Archiv des Autors: Anne

Das Fremde im eigenen Spiegelbild – Martina im Interview mit Sunny im Oktober 2021

Im Youtube-Interview mit Sunny spricht Martina darüber, wie sie erfahren hat, dass sie ein Spenderkind ist und von ihrer Suche nach ihrem biologischen Vater. Der Blick in den Spiegel macht das Unbekannte sichtbar, aber doch nicht greifbar.

Wer hat eine Idee, wer Martinas biologischer Vater sein könnte? Er lebte 1985 (evtl. auch schon vorher) im Raum Essen, ist vermutlich groß, blond und mindestens 53 Jahre alt, eher älter. Jeder Hinweis kann helfen! Hinweise gerne an info@spenderkinder.de.

Podcast „Eros und Psyche“: Gynäkologin Miriam Mottl im Gespräch mit den Spenderkindern Sandra, Britta und Anne

In der aktuellen Folge des Podcasts Eros und Psyche „Wäre ich wenigstens aus einem one night stand entstanden!“ Das Gespräch mit den Spenderkinder Schwestern spricht Gastgeberin Miriam Mottl mit den drei Spenderkindern Sandra, Britta und Anne. Im Gespräch geht es darum, wie die drei Spenderkinder selbst Schweigen und Aufklärung erlebt haben und was sie sich für andere Spenderkinder wünschen. Miriam Mottl bringt ihre Erfahrungen als Gynäkologin an einer Kinderwunschklinik ein.

SWR-Nachtcafé „Die Wahrheit muss ans Licht“ am 17.09.2021 mit Spenderkind Sandra

Am 17. September 2021 war Spenderkindermitglied Sandra zu Gast in der Sendung SWR-Nachtcafé „Die Wahrheit muss ans Licht“. Etwas ausführlicher gibt es den Beitrag von Sandra auf Youtube. In der Sendung erzählt sie, wie sie mit 38 Jahren von ihrer Mutter erfuhr, dass sie durch Samenvermittlung in der Praxis eines Tübinger Frauenarztes entstand. Die Mutter hatte ihrem Mann versprochen, Sandra bis zu seinem Tod nicht aufzuklären. Als es dann soweit war, suchte die Mutter das Gespräch mit Sandra. Was genau sie sagen wollte, bleibt im Dunkeln, denn Sandra erriet sofort worum es ging.

Sandra möchte besonders anderen Eltern von Spenderkindern ans Herz legen, ihre Kinder – auch wenn diese bereits erwachsen sind – über ihre Entstehungsweise aufzuklären. Für die Aufklärung erwachsener Spenderkinder haben wir extra Hinweise zusammengestellt.

Außerdem ist Sandra auf der Suche nach ihrem biologischen Vater und möglichen Halbgeschwistern. Sie wurde im Jahr 1982 in der Praxis von Dr. Rimbach in Tübingen gezeugt. Es ist bekannt, dass der Arzt Ehemänner seiner Patientinnen, die bereits ein Kind hatten, als „Spender“ anfragte.

Wer weiß etwas oder kennt jemanden, der einen Hinweis geben könnte? Auch kleine Informationen können weiterhelfen! Hinweise bitte an Info@spenderkinder.de.

Interview mit Sandra – Aufklärung mit 38 Jahren – Wer war 1982 „Samenspender“ in Tübingen?

Sandra erfuhr erst im Alter von 38 Jahren, dass sie ein Spenderkind ist. Der Arzt, Prof. Dr. Rimbach aus Tübingen, der 1982 den Samen vermittelte, ist 2012 verstorben. Bekannt ist aber, dass er Ehemänner seiner Patientinnen, die ein Kind bekommen hatten, als „Samenspender“ anfragte. Es wäre toll, wenn sich ehemalige Patientinnen, ihre Partner, oder Kinder von Patientinnen bei uns melden (info@spenderkinder.de).

Späte Aufklärung ist nach wie vor ein großes Thema. Erfreulicherweise melden sich auch immer wieder Eltern bei uns, die ihre längst erwachsenen Kinder aufklären möchten. Auch wenn die Aufklärung idealerweise von Anfang an stattfindet, gilt doch das Motto: Besser spät, als nach dem Tod der Eltern oder durch eigene Aufdeckung z.B. über einen DNA-Abgleich. Deshalb haben wir für Eltern Ratschläge zur späten Aufklärung zusammengefasst.

ZDF Terra Xpress „Wer ist mein Vater“ am Sonntag, den 8. August 2021

Am Sonntag, den 8. August, ging es in der ZDF-Sendung Terra unter dem Titel „Wer ist mein Vater? Anonyme Samenspender und ihre Kinder“ (noch in Mediathek abrufbar, Minute 1 bis 12) um die Kontaktaufnahme zwischen Spenderkindern und dem leiblichen Vater bzw. Halbgeschwistern.

