FAQ – Häufig gestellte Fragen

Hier beantworten wir nach und nach Fragen, die uns öfters gestellt worden sind. Rechtliche Fragen werden unter Die rechtliche Situation beantwortet.

I. Fragen von Spenderkindern

  1. Ich bin auch mit einer Samenspende gezeugt worden. Weswegen sollte ich mich bei euch melden?
  2. Welche Such- und Kontaktmöglichkeiten gibt es für Spenderkinder?
  3. Ich würde gerne erfahren, wer mein Spender war. Was kann ich machen?
  4. Weswegen macht ihr nicht ein Register wie das donorsiblingsregistry in den USA, über das sich Halbgeschwister, Spender und Kinder finden können?
  5. Wieso sprecht ihr nicht auch für Kinder aus einer Eizellspende?
  6. Was macht ihr eigentlich konkret im Verein?

II. Fragen von Eltern

      1. Ich möchte ein Kind per Samenspende bekommen, findet Ihr das okay?
      2. Was haltet ihr davon, wenn lesbische Paare ein Kind mit Samenspende bekommen?
      3. Wir haben unseren Sohn mit einer Samenspende bekommen und überlegen jetzt, ob wir ein weiteres Kind bekommen sollen. Würdet ihr sagen es hilft einem Spenderkind, ein Geschwisterkind zu haben, das diese Zeugungsart mit ihm teilt?
      4. Ist es für Spenderkinder wichtig, Geschwister zu haben, die von demselben Spender abstammen?
      5. Was haltet ihr von Samenspenden durch Familienmitglieder oder Freunde?
      6. Was kann ich machen, um die Daten des Spenders für mein Kind zu sichern?
      7. Ist es nicht am besten für Kinder aus einer Samenspende, nie davon zu wissen? So sind sie Teil einer ganz normalen Familie.
      8. Verstört es Kinder nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie mit ihrem Vater nicht genetisch verwandt sind und aus einer Samenspende stammen?
      9. Ich habe meine inzwischen erwachsene Tochter durch eine Samenspende bekommen, sie weiß nichts davon. Nachdem ich Eure Internetseite gelesen habe, würde ich es ihr gerne sagen, aber ich habe Angst vor ihrer Reaktion.
      10. Meine Schwester und ihr Mann haben ihre fünfzehnjährige Tochter mit einer Samenspende bekommen. Einige Familienmitglieder wissen davon, aber meine Nichte weiß es nicht. Ich finde das Verschweigen ihr gegenüber unfair, soll ich sie aufklären?
      11. Wünscht ihr Euch manchmal, ihr hättet nie erfahren, durch eine anonyme Samenspende gezeugt worden zu sein?

III. Allgemeine Fragen

      1. Wie sollte Samenspende Eurer Meinung nach rechtlich geregelt werden?
      2. Wieso ist es so wichtig für euch, den Spender kennenzulernen?
      3. Was erwartet ihr von dem Spender?
      4. Ist die soziale Elternschaft nicht viel wichtiger als die genetische?
      5. Der Spender wollte doch damals nur helfen und hat sich darauf verlassen, dass er anonym bleiben kann.
      6. Ist es nicht zu viel verlangt vom Spender, dass er mit mehreren leiblichen Kindern Kontakt aufnimmt? Er könnte jetzt selbst eine Familie haben.
      7. Warum seid ihr nicht glücklich, dass es Samenspenden gibt? Ohne diese wärt ihr nie geboren worden.
      8. Wenn die Spender nicht mehr anonym sein können, wird die Zahl der Spender sinken und kinderlose Paare können sich ihren Lebenstraum nicht mehr erfüllen.
      9. Warum möchtet ihr, dass die Zahl der durch einen Spender gezeugten Kinder ausdrücklich auf zehn begrenzt wird?
      10. Der Spender möchte wahrscheinlich keinen Kontakt zu Euch, sonst hätte er sich doch schon gemeldet. Welchen Sinn macht es daher, nach ihm zu suchen?
      11. Was haltet ihr von Registern, über die sich Spender und die Spenderkinder finden können, als Antwort auf die Bedürfnisse von Spenderkindern?
      12. Interessiert ihr euch nicht nur deswegen für den Spender bzw. kritisiert den momentanen Umgang mit Samenspende, weil ihr aus “zerrütteten Familien” kommt?
      13. Der Großteil der Spenderkinder hat an dieser Entstehungsweise wahrscheinlich nichts auszusetzen und möchte nur nicht an die Öffentlichkeit gehen.

IV. Fragen zu Family Finder

      1. Seid ihr an Family Tree DNA beteiligt?
      2. Schützt Family Tree DNA meine Privatsphäre?
      3. Was ist der Vorteil an Family Finder?
      4. Findet ihr es nicht unheimlich, genetische Daten an ein Unternehmen herauszugeben?
      5. Ich möchte den Family Finder Test bestellen, was muss ich machen?
      6. Ich habe den Test bestellt, wie geht es weiter?
      7. Was passiert, wenn ich den Test zurück in die USA geschickt habe?
      8. Wie finde ich jetzt meine Ergebnisse und was bedeuten sie?

I. Fragen von Spenderkindern

Ich bin auch mit einer Samenspende gezeugt worden. Weswegen sollte ich mich bei euch melden?

Du solltest Dich auf jeden Fall bei uns melden, wenn Du Dich dafür interessierst, Halbgeschwister oder den Spender zu finden, oder wenn Du Kontakt zu anderen in Deiner Situation haben möchtest. Wir sind nicht nur ein politisch arbeitender Verein, sondern möchten vor allem auch Kontakt unter Spenderkindern vermitteln. Wir können Dir sagen, ob wir andere Spenderkinder oder sogar Spender von dem Reproduktionsmediziner Deiner Eltern kennen und sammeln außerdem Informationen über Ärzte und Kliniken. Für viele von uns waren Gespräche mit anderen Betroffenen besonders bereichernd. Wir treffen uns einmal im Jahr und es gibt auch regionale Treffen.

Neben diesem persönlichen Austausch haben wir natürlich auch politische Ziele: wir möchten, dass bei der Kinderwunscherfüllung mit Hilfe von Dritten stärker die Rechte und Interessen der betroffenen Kinder berücksichtigt werden. Dabei möchten wir die Gefühle und Erfahrungen möglichst vieler Spenderkinder kennenlernen und berücksichtigen. Besonders freuen wir uns daher auch über Kontakt zu Menschen, die durch eine Eizellspende, Embryonenadoption oder Leihmutterschaft entstanden sind.

Welche Such- und Kontaktmöglichkeiten gibt es für Spenderkinder?

Die einfachste Möglichkeit, Kontakt zu anderen Spenderkindern aufzunehmen, ist über unseren Verein. Wir können Dir sagen, ob wir bereits andere Spenderkinder von der Reproduktionsklinik Deiner Eltern kennen, und können Dich auch benachrichtigen, wenn wir durch andere Spenderkinder derselben Klinik kontaktiert werden. Außer uns gibt es in Deutschland noch das so genannte DI-Netz, bei denen sich jedoch vor allem Eltern mit ihren minderjährigen Kindern organisieren.

