Nach unserer vierten Mitgliederversammlung im Dezember 2011 haben wir unseren Vorstand per email neu gewählt. Antonija und Babett wurden für ein neues Jahr im Amt bestätigt und haben die Wahl angenommen, und wir bedanken uns für die erfolgreiche Arbeit im letzten Jahr!
Stina
Archiv der Kategorie: Spenderkinder Verein
Wir haben eine Datenbank für Spender- und Halbgeschwistersuche!
Auf unserem jährlichen Spenderkinder-Treffen am 3. Dezember 2012 in Köln haben wir beschlossen, dass wir den Family Finder Test der amerikanischen Firma FTDNA offiziell als unsere Datenbank verwenden werden, um Spender- und Halbgeschwister zu suchen. Wir haben uns schon seit über drei Jahren mit dem Thema eines Registers mit angeschlossenem Gentest beschäftigt, wussten aber nie recht, wie wir als nur ehrenamtlich tätiger Verein die technischen und rechtlichen Probleme eines überwinden sollte. Wir hatten insbesondere Bedenken, welche Art von Test wir wählen sollten und ob wir selbst in Deutschland die Möglichkeit zur anonymen Nutzung hätten anbieten können. Über die amerikanische Mailingliste von Spenderkindern mit dem Namen PCVAI sind wir dann auf den Family Finder Test der US-amerikanischen Firma FTDNA aufmerksam geworden, der diese Probleme löst.
In der Datenbank werden die genetischen Profile aller Teilnehmer auf eine mögliche Verwandtschaft miteinander abgeglichen. Das Besondere an dem Test ist, dass er Halbgeschwisterbeziehungen erkennen kann, was bei herkömmlichen DNA-Tests schwierig ist. Da einige Mitglieder unseres Vereins Spenderkinder von denselben Kliniken kommen, hoffen wir, dass wir vielleicht bald das erste Halbgeschwisterpaar finden.
Positiv ist außerdem, dass der Test nicht speziell auf Spenderkinder zugeschnitten ist, sondern generell auf Menschen, die interessiert an ihrer Abstammung sind oder nach Verwandten suchen. Momentan sind bereits über 10.000 Personen eingetragen, die meisten von ihnen allerdings US-Amerikaner. Da keine Identitätsüberprüfung stattfindet, kann man auch seine Privatsphäre schützen, weil man sich unter einem anderen Namen anmelden kann. Sollte es dann einen Verwandten-Treffer geben, kann man sich dann auch erst in Ruhe ansehen, wie diese Person ist.
Im Moment ist der Test bis zum 31.2012 im Angebot für 199 USD statt regulär 299 USD. Wer also neugierig ist, sollte schnell ein Test-Kit bestellen.
Mehr Informationen und Links zu Family Finder findet ihr unter dem neuen Menüpunkt „Spender- und Halbgeschwistersuche„.
Erster Prozesstermin wegen Herausgabe der Spenderdaten
Am Dienstag war der erste Verhandlungstermin beim Landgericht Essen für Sonjas Klage gegen Prof. Katzorke von der Klinik Novum in Essen auf Herausgabe der Daten ihres Spender, bei dem es jedoch noch kein Urteil gab. Prof. Katzorke, der persönlich nicht anwesend war, bezweifelt nunmehr, dass Sonja tatsächlich mit Hilfe seiner Dienste gezeugt wurde, denn sie hätte ja einen rechtlichen Vater. Daher soll Sonja erst einmal beweisen, dass ihr Vater tatsächlich nicht ihr genetischer Vater ist – als wäre dieser plötzlich nicht mehr zeugungsunfähig gewesen. Seltsam nur, dass ihm das nicht direkt eingefallen ist, als Sonja ihn das erste Mal vor zwei Jahren angesprochen hat.
Es bleibt abzuwarten, ob Sonja wirklich vom Gericht gezwungen wird, mit ihrem rechtlichen Vater noch einen Vaterschaftstest zu machen, denn rechtliche und genetische
Vaterschaft sind völlig unterschiedliche Angelegenheiten und es ist für beide belastend, dieses Ergebnis noch einmal schwarz auf weiß zu sehen.
