Letzte Änderung 22.02.2010
Wir sind für eine frühe Aufklärung von Spenderkindern über ihre Erzeugungsart, denn Verschweigen oder Lügen schaden irgendwann einmal jeder Familie. Für die meisten von uns war es ein größerer Schock, je später sie von ihrer Zeugugsart durch Samenspende erfahren haben, da wir uns gleichzeitig damit auseinandersetzen mussten, dass vieles in unserem Leben nicht so war, wie wir gedacht haben. In der Adoptionsforschung ist es schon lange anerkannt, dass man den Kindern am besten so früh wie möglich von ihrer Herkunft erzählt.
Kinder machen es einem eigentlich ganz leicht, auch über solche Dinge zu sprechen, denn irgendwann einmal werden sie fragen, wie Kinder entstehen, wie es bei ihrer Geburt war und wem sie aus der Familie ähnlich sehen, so dass man die Art der Entstehung ganz leicht und natürlich in ein solches Gespräch einflechten. Dass Kinder in einem frühen Alter noch nicht die ganze Bedeutung einer Samenspende verstehen, ist gerade ein Vorteil, da sie es mit einer natürlichen Neugier aufnehmen werden.
Wir denken, dass die Aufklärung grundsätzlich von den Eltern ausgehen sollte. Verwandte und Bekannte sollten die Eltern in Gesprächen ermuntern, die Kinder aufzuklären.
Folgende Beiträge könen vielleicht helfen, die Angst vor der Aufklärung der Kinder zu überwinden:
Tagebucheintrag von Annes Mutter über den Tag, an dem sie ihre Tochter über die Samenspende aufgeklärt hat. Anne ist zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alt.
Marie und ihr Mann haben ihre zwei Kinder mit Donogener Insemination bekommen. Sie erzählt, wie diese Entscheidung damals gefallen ist, wie sie und ihr Mann die Kinder aufgeklärt haben und wie die Familie damit umgeht.
Ein weiterer Eltern-Erfahrungsbericht kommt von Constanze, die mit ihrem Mann inzwischen 3 Kinder über eine Samenspende bekommen hat. Die Knder werden von Anfang an aufgeklärt und können später auf Wunsch erfahren, wer der Spender war.
Ein Kontakt zu anderen Betroffenen ist sowohl für die Eltern wie auch für die Kinder gut, um zu sehen dass man mit der Familiengeschichte kein Einzelfall ist. DI-Familie ist eine Gruppe von aufklärenden Eltern, die Ansprechpartner in verschiedenen Städten Deutschlands anbieten und den Kontakt zwischen aufklärenden Spenderkinderfamilien stärken möchten.
Die Familientherapeutin Petra Thorn hat ein Bilderbuch zur Aufklärung für Familien geschrieben, die mit Hilfe von Samenspende entstanden sind: Die Geschichte unserer Familie, Mörfelden 2006, ISBN 3-9811-4100-8.
Das britische Donor Conception Network hat Broschüren über die Aufklärung von Spenderkindern für verschiedene Altersstufen herausgebracht, die hier kostenlos als pdf heruntergeladen werden können, aber nur auf Englisch erhältlich sind.