Eine weitere Möglichkeit, nach dem Spender und Halbgeschwistern zu suchen, ist die Teilnahme an einem DNA-Test. Wir benutzen den US-amerikanischen DNA-Test Family Finder zur Suche (siehe hierzu die letzte Sektion der FAQ) und viele unserer Mitglieder sind dort registriert. Vor allem US-amerikanische Spenderkinder nutzen jedoch auch die Tests 23andme und Ancestry.

Außerdem gibt es noch englischsprachige soziale Netzwerke, bei denen man mit einer Spendernummer oder der Reproduktionsklinik Kontakt zu anderen Spenderkindern aufnehmen kann. DonorChildren ist ein noch relativ neues Netzwerk, das kostenlos ist und selbst von einem US-amerikanischen Spenderkind betrieben wird. Das von der US-amerikanischen Spenderkind-Mutter Wendy Kramer betriebene DonorSiblingsregistry hat mehr Teilnehmer, kostet allerdings auch eine Registrierungsgebühr von 175 USD (oder 75 USD pro Jahr). Zuletzt gibt es noch das kostenlose DONOR OFFSPRING/PARENT REGISTRY, das aber nur eine Basis-Suchfunktion anbietet.

Ich würde gerne erfahren, wer mein Spender war. Was kann ich machen?

Du solltest einen höflichen Brief an den Arzt oder die Klinik schreiben, bei der die Samenspende durchgeführt wurde und sie zur Herausgabe der Daten auffordern. In dem Brief sollte deutlich werden, dass es Dein Recht ist, diese zu erhalten (zum Beispiel unter Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1989 bzw. des OLG Hamm vom 6.2.2013), und was es für Dich persönlich bedeuten würde. Einige unserer Mitglieder haben inzwischen die Daten ihres Spenders erhalten. Der Arzt muss die Auskunft kostenlos geben (so das Urteil des OLG Hamm vom 6.2.2013). Wir helfen gerne weiter bei der Formulierung eines entsprechenden Schreibens. Wenn Du eine ablehnende Antwort erhältst, kannst Du rechtlich gegen die Klinik vorgehen. Selbst wenn Du mit einer Ablehnung rechnest, ist es wichtig, sich überhaupt zu melden, denn dann können diese Ärzte nicht weiter behaupten, dass diese Informationen uns Spenderkinder gar nicht interessieren.

Wenn es die Klinik oder den Arzt nicht mehr gibt, kannst Du versuchen ehemalige Angestellte oder Verwandte ausfindig zu machen, um mehr Informationen zu erhalten. Auch wenn der Arzt nicht mehr praktiziert und die Praxis nicht mehr besteht, müssen Behandlungsdaten weiter sicher aufbewahrt werden.

Weswegen macht ihr nicht ein eigenes Register wie das donorsiblingsregistry in den USA, über das sich Halbgeschwister, Spender und Kinder finden können?

Wir haben sehr lange überlegt, ein eigenes Register aufzubauen, haben es aber aus mehreren Gründen nicht getan. Zum einen erfordert ein eigenes Register ein Maß an zeitlichem Engagement, das niemand von uns aufbringen konnte. Da es um genetische Daten geht, hätten wir einen sehr hohen Sicherheitsstandard garantieren müssen. Darüber hinaus waren wir unsicher, welche Testmethode wir anwenden sollten. In Deutschland gibt es nur verschiedene STR-Tests, die aber für Geschwistertests fehleranfällig sind. Außerdem hätten wir die Datenbank von null aufbauen müssen und haben befürchtet, dass uns Spender nicht als neutral sehen würden. Zuletzt gab es rechtliche Risiken. Deswegen benutzen wir seit Dezember 2011 den Family Finder Test der amerikanischen Firma Family Tree DNA (FTDNA), um Halbgeschwister und Spender zu finden. 2013 hatten wir die ersten Spender – Spenderkind- und Halbgeschwistertreffer!

Wieso sprecht ihr nicht auch für Kinder aus einer Eizellspende?

Unter uns Spenderkindern befindet sich niemand, der mit einer Eizellspende gezeugt wurde. Wir können uns vorstellen, dass Eizell-Spenderkinder sich in der selben Lage wie wir befinden; einer unserer Elternteile ist nicht der genetische, viele Eltern verschweigen den Kindern ihre Zeugungsweise, und die rechtliche Lage ist in Deutschland ungünstig, da die Eizellspende verboten ist und nur im Ausland durchgeführt werden kann, wo es nur in wenigen Ausnahmen offene Spenden gibt. Aber wir möchten nicht für eine Gruppe sprechen, von denen niemand unter uns ist. Grundsätzlich sind wir offen dafür, mit Eizellspende gezeugte Menschen aufzunehmen – denn auch sie sind Spenderkinder. Und natürlich können sich auch Eizellspende-Eltern gerne mit Fragen bei uns melden.

Was macht ihr eigentlich konkret im Verein Spenderkinder?

Ein großer Teil unserer Arbeit besteht aus Öffentlichkeitsarbeit und Information, insbesondere über unsere Internetseite. Wir wirken an Filmen, Radiobeiträgen und Zeitschriftenartikeln mit, führen Gespräche mit Politikern, Wissenschaftlern und Schriftstellern und werben für unsere Ziele bei Politikern und Ministerien. Ein weiterer Teil unserer Arbeit ist Austausch, insbesondere untereinander. Insbesondere beraten wir unsere Mitglieder bei der Suche nach mehr Informationen über ihren Spender. Wir stehen außerdem in Kontakt zu der Elternorganisation DI-Netz und einigen fortschrittlich denkenden Ärzten und Ärztinnen und Samenspendern. Die alltägliche Arbeit besteht aus der Betreuung von neuen Mitgliedern, der Beantwortung von E-mails von anderen Spenderkindern, Eltern und Spendern und dem Schreiben von Artikeln für die Internetseite. Mindestens einmal im Jahr treffen wir uns außerdem an wechselnden Orten in Deutschland. Unsere Mitglieder müssen aber nicht unbedingt aktiv sein. Jeder übernimmt so viel wie er oder sie schafft, oft tauschen wir uns auch nur untereinander aus und manche freuen sich einfach nur, diesen Austausch mitzuerleben.

Von Eltern

Ich möchte ein Kind per Samenspende bekommen, findet Ihr das okay?

