Letzte Änderung 02.07.2010
Am Mittwoch den 19. Mai moderierte Markus Lanz das Thema "40 Jahre Samenspende". Zu Gast waren die Familientherapeutin Dr. P. Thorn, der Reproduktionsmediziner, Prof. T Katzorke, ein Samenspender namens Carsten Uhr und Anna, die uns Spenderkinder vertrat. Die Sendung ist im Internet als Livestream zu sehen.
Der Ankündigungstext des ZDF's lautet wie folgt: Über 100.000 Menschen wurden in den vergangenen 40 Jahren in Deutschland durch eine Samenspende gezeugt. Die meisten von ihnen ahnen gar nicht, dass ihr Vater nicht ihr Erzeuger ist. Anna Wagner erfuhr mit 25 Jahren, dass sie Nachkomme einer Samenspende ist - seither leidet sie darunter, dass ihr 50 Prozent der genetischen Herkunft unbekannt sind - und sucht ihren Erzeuger.
Außerdem zu Gast: Gynäkologe und Reproduktionsmediziner Prof. Thomas Katzorke, die Familientherapeutin Dr. Petra Thorn und Carsten Uhr, der offen über seine Nebentätigkeit spricht.
Leider wurde uns nicht die Zeit gegeben das Thema umfassend und tiefgründig zu behandeln. Ich denke jedoch, dass das Gespräch die Situation im Allgemeinen skizziert und Menschen, die sich noch nie mit dem Thema der Familiengründung durch Samenspende beschäftigt haben, einen Einblick gibt. Anna
Diesen Donnerstag ist der Film "Plan B für die Liebe"(The Backup Plan) angelaufen. In diesem spielt Jennifer Lopez die 40jährige New Yorkerin Zoe, die mit 40 noch nicht den Mann fürs Leben gefunden hat und deswegen beschliesst, sich den Kinderwunsch mit Samenspende zu erfüllen (was in den meisten Rezensionen meist mit künstlicher Befruchtung beschönigt wird). Der Spender wird aus dem Katalog ausgesucht. Gerade als sie schwanger ist, findet sie den Mann fürs Leben, und die üblichen Komplikationen der romantischen Komödie beginnen. Ich bin fast versucht, mir den Film anzuschauen, um zu sehen, ob vielleicht doch ein paar Gedanken an die Umstände einer Samenspende gewidmet wurden - kann man dem zukünftigen Kind den Vater bewusst vorzuenthalten? Was, wenn das Kind den Erzeuger gerne kennenlernen würde? Ist es okay, den Vater eines Kindes in einem Katalog auszusuchen? Aber das lenkt vermutlich zu sehr von den Problemen der "Erwachsenen" in einer romantischen Komödie ab, um deren Lebensglück es ja geht. Und ich habe bisher so viele schlechte Kritiken über den Film gelesen, dass ich es besser sein lasse. Stina
Am Donnerstag, 29. April 2010, läuft um 20.05 im Schweizer Fernsehen SF 1 die Dokumentation "Die Kinder von der Samenbank - ein Tabu und seine Folgen", an der unter anderem unser Mitglied Bille mitgewirkt hat.
Hier der Ankündigungstext von SF1: "«Ich wünsche mir zu erfahren, wer mein Erzeuger ist» - das sagt die 34-jährige Sibylle. Sie ist ein Kind von der Samenbank - dank des Samens eines unbekannten Spenders. Mindestens 1000 Kinder kommen in der Schweiz jedes Jahr durch eine Samenspende zur Welt. Nur fünf Prozent der Kinder wissen allerdings, dass sie so gezeugt worden sind. Samenspende ist in der Schweiz noch immer ein Tabu.
Obwohl oder vielleicht gerade weil ein Spenderkind ein Wunschkind ist, wird es über seine Herkunft meistens nicht informiert. Aber immer wieder geht etwas schief, und die Kinder erfahren es doch. Die Nachfrage nach Spendersamen von der Samenbank oder auch im Internet durch Privatpersonen ist sehr gross.
Im «DOK»-Film «Die Kinder von der Samenbank» geht die Autorin Andrea Pfalzgraf der Frage nach, weshalb das Thema Samenspende in der Schweiz immer noch so ein grosses Tabu ist. Sie macht sich auf die Suche nach einem Paar, welches dank einer Samenspende zu Nachwuchs gekommen ist, befragt Samenspender zu ihrer Motivation und will von Spenderkindern wissen, weshalb die Suche nach dem biologischen Vater zur Obsession werden kann - ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn wer spricht schon gerne darüber. Ein Spender hat bereits 67 Kinder gezeugt und denkt nicht ans Aufhören. Und das Paar Yvonne und Roger ist überglücklich mit seinem Spenderkind und hofft, dass sie bald ein zweites Kind vom gleichen Spender bekommen.
Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel von Sibylle, was passieren kann, wenn man als Kind meint, seinen Vater zu kennen, und erst als Erwachsene durch Zufall erfährt, dass der biologische Vater ein unbekannter Spender ist. Und es illustriert, wie die Hoffnung aufkeimt, als Sibylle im Internet eine Frau findet, die in der gleichen Praxis gezeugt wurde.
Andrea Pfalzgraf begleitet in ihrem Film die beiden jungen Frauen zu einer ersten Begegnung und weiter, bis sie dank eines DNA-Tests bestätigt bekommen, ob sie Halbschwestern sind oder nicht."
Stina
Seit heute ist eine erweiterte Frequently Asked Questions (FAQ) online, an der wir die letzten Monate per email gearbeitet haben. Wir haben ein paar neue Fragen aufgenommen und die Fragen in allgemeine und solche von Kindern und Eltern aufgeteilt. Stina
Im Februarheft der GQ befindet sich ein Artikel über Samenspende, für den der Autor Stefan Krücken unter anderem mich interviewt hat. Stina