Udo gab in den 80er Jahren, 7 Jahre lang alle zwei Wochen, in einer Frauenarztpraxis in Essen Samen ab, damit daraus Kinder gezeugt würden. Jahrzehnte später wird er durch einen Zeitungsartikel darauf aufmerksam, dass viele Spenderkinder auf der Suche nach ihren leiblichen Vätern sind. Udo nimmt Kontakt mit dem Verein Spenderkinder auf und registriert sich in einer DNA-Datenbank, damit seine Kinder ihn finden können. Er erzählt auch seiner Tochter Andrea davon. Die Kinder, die er gezeugt hat, sind ihre Halbgeschwister. 

Christoph erfährt von seiner Mutter, dass er mit Samen aus Essen entstanden ist. So konnte seine Mutter ein leibliches Kind bekommen. Nun ist er auf der Suche nach seinem leiblichen Vater. In einer DNA-Datenbank findet er einen nahen Verwandten.

Sunny entstand in Berlin mit Samen, den der Arzt ihrer Mutter vermittelte. Im Alter von 10 Jahren erfuhr sie davon. Als Erwachsene hat sich Sunny in einer DNA-Datenbank registriert. Auch sie hat einen nahen Verwandtentreffer.

Wir Spenderkinder wünschen uns sehr, dass weitere „Samenspender“ Udos und Peters Beispiel folgen, zu ihren genetischen Kindern stehen und sich am besten in einer DNA-Datenbank registrieren. So können suchende Kinder sie direkt finden. Alternativ freuen wir uns auch, wenn sich ehemalige „Samenspender“ direkt bei unserem Verein melden und zum Beispiel ein Suchprofil auf unsere Homepage setzen.

Rechtliche Ergänzung zum Beitrag: Auf das Recht des Kindes, den Namen seines genetischen Vaters zu erfahren, wies bereits 1970 der Justiziar der Bundesärztekammer im Zusammenhang zur Samenvermittlung hin.Seit 2018 gibt es ein zentrales Register, bei dem Spenderkinder unabhängig von den Ärzten ihrer Mütter Auskunft erhalten können. Anonymitätsversprechen waren hatten aber auch vorher keine rechtliche Grundlage.

WDR-Sendereihe Lebenszeichen „Die Schattenseiten der Leihmutterschaft“ am Sonntag, 1. August 2021

Am Sonntag, den 1. August, ging es in der WDR-Sendereihe Lebenszeichen um Die Schattenseiten der Leihmutterschaft. Der Bindungsforscher und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch, die Humangenetikerin und Philosophin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, die durch Eizellvermittlung und Leihmutterschaft entstandene 19jährige Katy sowie Spenderkinder-Vorstandsmitglied Anne diskutierten Leihmutterschaft aus zwischenmenschlicher Sicht. Oft wird „Leihmutterschaft“ als technische Möglichkeit verhandelt, an ein Kind zu kommen. Doch alle Beteiligten sind Menschen, erleben Gefühle und Verbindungen. Auch das Kind ist ein Subjekt und darf kein Vertragsobjekt werden. Der Verein Spenderkinder lehnt Leihmutterschaft ab.

Die Sendung ist bis Juli 2022 abrufbar, auch zum Nachlesen als PDF.

Kleine Korrektur zu Katys Situation: Katy hat keinen Kontakt zu ihrer Leihmutter, jedoch relativ guten Kontakt zu ihrer genetischen Mutter (der „Eizellspenderin“) und ihrer Familie.

Am 30. Mai ist Tag der genetischen Identität

Am 30. Mai ist jedes Jahr der weltweite Tag der genetischen Identität (international genetic identity day). Dieser Tag macht aufmerksam auf das Recht auf genetische Identität. Alle Menschen, auch Adoptierte und Spenderkinder, sollen erfahren können, wer ihre leiblichen Eltern sind. In Deutschland gibt es ein aus der Verfassung abgeleitetes Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Trotzdem werden viele Spenderkinder von ihren Eltern nicht über ihre Herkunft aufgeklärt. Viele Spenderkinder erfahren erst von ihrer Abstammung, wenn sie über DNA-Datenbanken Halbgeschwister finden. In vielen Ländern werden Samen und Eizellen immer noch anonym vermittelt. Darunter sind auch einige europäische Nachbarländer wie Dänemark und Tschechien. Das ist problematisch, weil dadurch das Recht eines jeden Kindes, seine leiblichen Eltern zu kennen, nicht anerkannt wird. Dieses Recht steht in der internationalen Kinderrechtskonvention, die von fast allen Staaten ratifiziert wurde.