Unser Verein spricht sich nicht generell gegen Samenspenden aus. Uns ist wichtig, dass Eltern und Ärzte das Recht von Spenderkindern auf Kenntnis ihrer Abstammung beachten und dass die Eltern selbstbewusst mit der Entscheidung für eine Samenspende umgehen. Das bedeutet auch, dass sie die Herausforderungen reflektieren, die diese Form der Familienbildung mit sich bringt. Hierfür empfehlen wir insbesondere den Kontakt zu Eltern-Betroffenenorganisationen wie DI-Netz. Eltern sollten sich insbesondere folgende Gedanken machen:

  • Stehen beide Partner hinter der Entscheidung für eine Samenspende oder hat der Mann möglicherweise aus Schuldgefühlen oder Verlustängsten zugestimmt?
  • Haben die Partner die Trauer verarbeitet, kein genetisch gemeinsames Kind bekommen zu können und sehen eine Samenspende nicht als Ersatz, sondern als eine alternative Form der Familiengründung?
  • Kann der eine Elternteil zu seiner Unfruchtbarkeit stehen?
  • Kann der unfruchtbare Partner ein genetisch nicht eigenes Kind annehmen oder ist ihm gerade diese Verbindung wichtig? Würdet ihr als Paar dies auch im Fall einer Trennung so sehen?
  • Respekt vor der Würde des Kindes bedeutet auch, es nicht zu belügen. Seid ihr bereit, dem Kind von Anfang an die Wahrheit über seine Zeugungsweise sagen?
  • Könnt ihr als Paar offen mit der Samenspende umgehen und auch Familie und Freunden davon erzählen? Macht es euch etwas aus, wenn euch das Kind später einmal ungeplant outet?
  • Mit der Entscheidung für die Familienbildung durch Samenspende nimmt der Spender unabänderlich einen ganz existenziellen Platz im Familiengefüge ein. Könnt ihr akzeptieren, dass auch der Spender eine Rolle im Familiengefüge hat, das Kind sich später vielleicht einmal für ihn interessiert und ihn kennenlernen möchte?
  • Kann der soziale Vater verkraften und sich eine gelassene Reaktion vorstellen, wenn das Kind in der Pubertät sagt: Du bist gar nicht mein Vater?

Was haltet ihr davon, wenn lesbische Paare ein Kind mit Samenspende bekommen?

Auch für lesbische Paare gilt, dass sie gegenüber dem Kind offen mit der Zeugung durch Samenspende umgehen sollten. Insbesondere sollten sie aber das Recht ihres Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung achten und akzeptieren, dass auch der Spender eine Rolle im Familiengefüge hat und dass das Kind später die Identität des Spenders herausfinden kann, wenn es das möchte. Das ist insbesondere bei anonymen Samenspenden in Dänemark nicht der Fall. Inzwischen gibt es auch in Deutschland Samenbanken, die Samenspenden an lesbische Paare vermitteln und bei denen dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung Rechnung getragen wird. Viele von uns würden es begrüßen, wenn ein Kind auch eine männliche Bezugsperson hat. Dies kann ein Freund, ein Familienmitglied oder auch ein offener Spender sein.

Wir haben unseren Sohn mit einer Samenspende bekommen und überlegen jetzt, ob wir ein weiteres Kind bekommen sollen. Würdet ihr sagen es hilft einem Spenderkind, ein Geschwisterkind zu haben, das diese Zeugungsart mit ihm teilt?

Unserer Meinung nach sollten die Eltern die Entscheidung nur davon abhängig machen, ob sie sich tatsächlich beide ein zweites Kind wünschen und weniger das zweite Kind nur in seiner Funktion als „Geschwisterchen“ sehen, das dem ersten Kind helfen könnte. Vermutlich hat das erste Kind über die Samenspende ohnehin Halbgeschwister, mit denen es seine Entstehungsgeschichte teilt und die es vielleicht einmal kennenlernt, wenn er später Kontakt zum Spender aufnimmt. Wenn es den Eltern darum geht, dass das Kind nicht „alleine mit seinem Schicksal“ ist, gibt es die Möglichkeit zu Treffen mit anderen Spenderkinder-Familien. Kontakt zu diesen kann über DI-Netz oder DI-Familie hergestellt werden.

Ist es für Spenderkinder wichtig, Geschwister zu haben, die von demselben Spender abstammen?

Unsere Mitglieder haben teilweise sowohl Geschwister vom selben Spender wie auch Geschwister, die von einem anderen Spender abstammen. Wenn es möglich ist, denselben Spender zu nehmen, würden die meisten von uns das bevorzugen. Lernt ein Kind später den Spender kennen, weiß auch das andere Bescheid. Falls die Wahl des selben Spenders aber nicht möglich oder eher ungünstig ist – zum Beispiel weil die Eltern sich ansonsten übereilt entscheiden müssten, ob sie ein weiteres Kind mit einer Samenspende bekommen möchten – hat keines unserer Mitglieder Probleme damit gehabt, „nur halb“ mit seinem Geschwisterkind verwandt zu sein.

Was haltet ihr von Samenspenden durch Familienmitglieder oder Freunde?

In unserem Verein gibt es keine Spenderkinder, die aus privaten Samenspenden durch männliche Verwandte oder Freunde entstanden sind. Bei Spenden innerhalb der Familie oder durch Freunde hat das Kind die Möglichkeit, von Anfang an den Spender-Elternteil zu kennen. Das wird dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung gerecht und das halten wir für positiv.
Schwierigkeiten können sich jedoch in der Familiendynamik ergeben. Bei einer Samenspende durch den Bruder wäre dieser der biologische Vater des Kindes mit der sozialen Rolle eines Onkels. Über das Kind gäbe es eine Verbindung zwischen der Mutter und dem Bruder des Mannes. Hat der Bruder oder der Freund bereits Kinder, wären diese die biologischen Halbgeschwister des Kindes.

Erforscht werden müssen insbesondere die Motive des Bruders oder Freundes, sich als Samenspender anzubieten. Fühlt er sich hierzu vielleicht moralisch verpflichtet? Würde er sich möglicherweise gegenüber dem Kind doch auch als sozialer Vater fühlen? Ist ihm bewusst, dass er durch seine Rolle als genetischer Vater auch eine gewisse Verantwortung gegenüber dem Kind übernimmt? Wie würden er und der soziale Elternteil mit einem gesteigerten Interesse durch das Kind zurecht kommen? Es ist immer auch möglich, dass ein Kind mit Behinderungen oder Gendefekten auf die Welt kommt. Wie würde sich der Bruder des Mannes oder der Freund damit fühlen? Hierüber sollte ausführlich und in Ruhe gesprochen und nachgedacht werden.

Eine Einschätzung, ob ein Kind besser damit zurecht kommt, wenn sozialer und biologischer Vater verwandt oder den Eltern bekannt sind, können wir nicht geben. Die Familienkonstellation mit Geschwistern oder Freunden als Spender besitzt viel Spannungspotenzial. Das heißt aber nicht, dass die andere Situation für das Kind besser sein muss. Letztlich müssen Eltern und Spender selbst eine Entscheidung treffen, deren Konsequenzen Sie verantworten können.

Was kann ich machen, um die Daten des Spenders für mein Kind zu sichern?

Du solltest die Klinik oder den Arzt im Namen des Kindes auffordern, die Daten an einen Notar herauszugeben, wo sie für Dein Kind aufbewahrt werden und es ab einem bestimmten Alter die Herausgabe fordern kann. Samenbanken, die von sich aus eine Hinterlegung bei einem Notar anbieten, sind zum Beispiel die Samenbank Erlangen und die Berliner Samenbank.