Alle Wunscheltern, die sich an novum für eine Samenspende
wenden, sollten im Hinterkopf behalten, dass sie später vielleicht einmal beweisen müssen, dass ihr Kind wirklich durch diese Spende entstanden ist. Und dabei rühmt sich Prof. Katzorke gegenüber Medien doch gerne, dass er schon einer mittelgroßen deutschen Kleinstadt ins Leben geholfen hat – nur Sonja soll es auf einmal nicht gewesen sein.
Prof. Katzorke bestritt außerdem, dass er noch Unterlagen zu den Spender besitzt, obwohl er gegenüber Medien genau diese Unterlagen schon gezeigt hat. Einen Fortsetzungstermin gibt es im Frühjahr, bis dahin können sich die Parteien schriftlich äußern.
Anne und Stina
4. Spenderkinder-Treffen am 3. Dezember
Nächsten Samstag findet bereits das vierte Spenderkinder-Treffen statt, dieses Mal in Köln. Etwa ein Viertel unserer Mitglieder hat sich angemeldet, und wir freuen uns wie bei den letzten Treffen auch auf einen interessanten Erfahrungsaustausch. Zu besprechen gibt es ansonsten auch viel: Wir sind vielleicht einen Schritt näher an unserem Register (wenn auch anders als bisher geplant), und es gibt einen Prozess auf Herausgabe der Spenderdaten gegen einen Arzt, bei dem es nächste Woche zur mündlichen Verhandlung kommt. Möglicherweise werden wir auch unsere Satzung ändern, um mehr Vereinsangelegenheiten auch per email regeln zu können. Viel zu besprechen für einen Tag, die Ergebnisse und Eindrücke werden bald hier zu finden sein.
Stina
DNA-Test
Ich habe heute einen Family Finder Test der Firma FamilyTreeDNA gemacht und mein genetisches Material in die USA geschickt. Ich muss zugeben dass ich leider nicht so viel Ahnung von den verschiedenen Tests habe, aber es ist der Test, den die Biologen von der internationalen Liste PCVAI empfehlen. Ich werde versuchen, das in nächster Zeit etwas besser zu verstehen und dann mein Wissen auch hier kund zu tun.
Der Test hat bei einer Sonderaktion 200 $ gekostet und die Ergebnisse werden 25 Jahre aufbewahrt. Ich bin mal gespannt, ob etwas dabei herauskommt. So ganz wohl ist mir nicht dabei, denn unter privacy wird in den USA doch noch etwas anderes verstanden als in Deutschland unter Datenschutz, aber hier gibt es leider keine vergleichbaren Tests und Datenbanken. Noch sind der Großteil der Teilnehmer US-Amerikaner, aber ich hoffe der Teil der Europäer wird zunehmen. Der Test kann auch weitergehende Verwandschaftsbeziehungen entdecken, wenn also ein Familienmitglied meines Spenders sich eingetragen hat, könnte ich sie so gegebenenfalls finden.
Bisher ist leider noch niemand von den anderen Spenderkindern dabei – bei einem Preis von 289 $ auch nicht so verwunderlich. Ich finde es ziemlich unfair, dass die Uniklinik Essen erst rechtswidrig die Daten meines Spenders vernichtet und ich mich dann auch noch mit den Folgekosten herumschlagen muss, damit ich ihn evtl. ausfindig machen kann.
Stina
Zerrüttete Familien?
Wir sehen uns gelegentlich dem Vorwurf ausgesetzt, dass wir nur deswegen den Spender suchen und den momentanen Umgang mit Samenspende kritisieren, weil wir aus "zerrütteten Familien" kommen. Der Großteil der Spenderkinder habe an dieser Entstehungsweise nicht auszusetzen und würde nicht an die Öffentlichkeit gehen, weil sie das Thema nicht berührt.
Mal abgesehen davon, dass die unerkannten Spenderkinder auch nicht bewiesen sind, ist das natürlich nur eine Schutzbehauptung, um sich nicht näher mit unserer Kritik auseinandersetzen zu müssen. Kein Außenstehender kennt unsere Familien so gut, dass er sich ein Urteil erlauben könnte. Trotzdem, um dieses Argument auch einmal mit Fakten zu entkräften, haben wir eine kleine Umfrage unter uns Spenderkindern gemacht, an der sich 12 Mitglieder beteiligt haben.
