehlender Grundvoraussetzungen nicht möglich gewesen sei. Eine Psychotherapeutin, tätig in einer Tagesklinik mit Schwerpunkt Frauenpsychosomatik, schildert den Fall einer Mutter nach Eizellspende, der es schwer fiel, das Fremde im Kind anzunehmen und die sich gegenüber der genetischen Vater-Tochter-Beziehung in einer randständigen Position erlebte. Auch wenn es in der Regel vermutlich nicht zu psychotherapeutischen Behandlungen kommt, so spiegelt dieses Beispiel wider, was umgekehrt viele erwachsene Spenderkinder von ihren sozialen Vätern berichten, die Kinder aus den Keimzellen eines anderen Mannes angenommen haben.

Auch die Behauptung (leider ohne Quellenangabe) dass ein Beziehungsabbruch vor dem 6. Lebensmonat unbedenklich sei, ist so nicht haltbar. Der Frauenarzt Prof. Dr. Sven Hildebrandt verweist dazu auf die Befunde der Pränatalpsychologie, dass frühe Erinnerungen zwar nicht bewusst abrufbar seien, aber dennoch in subkortikalen Strukturen gespeichert werden und dass die intrauterine Beziehung des Kindes wie eine Vorlage für Erwartungen und Verhalten in folgenden Beziehungen diene.1 Auch aus dem Bereich klassischer Adoption sei bekannt, dass ein unmittelbar nach der Geburt adoptiertes Kind seine Geburtsmutter nicht einfach vergesse und die soziale Ersatzelternschaft die verlorene Beziehung nicht vollständig zu ersetzen vermöge.

Die Journalistin Eva Maria Bachinger weist darauf hin, dass es in der Diskussion um reproduktionsmedizinische Methoden letztlich um einen Markt gehe „Das zeigt sich auch darin, dass in der Debatte rund um Reproduktionsmedizin nur noch diskutiert wird, was gelockert, nicht mehr, was verschärft werden soll. (…) Die ziemlich abgeklärte, pragmatische Haltung ist erstaunlich. Nur weil es ein Phänomen gibt, können wir keine Verbote mehr aussprechen?“

  1. Evertz, K., Janus, L., Linder, R. (Hrsg.), 2016. Lehrbuch der pränatalen Psychologie. Heidelberg: Mattes. []

Spender-Kind-Verbindung über DNA-Test identifiziert

Spenderkindermitglied Martin berichtete im Herbst 2017 in der FAZ über die Suche nach seinem genetischen Vater. Martin war erst seit 2016 auf der Suche, obwohl er da schon über 20 Jahre von seiner Entstehung wusste. Nun konnte er das Geheimnis seiner Herkunft lüften. Der Reproduktionsmediziner seiner Mutter ist sein genetischer Vater.

Martin hatte bereits durch die Auswertung seiner eigenen DNA durch den DNA-Test FamilyFinder die Information erhalten, dass er selbst zur Hälfte jüdischer Abstammung sei1. Er hatte herausgefunden, dass der Arzt jüdisch gewesen war. Zudem hatte Martin auf Bildern des Arztes optische Ähnlichkeiten zu sich entdeckt. Über Umwege konnte er einen Neffen des Mannes ausfindig machen, der einverstanden war, einen DNA-Test zu machen. Das Ergebnis bestätigte die vermutete verwandtschaftliche Beziehung. Leider ist sein genetischer Vater bereits 2007 gestorben. Martin hofft aber, noch mehr von ihm zu erfahren.

Martin möchte mit seiner Geschichte anderen Spenderkindern Mut machen, sich auf die Suche zu machen oder dranzubleiben, auch wenn es meistens nicht so schnelle Erfolge gibt. Martins Geschichte zeigt, dass der einzige Weg, sicher nichts herauszufinden, darin liegt, sich gar nicht erst auf die Suche zu machen – und auch, dass die Spur eines Menschen mit seinem Tod nicht endet.

  1. Tatsächlich ist jüdisch-aschkenasisch ein recht eindeutiges Herkunftsmerkmal, was vermutlich daran liegt, dass Juden hauptsächlich untereinander heirateten, so dass der Genpool wenig von außen durchmischt wurde https://www.welt.de/kultur/article9307900/Teilen-alle-Juden-wirklich-ein-bestimmtes-Gen.html []

Organisation gegen Leihmutterschaft in Österreich gegründet – Unterschriftenaktion zum Mitmachen

In Österreich hat sich die Initiative „Stoppt Leihmutterschaft“ gegründet, ein Zusammenschluss von Experten und Expertinnen verschiedener Fachgruppen, der sich für ein weltweites Verbot von Leihmutterschaft einsetzt.

Die Forderung wird auf der Seite in einer ausführlichen Stellungnahme begründet. Wer den Inhalten zustimmt, kann die Unterschriftenaktion mit seiner Stimme unterstützen.

Der Verein Spenderkinder positioniert sich eindeutig gegen Leihmutterschaft. Mit der belgischen Spenderkinderorganisation Donorkinderen und der niederländischen Initiative Stichting Donorkind haben wir im vergangenen Jahr eine gemeinsame Erklärung gegen Leihmutterschaft abgegeben. Darin geht es um kommerzielle Leihmutterschaft.

Auch nicht-kommerzielle Leihmutterschaft ist ethisch bedenklich. Hauptaspekt ist hierbei, dass der entstehende Mensch dann zwar nicht gegen Geld „gehandelt“ sondern unentgeldlich „verschenkt“ wird. In beiden Fällen wird mit dem Menschen jedoch umgegangen, wie mit einem Objekt. Wenn ein Mensch wie ein Objekt behandelt wird, verletzt das seine Würde als Subjekt. Davon abgesehen widerspricht die vorsätzliche Trennung eines neugeborenen Kindes von der Mutter, die es ausgetragen hat, den Ergebnissen der pränatalen Bindungsforschung. Es ist allgemein bekannt, dass bereits während der Schwangerschaft ein intensiver Austausch und idealerweise positiver Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind stattfindet. Ein vorsätzlicher Beziehungsabbruch nach der zudem hochgradig sensiblen Phase der Geburt, ist definitiv nicht im Interesse des Kindes.