Wir raten davon ab, Ärzten oder Kliniken zu vertrauen, dass sie die Daten aufbewahren. Obwohl sie hierzu gesetzlich verpflichtet sind, kann es trotzdem Probleme bei der Herausgabe an das Kind geben. Daher sollte die Verwahrung bei einen Notar auch gefordert werden, wenn es Spenderdaten nach dem Inkrafttreten des Gewebegesetzes im Jahr 2007 mit einer dreißigjährigen Aufbewahrungsfrist betrifft. Aus unseren Erfahrungen passieren bei Reproduktionskliniken oft seltsame Dinge – Daten werden direkt vernichtet, es gibt ein Feuer, einen Wasserschaden oder die Daten gehen bei einem Umzug verloren. Bei einem Notar sind sie wesentlich sicherer und außerdem auch an einem neutralen Ort.

Ist es nicht am besten für Kinder aus einer Samenspende, nie davon zu wissen? So sind sie Teil einer ganz normalen Familie.

Nein. Wenn die Eltern sich für eine Familienbildung mit Hilfe eines Samenspenders entscheiden, dann ist das immer noch eine besondere Familienform, die eben nicht der Normalität entspricht. Sie ändert auch nichts an der Unfruchtbarkeit des Mannes, die weiterhin bestehen bleibt. Familienbildung durch Samenspende zu „normalisieren“ birgt die Gefahr, die besondere Herausforderung, die sie für alle Beteiligten darstellt, zu bagatellisieren. Auch wenn die Eltern dem Kind seine Entstehungsweise verheimlichen, wissen sie doch um die Beteiligung des „unbekannten Dritten“. Ab der Entscheidung für die Samenspende hat der Spender einen Platz im Familiensystem und wirkt auf die Familiendynamik ein. Außerdem kann die Zeugung durch eine Samenspende immer auch später durch einen unglücklichen Zufall herauskommen. Freunde oder Verwandte können es aus Versehen sagen, die Blutgruppe stimmt nicht überein, oder das Kind hat aus anderen Gründen eine Vermutung. Eine solche unfreiwillige Aufklärung kann zu einem tiefen Vertrauensbruch zwischen Spenderkind und Eltern führen. Auch ist es unserer Erfahrung nach umso schwieriger, mit der Zeugung durch Samenspende zurecht zu kommen, je später man davon erfährt.

Wir gehen davon aus, dass es am besten für eine Familie ist, wenn man offen mit der Entstehungsweise umgeht und auch über die daraus resultierenden Schwierigkeiten redet. Darüber hinaus sollten die Eltern wissen, dass Verschweigen auch aus rechtlicher Perspektive kritisch ist. Indem Eltern darüber entscheiden, was die Kinder über sich selbst wissen dürfen, missachten die Eltern die Persönlichkeitsrechte ihres Kindes. Denn sie achten das Recht ihres Kindes nicht, wenn sie ihnen solch fundamentales Wissen ihrer Existenz verschweigen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung, auch ein Spenderkind. Den meisten Menschen/Eltern ist Aufrichtigkeit als wesentlicher Wert eines vertrauensvollen Zusammenlebens wichtig. Durch das Verschweigen und Belügen wird Spenderkindern aberkannt, dass sie den gleichen moralischen Wert haben und die gleiche moralische Achtung verdienen. Ihnen wird nicht das gleiche Ausmaß an Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Mündigkeit entgegengebracht, das andere erwarten und für sich selbst im sozialen Umgang beanspruchen. Das Vertrauen, das die Kinder ihren Eltern entgegenbringen, wird dadurch gegen sie verwendet.

Verstört es Kinder nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie mit ihrem Vater nicht genetisch verwandt sind und aus einer Samenspende stammen?

Das kommt einerseits auf das Alter bei der Aufklärung und die Art der Aufklärung an. Wir denken, dass es am besten ist, davon so früh wie möglich zu erfahren. Verschiedene Studien1 und unsere Erfahrung haben gezeigt, dass Kinder am besten mit der Situation zurechtkommen, wenn sie früh (etwa bis zum Kindergartenalter) über ihre Entstehungsweise aufgeklärt werden und es somit in ihrer Erinnerung keinen Zeitraum gibt, in dem sie nicht davon wussten. Das entspricht auch dem empfohlenen Aufklärungszeitraum bei Adoption. Das Kind wächst idealerweise mit dem Wissen um seine Entstehungsweise auf. Die Kinder können dieses Wissen dann in ihre Identitätsentwicklung integrieren. Bei späterer Aufklärung bzw. einer unfreiwilligen Aufklärung im Erwachsenenalter ist das Kind viel stärker herausgefordert, weil es seine Identität bis zu diesem Zeitpunkt auf ein anderes Fundament gebaut hatte, das durch die neue Information komplett umgebaut werden muss. Für die kindgerechte Darstellung gibt es inzwischen auch Bücher, die wir unter “Links und Literatur” aufzählen.

Eine weitere Befürchtung vieler Eltern ist die, dass sich die Aufklärung negativ auf die Beziehung des Kindes zum sozialen Vater auswirken könnte. Das muss aber, genau wie bei Adoptivkindern, nicht der Fall sein. Voraussetzung ist, dass eine soziale Beziehung zwischen Vater und Kind besteht, die aktiv aufgebaut werden muss und nicht selbstverständlich besteht. Wird versäumt, diese Beziehung aufzubauen, besteht anders als in “normalen” Familien keine biologische Verbindung als unausweichliche Bindung. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich der soziale Vater aktiv mit seiner Situation und damit, wie er seine Vaterrolle füllen möchte, auseinandersetzt und eine soziale Beziehung aufbaut.

Wenn die Eltern selbstbewusst mit der Samenspende umgehen, wird auch das Kind gut damit umgehen können. Es wird nicht das Gefühl haben, dass es durch ein Verfahren gezeugt wurde, das den Eltern peinlich ist oder für das man sich schämen müsste.

Ich habe meine inzwischen erwachsene Tochter durch eine Samenspende bekommen, sie weiß nichts davon. Nachdem ich die Internetseite gelesen habe, würde ich es ihr gerne sagen, aber ich habe Angst vor ihrer Reaktion.

Wenn Du Deiner Tochter die Wahrheit sagst, zeigt das, dass Du ihre Würde achtest und dass Dir an einer aufrichtigen Beziehung zu ihr gelegen ist, in der Du ihr Vertrauen nicht länger missbrauchen möchtest. Für ihre Reaktion kommt auch stark auf die Art und Weise an, wie Du es ihr mitteilst. Versuch vorher, Dich in die Situation eines Menschen hineinzuversetzen, der eine solche Neuigkeit erfährt. Vielleicht kannst Du Dir ungefähr vorstellen, was einen in diesem Moment beruhigen würde. Unsere Ratschläge wären deswegen folgende: Versuche einfühlsam zu erklären, weswegen Du Dich für eine Samenspende entschieden hast und weswegen Du es so lange verheimlicht hast. Sag, dass Dir das Verheimlichen leid tut und Du eingesehen hast, dass dies nicht richtig war. Bezieh den anderen Elternteil mit ein und betone, dass genetische Verwandtschaft nicht ausschlaggebend für Elternschaft ist. Teil von Dir aus alles mit, was Du über die Klinik und den Spender weißt und sag Deiner Tochter, dass Du sie auf der Suche nach dem Spender unterstützen wirst, falls sie dies möchte.

