Kontaktaufnahme zum Verein oder möglichen Kindern

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich als Samenspender für Ihre genetischen Kinder interessieren und einen Kontakt zu ihnen wünschen oder sich erstmal nur so über das Thema und unseren Verein informieren möchten. In unserem Verein konnten bislang etwa 10 Prozent unserer Mitglieder Kontakt zu ihrem genetischen Vater aufnehmen. Dabei gab es sehr positive Erfahrungen auf beiden Seiten.

Der einfachste Weg für eine Kontaktaufnahme ist eine E-Mail an uns. Wir behandeln alle Anfragen absolut vertraulich, man kann aber auch eine anonyme E-Mail-Adresse verwenden. Gern geben wir auch Auskunft darüber, ob wir Mitglieder haben, die in einer bestimmten Klinik oder Praxis gezeugt wurden oder deren Eltern von einer bestimmten Samenbank Sperma bezogen.

Wenn Sie direkt mögliche genetische Kinder identifizieren möchten, empfehlen wir, hierfür den DNA-Test Family Finder der amerikanischen Firma Family Tree DNA (FTDNA) zu verwenden, den der Verein Spenderkinder zur Verwandtensuche nutzt. Der Test gleicht die eingeschickte DNA in einer Datenbank mit allen anderen Teilnehmern ab. Man kann sich auch unter einem Pseudonym registrieren und bei einem Treffer die andere Person per E-Mail kontaktieren. Kosten entstehen nur einmalig bei der Registrierung, neue Registrierungen werden automatisch mit den bisherigen Teilnehmern abgeglichen.1

Uns ist bewusst, dass es viele ehemalige Samenspender gibt, die sich zwar einerseits für die durch sie entstandenen Menschen interessieren oder ihnen helfen möchten, bei einer Offenbarung und Kontaktaufnahme jedoch negative Konsequenzen für ihre Partnerschaft oder ihre Familie befürchten oder insgesamt unsicher sind, was auf sie zukommt.

Unserer Erfahrung nach sind diese Befürchtungen unbegründet:

  1. Wir Spenderkinder verdanken unsere Existenz den Entscheidungen unserer Mutter, unseres sozialen Vaters, des Reproduktionsmediziners und unseres Spenders. Wir selbst hatten damals keine Möglichkeit, mitzusprechen. Einige von uns haben nun das Bedürfnis, auch die biologische Herkunft väterlicherseits kennen zu lernen. Wir wünschen uns damit Informationen, um mehr über uns selbst zu erfahren. Bereits ein sporadischer oder einmaliger Kontakt kann sehr aufschlussreich sein (oder überhaupt ein Name und ein Foto). Bei gegenseitiger Sympathie könnte ein Verhältnis wie zu einem väterlichen Freund entstehen.
  2. Wir wissen, dass Spender oft auch befürchten, zu Unterhaltszahlungen verpflichtet zu werden. Diese Möglichkeit besteht unter gewissen Umständen.2. Dass ein Samenspender, der über eine Klinik oder Samenbank gespendet hat, von einem Kind auf Unterhalt in Anspruch genommen wurde, ist in Deutschland aber bislang noch nicht vorgekommen. Der Verein Spenderkinder setzt sich seit seiner Gründung dafür ein, Samenspender rechtlich vor möglichen Unterhaltsansprüchen zu schützen. Da wir bereits durch unseren sozialen Vater Unterhalt erhalten (haben), geht es uns nicht um finanzielle Interessen. Spenderkinder suchen nach ihrer Herkunft, weil sie mehr über sich selbst erfahren möchten.
  3. Unsere Mitglieder sind freundliche, offene, reflektierte Menschen. Manche sind noch jung, andere haben bereits eine eigene Familie. Wir haben Geschichten von uns Spenderkindern und warum wir mehr über unsere Spender erfahren wollen zusammengestellt. Auch für einen Spender kann es ein Gewinn sein, seine genetischen Kinder und mögliche Enkelkinder kennenzulernen und so mehr über sich selbst zu erfahren.3
  4. Uns Spenderkindern ist bewusst, dass es für Sie als Spender keine einfache Situation ist, nach so vielen Jahren Kontakt zu einem von ihnen abstammendem Kind aufzunehmen. Wir wissen ebenfalls, dass hiervon nicht nur der Spender betroffen ist, sondern auch die gesamte Familie des Spenders, die möglicherweise nichts über die frühere Samenspende weiß. Daher achten wir grundsätzlich die Privatsphäre der Spender.
  5. Es ist nicht unser Interesse, Unfrieden zu stiften. Wir respektieren es, wenn Sie Ihre frühere Entscheidung für die Samenspende Ihrer Familie gegenüber geheim halten oder erstmal einen guten Zeitpunkt für ein persönliches Gespräch abwarten möchten.
  6. Damit sich alle Beteiligten darauf einigen können, in welchem Ausmaß ein Kontakt gewünscht ist, halten wir eine klare Kommunikation für wichtig.
  7. Eine Samenspende wird von vielen Menschen als positiver Akt der Hilfe für kinderlose Paare wahrgenommen. Viele Menschen können außerdem nachvollziehen, dass den Spendern zu dem Zeitpunkt der Spende die Auswirkungen auf die durch sie gezeugten Kinder und ihre eigene Familie nicht vollständig bewusst waren. Eine freiwillige, wenn auch späte Enthüllung eines Geheimnisses gegenüber der Familie, kann somit für alle Beteiligten auch als positiv und befreiend empfunden werden.
  8. Samenspender haben keine eigene Lobby und Interessenvertretung. Gern vermitteln wir Ihnen Kontakt zu anderen Spendern, damit Sie Ihre Erfahrungen untereinander austauschen können. Uns Spenderkindern ist ein Dialog zwischen allen Beteiligten dieser besonderen verwandtschaftlichen Konstellationen ein großes Anliegen.

 

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme unter info@spenderkinder.de.

  1. Mehr Informationen zu Family Finder finden Sie unter DNA-Test bzw. der FAQ. []
  2. Siehe hierzu im Einzelnen Die rechtliche Situation Fragen 18 ff. []
  3. Bist Du mein Vater? Zeit 2014; Interview mit dem Spender von Spenderkinder-Mitglied Sarah; „Stefanies Geschichte“ in Oelsner, W. und Lehmkuhl, G.: Spenderkinder – Künstliche Befruchtung, Samenspende, Leihmutterschaft und die Folgen: Was Kinder fragen werden und was Eltern wissen sollten, Munderfing: Fischer & Gann 2016, S. 91ff., internationale Berichte: ‚Suddenly she’s there‘: daughter and donor dad united, The Age Victoria 17 März 2013; The Gift Of Life Comes Full Circle: Sperm Donor Fighting Brain Cancer Meets Biological Daughters, wbur 3. Mai 2017. []