Die Bilder sind von Friedel Grant, inspiriert durch die ursprüngliche Kampagne der belgischen Spenderkinderorganisation: https://www.donorkinderen.com/

Verein Spenderkinder unterstützt auch minderjährige Spenderkinder bei Auskunftsproblemen

Der Verein Spenderkinder unterstützt auch minderjährige Spenderkinder und ihre Eltern, Auskunft über die eigene Herkunft zu bekommen. Das machen wir selbstverständlich kostenlos.

Wenn Spenderkinder erfahren möchten, wer ihr genetischer Vater ist, müssen sie sich an die Praxis wenden, in der sie entstanden sind.1 Eigentlich dürften derzeit minderjährige Spenderkinder keine Probleme haben, Auskunft zu erhalten. Seit dem Jahr 2007 galt eine ausdrückliche 30jährige Aufbewahrungsdauer, die alle zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Dokumente erfasst. Das beinhaltet alle Daten von seit 1997 gezeugten Kindern.2 Wir hören aber immer wieder, dass doch Probleme auftauchen. weil entweder keine Auskunft gegeben wird oder nur eine unvollständige Auskunft. Es gibt nach wie vor Ärzte, die es vermeiden, Auskunft zu geben.

Als Einzelperson hat man kaum eine Chance, einzuschätzen, ob Informationen zurückgehalten werden. Dafür ist die Zusammenarbeit und der Austausch von uns Spenderkindern hilfreich.

Der Verein Spenderkinder hat durch seine vielen Mitglieder viel Wissen über verschiedene Kliniken und Praxen gesammelt. Wir können zum Beispiel sagen, ob eine Klinik oder ein Arzt schon Auskunft erteilt oder diese abgelehnt hat und was die vorgebrachten Argumente waren oder ob bereits andere Spenderkinder gerichtlich vorgegangen sind. Dieses Wissen teilen wir gerne mit anderen Spenderkindern und ihren Eltern.

Aus einigen Praxen sind uns auch „Samenspender“ bekannt. Wenn wir unsere Informationen miteinander abgleichen, können wir verhindern, dass diese Männer mehrfach kontaktiert werden. Unter Umständen können wir auch den Erstkontakt vermitteln. Das ist wichtig, weil eine Kontaktaufnahme auch für einige „Samenspender“ psychisch herausfordernd ist.

  1. Das Samenspenderregister hat nur Daten zu ab Juli 2018 entstandenen Kindern. []
  2. Der Verein Spenderkinder geht davon aus, dass auch zuvor eine Pflicht zur Aufbewahrung der Daten bestand – siehe hierzu unsere Informationen unter Rechtliches []

Filmpremiere MENSCHENSKIND! beim DOK.fest München2021

Der Film MENSCHENSKIND! feiert beim Dokumentarfilmfestival in München seine Deutschlandpremiere! Die Filmemacherin Martina Belobrovaja ist Mutter einer aus privater Samenvermittlung hervorgegangenen Tochter. Im Dokumentarfilm MENSCHENSKIND! zeigt sie ihre eigene Familiengeschichte und die anderer nicht normativer Familien. Zwei erwachsene Spenderkinder sind auch dabei.

Das DOK.fest München 2021 beginnt am Mittwoch, 5. Mai. Man kann den Film bis zum 23. Mai online sehen. Tickets gibt es für 6 € direkt beim Film. Für Neugierige gibt es vorab schon den Trailer.

(c) DOK.fest München MENSCHENSKIND!

Welt am Sonntag „Suche nach dem Vater“ am 21. Februar 2021

In der Welt am Sonntag vom 21. Februar 2021 erzählt der Artikel „Suche nach dem Vater“ von Wolfgang Büscher die Geschichte der Halbgeschwister Alexander, Stefano, Nina und Anne (mir). Wir haben uns über DNA-Datenbanken gefunden und sind nun gemeinsam auf der Suche nach unserem genetischen Vater. Der Artikel ist auch als Online-Version verfügbar, unter dem Titel Anonyme Samenspender – „Du bist eben der Sohn deiner Mutter“ allerdings nur mit Welt-Abo (kostenloser Probemonat möglich).

Anders als es in der Zusammenfassung der Printausgabe steht, ist das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung altbekannt und waren Anonymitätsversprechen immer ungültig.

Im Artikel wird beschrieben, dass Stefanos Eltern zunächst ein Spanier als „Spender“ zugesagt worden war. Stefanos DNA-Test zeigte jedoch, dass er keine spanischen Wurzeln hat. Wer ist dann unser genetischer Vater? Wir freuen uns sehr über alle Hinweise. Und natürlich freuen wir uns auch über weitere Halbgeschwister! Auch Menschen, die selbst keine Spenderkinder sind, uns aber bei der Suche helfen möchten, können das tun, indem sie sich selbst in DNA-Datenbanken registrieren lassen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto einfacher können Verbindungen aufgespürt werden.