Frag Deine Tochter nicht direkt, wie sie sich deswegen fühlt oder erwarte direkt, dass sie Dir vergibt. Du solltest akzeptieren, wenn sie wütend ist und erst einmal Abstand haben möchte. Wenn dem so ist, zeig Verständnis für diese Gefühle und bleibe gesprächsbereit. Versuche, Deine Gefühle immer wieder zu erklären. Wenn sie nicht mit Dir reden möchte, schreib einen Brief oder eine E-mail. Letztendlich kann man auf niemanden ewig wütend sein, der Fehler eingesehen hat und sich dafür entschuldigt. Es wird vielleicht erst einmal (nicht zwingend) eine nicht so schöne Zeit für Dich werden – aber Du wirst Dich dadurch auch befreit fühlen und die Möglichkeit für eine ehrliche und damit tiefere Beziehung schaffen.

Meine Schwester und ihr Mann haben ihre fünfzehnjährige Tochter mit einer Samenspende bekommen. Einige Familienmitglieder wissen davon, aber meine Nichte weiß es nicht. Ich finde das Verschweigen ihr gegenüber unfair, soll ich sie aufklären?

Wir denken, dass die Aufklärung idealerweise von den Eltern und nicht von Verwandten oder Freunden ausgehen sollte. Was Du aber tun könntest, um Deiner Nichte zu helfen, ist Deine Schwester darauf anzusprechen, dass Du ihr Verhalten gegenüber Deiner Nichte bevormundend findest und dass Deine Nichte ein Recht auf dieses Wissen hat. Vielleicht kannst Du sie mit dem Hinweis auf Betroffenenberichte von Spenderkindern wie auf unserer Internetseite überzeugen. Auch kannst Du sie darauf hinweisen, dass die Möglichkeit besteht, dass Deine Nichte es doch noch irgendwann unfreiwillig erfährt, wenn bereits einige Familienmitglieder davon wissen.

Wünscht ihr Euch manchmal, ihr hättet nie erfahren, durch eine anonyme Samenspende gezeugt worden zu sein?

Dieses Gefühl hat noch keines unserer Mitglieder geäußert. Die wenigsten Menschen möchten, dass ihnen wesentliche Tatsachen über ihr Leben verheimlicht werden. Indem eine Person (z.B. Eltern oder Ärzte) darüber entscheidet, was eine andere Person (z.B. erwachsene Spenderkinder) wissen darf, bevormundet sie den anderen Menschen. Wir sind erwachsene Menschen und wollen nicht bevormundet werden. Gegenseitiges Vertrauen ist für viele Menschen wichtige Beziehungsgrundlage. Wenn Eltern das Vertrauen ihrer Kinder in sie ausnutzen um ihnen in solch einem existenziellen Bereich falsche Tatsachen vorzuspielen, missbrauchen sie damit das Vertrauen ihrer Kinder. Dieser Vertrauensmissbrauch verletzt deshalb insbesondere Spenderkinder, die spät und/oder zufällig von ihrer Entstehung erfahren. Wir wünschen uns deshalb nicht keine, sondern eine frühe Aufklärung.

III. Allgemeine Fragen

Wie sollte Samenspende Eurer Meinung nach rechtlich geregelt werden?

Die Antwort hierzu steht unter Politische Forderungen.

Wieso ist es so wichtig für euch, den Spender kennenzulernen?

Weil es wichtig für unser Selbstbild und für unsere Identität ist. Wir möchten wissen, von wem wir genetisch abstammen, von wem wir vermutlich 50 % unserer Anlagen geerbt haben. Abstammung ist ein wichtiger Teil der Identitätsbildung. In den meisten, wenn nicht in allen Gesellschaften, werden die biologischen Verbindungen als wichtig angesehen. Das zeigt sich in der Wertschätzung physischer Ähnlichkeit zwischen Kindern und Eltern, die Verbindung und Familienkontinuität repräsentiert.2 Nicht zufällig interessieren sich so viele Menschen für Ahnenforschung. Auch in der Adoptionsforschung hat, man festgestellt, dass die Kenntnis der eigenen Abstammung wichtig sein kann, was deshalb für adoptierte Kinder dokumentiert wird.

Bei der Samenspende entscheiden Dritte, nämlich die Reproduktionsmediziner, die unzureichend dokumentieren, bzw. keine Informationen herausgeben, dass es für uns als entstandene Spenderkinder nicht wichtig sein darf und nicht möglich ist, zu erfahren, wer unser Erzeuger ist. Das ist eine Kompetenzüberschreitung der Mediziner und Bevormundung von uns als erwachsenen Menschen die wir nicht hinnehmen wollen.

Was erwartet ihr von dem Spender?

Wir erwarten keine Vater-Kind-Beziehung. Die meisten von uns haben einen sozialen Vater. Aber wir würden es sehr schätzen, wenn er uns einmal treffen und mit uns reden würde. Momentan kennen wir nur die eine Hälfte unserer Herkunft, unsere Mutter. Für unsere persönliche Identität wäre es hilfreich, auch die andere Hälfte zu kennen, um da, wo wir unsere Identität im Moment nur auf ein schwarzes Loch gründen, eine reale Person, unseren Erzeuger einfügen können.

Ist die soziale Elternschaft nicht viel wichtiger als die genetische?

Wir möchten gerne selbst überprüfen, ob wir soziale Elternschaft für wichtiger als genetische Verwandtschaft halten und dies nicht Ärzte oder unsere Eltern für uns entscheiden lassen. Dieses Recht steht nur uns zu, alles andere ist eine Bevormundung.

Man kann die Tatsache nicht einfach ausschließen, dass viele Anlagen vererbt werden und daher die Kenntnis der genetischen Abstammung sicherlich nicht allein, aber eben AUCH wichtig für die Identität eines Menschen ist. Für Adoptivkinder ist das schon lange anerkannt, ihre Eltern werden im Geburtsregister festgehalten und Adoptierte können ab dem Alter von 16 Jahren Einsicht nehmen.

Auch aus medizinischer Sicht kann es sehr aufschlussreich sein, zu wissen, welche Krankheitsgeschichte ein genetischer Elternteil und dessen Familie mitbringt, nicht nur im Fall von Knochenmarktransplantationen, sondern auch in anderen Bereichen um abzuschätzen, welche Neigungen und Risiken bestehen. Bei bestimmten Risiken wie Brustkrebs kann man dann zum Beispiel öfter zu Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Außerdem haben wir vermutlich Geschwister, die wir ebenfalls gerne kennenlernen würden.

Der Spender wollte doch damals nur helfen und hat sich darauf verlassen, dass er anonym bleiben kann.

Diese Sichtweise stellt die Interessen des Spenders und der Eltern über die von uns Kindern. Der Spender hat freiwillig und bewusst gespendet und sich damit selbst in diese Situation gebracht. Er wusste, dass durch ihn vermutlich Kinder entstehen. Wir Spenderkinder haben uns dagegen nicht ausgesucht, so geboren zu werden – und aus diesem Grund kann unsere Zeugungsart nicht dazu führen, dass wir weniger Recht haben. Im normalen Leben würde man einem Mann niemals zugestehen, er habe sich darauf verlassen, dass er anonym ein Kind zeugen könne. Verträge zu Lasten Dritter – was eine Anonymitätsvereinbarung ist – waren außerdem nach deutschem Zivilrecht schon immer nichtig.