Bei 7 von 12, also etwas mehr als die Hälfte, sind die Eltern getrennt oder geschieden. Das ist weit entfernt von 100 %. Als zerrüttet würde aber nur ein Drittel die eigene Familie einordnen und betont, dass dies aber auch an anderen Faktoren als der Samenspende liegen würde. Auch diejenigen, die ihre Familie als zerrüttet einordnen würden, meinen aber, dass dies nichts mit ihrem Wunsch zu tun hat, wissen zu wollen, wer der Spender war. Einhellig alle betonen, dass es hierbei um das Bedürfnis geht, mehr über sich zu erfahren und den Menschen, von dem wir die Hälfte unserer Anlagen geerbt haben, und dass unser Interesse alleine dadurch geweckt wurde, dass eine weitere Person an unserer Zeugung beteiligt war. Dieser Wunsch ist nicht so außergewöhnlich, sondern absolut menschlich. Die vielen Menschen, die sich für Ahnenforschung und ihren Stammbaum interessieren, kommen auch nicht aus zerrütteten Familien.
Von diesen Ergebnissen abgesehen ist der Begriff zerrüttete Familien überhaupt schwierig. Ist das schon der Fall, wenn die Eltern geschieden sind, aber trotzdem gut miteinander auskommen? Und kann nicht auch eine Familie zerrüttet sein, in der die Eltern immer noch zusammen leben? Wie viel muss passieren, damit es sich nicht nur eine Familie handelt, in der einiges hätte besser laufen können, sondern um eine zerrüttete Familie? Und vielleicht sind einige Spenderkinder-Familien gerade deswegen zerrüttet, weil die Samenspende lange Zeit ein Familiengeheimnis war.
Das Problem an diesem Vorwurf ist, wie Antonija sehr schön ausgedrückt hat, dass uns unterstellt wird, uns ohne Selbstreflektion von unterdrückten Gefühlen und Wünschen leiten zu lassen. Im Grunde geht es hierbei (wieder mal) um die Rechtfertigung unseres Bedürfnisses der Kenntnis der eigenen Abstammung. Das nervt! Reicht es nicht anzuerkennen, dass wir dieses Recht, das alle anderen Menschen (auch) haben, auch für uns in Anspruch nehmen wollen? Müsste sich nicht eher die Gegenseite rechtfertigen, die uns dieses Recht abspricht?
Wenn es einen Hintergrund gibt, der uns alle verbindet, dann eher, dass wir alle nachdenkliche Menschen sind.
Stina
Vortrag bei der Fachtagung Adoption
Anne hat bei der Fachtagung Adoption Vatertag – Rolle und Bedeutung des männlichen Elternteils im Adoptionsgeschehen, ausgerichtet vom LVR-Landesjugendamt (NRW), einen Vortrag aus der Perspektive eines erwachsenen Spenderkindes und über die Ziele unseres Vereins gehalten.
Eine neue Geschichte
Unter Meinungen und Geschichten findet sich ein neuer Beitrag: der von Sibylle.
Neue FAQ online
Seit heute ist eine erweiterte Frequently Asked Questions (FAQ) online, an der wir die letzten Monate per email gearbeitet haben. Wir haben ein paar neue Fragen aufgenommen und die Fragen in allgemeine und solche von Kindern und Eltern aufgeteilt.
Stina
Verein mit neuem Layout
Seit dem 18.07.2009 hat sich viel geändert: Spenderkinder ist ein Verein! Bei unserem zweiten Spenderkinder-Treffen im Juni haben wir uns unter anderem überlegt, dass wir uns hiermit eine festere Struktur geben wollen. Nach dem Entwurf einer Satzung ging es dann ganz schnell, der erste Vorstand besteht aus Antonija und Babett. Jedes Spenderkind, das Lust hat bei uns mitzuarbeiten, kann einen Mitgliedsantrag stellen. Antonija hat uns vor zwei Wochen bereits beim SWR Nachtcafe vertreten und dort von der Vereinsgründung erzählt.
Das Treffen war wieder einmal viel zu kurz… Es gab viel Persönliches zu erzählen und viele Ideen zu besprechen, von denen wir hoffentlich bald Näheres berichten können.
Seit zwei Tagen hat die Seite jetzt auch ein neueres und wie ich finde wesentlich schöneres Design. Besonders hervostechend ist unser Logo, das Dana entworfen hat und das mit dem Spermium, das die halbe DNA in die Eizelle mitbringt und mit dem verschmelzenden Kern Spenderkinder bildet sehr aussagekräftig ist.
Stina