Ist es nicht zu viel verlangt vom Spender, dass er mit mehreren leiblichen Kindern Kontakt aufnimmt? Er könnte jetzt selbst eine Familie haben.

Wir wünschen uns nur einen kurzen Kontakt und möchten das Familienleben des Spenders nicht stören. Wir würden uns aber freuen, wenn er zu seiner Vergangenheit als Spender stehen würde, auch vor seiner Familie. Denn es ist nichts ehrenrühriges, und wir sind freundliche Menschen und keine Bedrohung.

Wir gehen außerdem davon aus, dass ein Treffen des Spenders für uns sowie auch für ihn ein interessantes und vielleicht auch schönes Erlebnis sein könnte. Es gibt erste Berichte aus den USA und den Niederlanden über solche Treffen, in denen die Spender erzählt haben, dass es eine wichtige Erfahrung für sie war.3

Warum seid ihr nicht glücklich, dass es diese Methode gibt? Ohne diese wärt ihr nie geboren worden.

Wir sind nur gegen die Umstände unserer Zeugung durch Samenspende, nämlich die Anonymität der Spender und den nicht-offenen Umgang mit dieser Zeugungsart. Es ist eine nicht bewiesene Annahme, dass der Spender nur unter der Zusicherung von Anonymität zu einer Spende bereit war. Davon abgesehen ist die Logik dieser Frage/Unterstellung schief. Auch aus etwas Schlechtem – einer anonymen Samenspende – kann etwas Gutes, nämlich wir, entstehen. Kinder, die durch eine Vergewaltigung entstanden sind, müssen sich auch nicht darüber freuen, dass ihre Mutter vergewaltigt wurde.

Wenn die Spender nicht mehr anonym sein können, wird die Zahl der Spender sinken und kinderlose Paare können sich ihren Lebenstraum nicht mehr erfüllen.

Diese Annahme wird immer wieder geäußert, ist aber widerlegt. In Länder wie Schweden, Österreich und England sind anonyme Samenspenden nicht erlaubt und es gibt trotzdem noch genügend Spender.4 Auch nach dem Urteil des OLG Hamm vom 6. Februar 2013, das auch ein Spenderkind ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung in Deutschland hat, hat die Zahl der Spender in Deutschland nicht abgenommen. Entscheidend ist, dass die Spender nicht zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden können. Wenn der Spender wirklich nur kinderlosen Paaren helfen möchte, dann sollte er sich auch über die Gelegenheit freuen können, 18 Jahre später dem durch ihn gezeugtem Kind helfen zu können, indem er einem kurzen Kontakt zustimmt.

Davon abgesehen sind Kinder kein Mittel, um einen Lebenstraum zu erfüllen. Sie sind eigenständige Personen mit eigenen Wünschen und Rechten. Es ist zynisch zu sagen, dass die Rechte der zukünftigen Kinder verletzt werden dürfen, nur damit die Eltern nicht kinderlos bleiben.

Warum möchtet ihr, dass die Zahl der durch einen Spender gezeugten Kinder ausdrücklich auf zehn begrenzt wird?

Eine Begrenzung auf zehn Kinder minimiert die Wahrscheinlichkeit, dass eine/r von uns eine sexuelle Beziehung mit einem genetischen Halbgeschwisterkind eingeht. Inzest ist in Deutschland strafbar, und eine solche Handlung würde auf jeden Fall den objektiven Tatbestand erfüllen. Falls Kinder aus einer solchen Verbindung hervorgehen, haben sie ein höheres Risiko von Erbkrankheiten. Schätzungen zufolge ist bei einer Zahl von zwischen 10 und 15 durch einen Samenspender gezeugten Kindern die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass sie zufällig aufeinander treffen. Auch wenn die Anonymität der Spender aufgehoben wird (wofür wir ja eindeutig sind), würden wohl nicht alle Eltern ihren derart gezeugten Kindern die Wahrheit sagen. Deswegen kann es auch dann immer noch passieren, dass durch den gleichen Spender gezeugte Kinder sich verlieben.

Davon abgesehen sollte es im Idealfall ja so sein, dass der Spender sich zumindest so weit verantwortlich fühlt, dass er das durch ihn gezeugte Kind auf dessen Wunsch ein Mal (!) trifft. Je mehr Kinder aber durch ihn gezeugt werden, desto weniger kann man das erwarten. Denn wer möchte schon 100 solcher Treffen haben.

Ein weiteres Argument ist, dass ein Mann im normalen Leben wohl auch kaum mehr als diese Kinderzahl bekommen würde. Einige von uns haben vermutlich sehr viele Halbgeschwister, weil die Kliniken eine solche Begrenzung früher nicht hatten und auch heute schwierig kontrollieren können. Für uns ist es ein sehr seltsames Gefühl, vermutlich so viele Halbgeschwister zu haben. Wir würden sie gerne kennenlernen. Aber gleichzeitig bekommt man so das Gefühl, aus einer Massenproduktion zu kommen.

Nicht zuletzt ist es auch im Sinne der Spender, dass sie wissen, worauf sie sich einlassen. Viele Spender wissen überhaupt nicht, wie viele Kinder durch sie entstanden sind – das ist auch eigentlich nicht fair, denn wenn sie schon anderen helfen, sollten sie doch auch über die Erfolge Bescheid wissen.

Der Spender möchte wahrscheinlich keinen Kontakt zu Euch, sonst hätte er sich doch schon gemeldet. Welchen Sinn macht es daher, nach ihm zu suchen?

Der Spender hat von sich aus gar keine Möglichkeit, sich bei uns zu melden, weil er gar nicht weiß, aus welchen seiner Spenden Kinder entstanden sind und wie viele Kinder er gezeugt hat. Vielleicht hat er auch noch nicht von unserem Verein gehört oder denkt nicht, dass durch ihn gezeugte Kinder unter uns sind. Außerdem musste er sich auch verpflichten, genau wie umgekehrt die Eltern, keine Nachforschungen anzustellen um die Anonymität zu wahren. Studien5 haben außerdem ergeben, dass selbst eine beträchtliche Anzahl von Spendern, die von einer anonymen Spende ausgegangen sind, inzwischen zu einem Kontakt bereit wären.

Was haltet ihr von Registern, über die sich Spender und die Spenderkinder finden können, als Antwort auf die Bedürfnisse von Spenderkindern?

Wir finden diese Register sehr gut und nutzen mit dem DNA-Test Family Finder des US-amerikanischen Unternehmens FTDNA einen solches Register, um unsere Spender und Halbgeschwister zu finden. Ein solches Register ist aber eher eine Milderung des Verlusts von Spenderkindern, die zu eine Zeit gezeugt wurden, als ihre Rechte nicht berücksichtigt wurden. Da die Eintragung der Spender freiwillig ist, kann ein Register kein Ersatz für eine rechtliche Regelung von Samenspende sein.

Interessiert ihr euch nicht nur deswegen für den Spender suchen bzw. kritisiert den momentanen Umgang mit Samenspende, weil ihr aus „zerrütteten Familien“ kommt?

Hierbei handelt es sich um eine Schutzbehauptung, um sich nicht näher mit unserer Meinung als direkt Betroffenen auseinandersetzen zu müssen. Kein Außenstehender kennt unsere Familien so gut, dass er sich ein Urteil erlauben könnte. Im Grunde geht es bei dem Vorwurf (wieder mal) um die Rechtfertigung unseres Bedürfnisses der Kenntnis der eigenen Abstammung kombiniert mit dem Vorwurf, dass wir uns ohne Selbstreflektion von unterdrückten Gefühlen und Wünschen leiten ließen.

Eine Umfrage unter uns Spenderkindern im Februar 2011, an der sich ein Drittel unserer Mitglieder beteiligt hat, ergab, dass bei etwas mehr als die Hälfte die Eltern getrennt oder geschieden sind. Als zerrüttet würde aber nur ein Drittel die eigene Familie einordnen und betont, dass dies auch an anderen Faktoren als der Samenspende liegen würde. Auch diejenigen, die ihre Familie als zerrüttet einordnen würden, meinen aber, dass dies nichts mit ihrem Wunsch zu tun hat, wissen zu wollen, wer der Spender war. Einhellig alle betonen, dass es hierbei um den Wunsch geht, mehr über sich selbst zu erfahren und den Menschen, von dem wir die Hälfte unserer Anlagen geerbt haben, und dass ihr Interesse alleine dadurch geweckt wurde, dass eine weitere Person an unserer Zeugung beteiligt war.

Davon abgesehen ist unklar, was der Begriff „zerrüttete Familien“ überhaupt bedeuten soll – Probleme, viele Probleme, getrennt oder geschieden? Nicht zuletzt könnten einige Spenderkinder-Familien gerade deswegen zerrüttet sein, weil die Samenspende lange Zeit ein Familiengeheimnis war. Wenn es einen Hintergrund gibt, der uns alle verbindet, dann eher, dass wir alle nachdenkliche Menschen sind.

Der Großteil der Spenderkinder hat an dieser Entstehungsweise wahrscheinlich nicht auszusetzen und möchte nur nicht an die Öffentlichkeit gehen.

Dass es einen Großteil von Spenderkindern gibt, der mit den momentanen Umständen von Samenspende einverstanden ist, ist reine Spekulation und kann schon deswegen kein Argument sein. Es handelt sich dabei nur um einen wenig überzeugenden Begründungsversuch, weswegen man unsere Erfahrungen und Forderungen nicht ernst nehmen müsse. Wir vermuten eher, dass immer noch zu viele Spenderkinder überhaupt nichts von ihrer Zeugungsart wissen. Im Übrigen hat sich bisher kein einziges Spenderkind bei uns gemeldet, das unsere Arbeit ablehnt.

IV. Fragen zu Family Finder

Seid ihr an Family Tree DNA beteiligt?

Wir sind weder gesellschaftsrechtlich an Family Tree DNA, dem Unternehmen die den Family Finder Test anbieten, beteiligt noch bekommen wir eine Vermittlungsprämie. Wir halten Family Finder für einen Service, den wir gut für unsere Zwecke einsetzen können, nach Verwandten zu suchen, aber haben keinen Einfluss auf das Unternehmen.

Schützt Family Tree DNA meine Privatsphäre?

Family Finder geht die vertragliche Verpflichtung ein, keine Daten an Dritte herauszugeben. Diese Verpflichtung ist auch in den USA bindend, und bei Verbrauchertäuschung ist es nicht ungewöhnlich, dass Bundesbehörden eingreifen. Darüber hinaus ist FTDNA aber ein Unternehmen, das vom Vertrauen der Teilnehmer lebt, denn wenn sie tatsächlich Daten herausgeben würden, dann würde sich niemand mehr registrieren.

Wer seine Privatsphäre aber stärker schützen möchte, kann folgende Maßnahmen ergreifen:
– den Test an die Adresse von Freunden schicken lassen;
– Familie oder Freunde den Test bezahlen lassen;
– einen anderen Namen angeben (die Identität wird nie überprüft);
– nur den Anfangsbuchstaben des Vornamens angeben.

Solltest Du Deine persönliche Adresse angegeben haben, kannst Du sie später jederzeit in Deinem Profil unter den persönlichen Angaben löschen. Du kannst auch sehr genau bestimmen, welche Informationen andere Mitglieder der Datenbank von Dir sehen können.

Was ist der Vorteil an Family Finder?

Family Finder ist ein so genannter autosomaler DNA Test, bei dem die Basenpaare verglichen werden, aus der die DNA aufgebaut wird. Diese relativ neue Testart ermöglicht wesentlich genauere Bestimmungen von Verwandtschaftsbeziehungen, da bis zu 500.000 Allele getestet werden. Herkömmliche DNA Tests, die zum Beispiel in Deutschland für gerichtliche Vaterschaftstests benutzt werden, testen dagegen die so genannten STR (short tandem repeats), und davon nur zwischen 12 und 35. Diese Tests geben leider bei der Frage, ob zwei Personen Halbgeschwister sind, nur sehr ungenaue Ergebnisse.

Family Finder ist inzwischen mit 99 US-Dollar ein relativ günstiger Test. Der Preis beinhaltet den Test selbst und die dauerhafte Nutzung der Datenbank, in der man mit allen bereits bestehenden und neu dazukommenden Mitgliedern auf Verwandtschaft abgeglichen wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass es sich bei Family Finder um ein unabhängiges Unternehmen handelt, das zu unserem Verein keinerlei Beziehungen hat. Wer möchte, kann also seine Privatsphäre weiterhin gut schützen.

Einen mit Family Finder vergleichbaren deutschen Test gibt es nicht. Nicht verschweigen möchten wir aber, dass es zwei andere US-amerikanische Tests gibt, die von der Testart und dem Preis mit Family Finder vergleichbar sind: 23andme und Ancestry. Viele US-amerikanische Spenderkinder sind bei allen drei Tests eingetragen – für sie ist das auch sinnvoll, da bei diesen Tests viele US-Amerikaner teilnehmen. Für uns ergibt es aber Sinn, uns auf einen Test festzulegen und diesen zu empfehlen, da wir uns vor allem untereinander testen möchten und die Wahrscheinlichkeit, dass Europäer zufällig bei den anderen Tests registriert sind, relativ gering ist. Wir haben uns für Family Finder entschieden, weil hier viele Menschen registriert sind, die tatsächlich Verwandte ausfindig machen möchten. Bei den anderen Tests wie 23andme sind die Teilnehmer teilweise mehr an ihren Gesundheitsanlagen interessiert. Wenn man es sich leisten kann, ist es aber bestimmt eine gute Idee, sich auch bei den anderen Tests zu registrieren.

Findet ihr es nicht unheimlich, genetische Daten an ein Unternehmen herauszugeben?

Wir können gut verstehen, dass einigen unwohl bei dem Gedanken ist, seine DNA-Informationen an ein Unternehmen zu schicken. Das ist aber die Voraussetzungen jeglicher DNA-Tests, die ja immer über Unternehmen laufen. Nur ein DNA-Test kann aber letztlich bestätigen, ob man wirklich mit einer anderen Person verwandt ist. Die DNA wird dabei übrigens nicht komplett entschlüsselt (das wäre viel zu teuer), sondern nur der für die Erkennung von Verwandtschaftsbeziehungen relevante Teil. Family Finder ist zwar kein deutsches, sondern ein US-amerikanisches Unternehmen, aber auch in den USA stellt die Zusicherung, Daten vertraulich zu behandeln, ein bindendes Versprechen dar, über das auch Verbraucherschutzorganisationen wachen. Selbst wenn Daten trotzdem weitergegeben werden, dürfen DNA-Daten in Deutschland übrigens nicht dafür verwendet werden, um zu überprüfen ob man mit der betreffenden Person einen Vertrag abschließen möchte. Zuletzt sollte einem bewusst sein, dass die DNA die biologischen Anlagen abbildet, aber eigentlich wenig darüber aussagt, was für eine Person man ist. Dafür sind andere Daten – wie zum Beispiel die angesurften Internetseiten, Verhalten auf sozialen Netzwerken, Bank- und Kreditkartendaten – wesentlich aufschlussreicher.

Ich möchte den Family Finder Test bestellen, was muss ich machen?

Der Test muss direkt von der Website von FTDNA bestellt werden. Der Test kann derzeit leider nur mit einer Kreditkarte bezahlt werden. Wer keine hat, kann vielleicht über Familie oder Freunde den Test bezahlen. Der Bestellvorgang geht folgendermaßen: Oben links auf der Website: DNA-Tests → Family Finder → Add to cart → Seletc tester’s gender (male oder female eingeben) → Proceed to checkout → Liefer- und Kreditkartendaten eingeben und abschicken.

Ich habe den Test bestellt, wie geht es weiter?

Direkt nach der Bestellung erhältst Du eine Email mit dem Testnummer (Kit Number) und Deinem Passwort. Der Test wird Dir aus den USA zugeschickt, das kann bis zu sechs Wochen dauern. In der Vergangenheit gab es einmal Verzögerungen beim Zoll, weil der Test irrtümlich für ein Arzneimittel gehalten wurde, das wurde dann aber recht schnell geklärt. Der Test selbst wird durch das Schaben eines Plastikstäbchens an der Wangeninnenseite vorgenommen. Wie es genau funktioniert, kann man sich in einem Youtube-Video ansehen. Den Test schickt man ganz normal als Brief (oder Warensendung) zurück an die auf dem Umschlag angegebene Adresse. Obwohl auf dem Umschlag „package“ steht, muss man es nicht als Päckchen schicken (das wäre viel zu teuer).

Was passiert, wenn ich den Test zurück in die USA geschickt habe?

Du erhältst eine Email, wenn der Test angekommen ist und eine weitere Email, wenn Deine DNA ausgewertet und in die Datenbank aufgenommen wurde. Jetzt macht es Sinn, sich bei FTDNA mit Kit Number und Passwort (die direkt nach der Bestellung zugeschickt wurden) einzuloggen und die Ergebnisse anzusehen. Wenn es einen direkten Treffer gibt (Eltern- oder Geschwister), bekommt man eine Email. Sicherheitshalber solltest Du jedoch noch einmal Deine Einstellungen (settings) ansehen, ob diese so eingestellt sind, dass Du die Benachrichtigungs-Emails erhältst, und auch ab und zu einmal nachsehen, ob es andere nähere Treffer gibt.

Wie finde ich jetzt meine Ergebnisse und was bedeuten sie?

Die Ergebnisse findet man unter My DNA (auf der linken Seite) → Family Finder → Matches

Dort wird der Name des möglichen Matches und daneben 5 Spalten angezeigt. Wichtig: hier werde alle Teilnehmer von Family Finder angezeigt, mit denen eine gewisse genetische Übereinstimmung besteht. Man ist jedoch nicht unbedingt mit allen aufgezählten Personen näher verwandt – die genetische Übereinstimmung kann auch Zufall sein oder auf einer sehr weit zurückliegenden Verwandtschaft beruhen. Besser beurteilen kann man dies aufgrund der Einschätzung von Family Finder und des cM-Wertes (siehe unten).

Die beiden wichtigsten Spalten für die Beurteilung sind:

Als zweites von links: „Relationship Range“ enthält die Einschätzung von FTDNA zur Art der Verwandtschaft. Dass kann von „Parent/Child“ zu „3rd Cousin – 5th Cousin“, „4th Cousin – Remote Cousin“ oder „5th Cousin – Remote Cousin“ reichen.

Als zweites von rechts: „Shared cM“, das ist die Summe der autosomen DNA, angegeben in centiMorgans (cM), die man mit dem jeweiligen genetischen Match teilt. Je geringer die Zahl ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, verwandt zu sein. Mit einem Elternteil beträgt der cM-Wert zum Beispiel 3400 und damit mehr als das Hundertfache von einem „5th Cousin – Remote Cousin“ mit einem cM-Wert von nur etwa 26. Mit Vollgeschwistern beträgt der cM-Wert etwa 2640, mit Halbgeschwistern 1700. Mehr Erklärungen bietet die Seite Autosomal DNA Statistics auf Englisch.

Eine ganz nette Spielerei ist, sich unter MyDNA –> Family Finder –> myOrigins die historische Herkunft seiner DNA anzeigen zu lassen.

  1. Blyth E, Langridge D, Harris R (2010) Family building in donor conception: parents’ experiences of sharing information, in: Journal of Reproductive and Infant Psychology (2) 28, S. 116–127, S. 124-125; Blake L et. al (2010) ‘Daddy ran out of tadpoles’: how parents tell their children that they are donor conceived, and what their 7-year-olds understand. Human Reproduction (10) 25, S. 2527–2534, S. 2532; Baran A, Pannor R (1997) The Psychology of donor insemination. In: Kaplan Roszia S, Baran A, Coleman L. Creating Kinship, University of Southern Maine, S. 11-19, S. 13 []
  2. Daniels K, Meadows L (2006) Sharing information with adults conceived as a result of donor insemination. Human Fertility (2) 9, S. 93 – 99, S. 94. []
  3. Jadva V, Freeman T, Kramer W, Golombok S (2011) Sperm and oocyte donors’ experiences of anonymous donation and subsequent contact with their donor offspring. Human Reproduction, (3) 26, S. 638–645, S. 643; Smith I (2013), Sperm donors – Moving out of the Shadows. Contact and connection between former sperm donors and their offspring – experiences and perspectives. Australian Journal of Adoption 7 (2). []
  4. Die Spenderzahl hat nach der Internetseite der britischen Regulierungsbehörde HFEA sogar zugenommen. []
  5. Thorn P, Katzorke T, Daniels K (2008) Semen donors in Germany: A study exploring motivations and attitudes. Human Reproduction (11) 23, S. 2415–2420; Daniels K, Blyth E, Crawshaw M, Curson R (2005) Short Communication: Previous semen donors and their views regarding the sharing of information with offspring. Human Reproduction (6) 20, S. 1670–1675, S. 1672. []