FAQ – Häufig gestellte Fragen

Hier beantworten wir nach und nach Fragen, die uns öfters gestellt worden sind. Rechtliche Fragen werden unter Die rechtliche Situation beantwortet.

I. Fragen von Spenderkindern

  1. Ich bin auch mit einer Samenspende gezeugt worden. Weswegen sollte ich mich bei euch melden?
  2. Welche Such- und Kontaktmöglichkeiten gibt es für Spenderkinder?
  3. Ich würde gerne erfahren, wer mein Spender / genetischer Vater ist. Was kann ich machen?
  4. Wie viele von euch haben inzwischen den Spender / genetischen Vater oder Halbgeschwister gefunden?
  5. Habt ihr auch Mitglieder, die mit einer Eizellspende oder Embryonenspende gezeugt wurden oder von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden?
  6. Was macht ihr eigentlich konkret im Verein?
  7. Ich habe den Namen meines genetischen Vaters erhalten und möchte ihn gerne kontaktieren – was mache ich jetzt?
  8. Ich habe einen möglichen Halbgeschwistertreffer auf einer DNA-Datenbank – wie nehme ich Kontakt auf?

II. Fragen von Eltern

  1. Ich möchte ein Kind per Samenspende bekommen, findet Ihr das okay?
  2. Was haltet ihr davon, wenn lesbische Paare ein Kind mit Samenspende bekommen?
  3. Wir haben unseren Sohn mit einer Samenspende bekommen und überlegen jetzt, ob wir ein weiteres Kind bekommen sollen. Würdet ihr sagen es hilft einem Spenderkind, ein Geschwisterkind zu haben, das diese Zeugungsart mit ihm teilt?
  4. Ist es für Spenderkinder wichtig, Geschwister zu haben, die von demselben Spender abstammen?
  5. Was haltet ihr von Samenspenden durch Familienmitglieder oder Freunde?
  6. Was haltet ihr von Samenspenden durch die behandelnden Ärzte?
  7. Was kann ich machen, um die Daten des Spenders für mein Kind zu sichern?
  8. Ist es nicht am besten für Kinder aus einer Samenspende, nie davon zu wissen? So sind sie Teil einer ganz normalen Familie.
  9. Verstört es Kinder nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie mit ihrem Vater nicht genetisch verwandt sind und aus einer Samenspende stammen?
  10. Ich habe meine inzwischen erwachsene Tochter durch eine Samenspende bekommen, sie weiß nichts davon. Nachdem ich Eure Internetseite gelesen habe, würde ich es ihr gerne sagen, aber ich habe Angst vor ihrer Reaktion.
  11. Meine Schwester und ihr Mann haben ihre fünfzehnjährige Tochter mit einer Samenspende bekommen. Einige Familienmitglieder wissen davon, aber meine Nichte weiß es nicht. Ich finde das Verschweigen ihr gegenüber unfair, soll ich sie aufklären?
  12. Wünscht ihr Euch manchmal, ihr hättet nie erfahren, durch eine anonyme Samenspende gezeugt worden zu sein?

III. Allgemeine Fragen

  1. Wie sollte Samenspende Eurer Meinung nach rechtlich geregelt werden?
  2. Wieso ist es so wichtig für euch, den Spender kennenzulernen?
  3. Was erwartet ihr von dem Spender?
  4. Ist die soziale Elternschaft nicht viel wichtiger als die genetische?
  5. Der Spender wollte doch damals nur helfen und hat sich darauf verlassen, dass er anonym bleiben kann.
  6. Ist es nicht zu viel verlangt vom Spender, dass er mit mehreren leiblichen Kindern Kontakt aufnimmt? Er könnte jetzt selbst eine Familie haben.
  7. Warum seid ihr nicht glücklich, dass es Samenspenden gibt? Ohne diese wärt ihr nie geboren worden.
  8. Wenn die Spender nicht mehr anonym sein können, wird die Zahl der Spender sinken und kinderlose Paare können sich ihren Lebenstraum nicht mehr erfüllen.
  9. Warum möchtet ihr, dass die Zahl der durch einen Spender gezeugten Kinder ausdrücklich auf zehn begrenzt wird?
  10. Der Spender möchte wahrscheinlich keinen Kontakt zu Euch, sonst hätte er sich doch schon gemeldet. Welchen Sinn macht es daher, nach ihm zu suchen?
  11. Was haltet ihr von Registern, über die sich Spender und die Spenderkinder finden können, als Antwort auf die Bedürfnisse von Spenderkindern?
  12. Interessiert ihr euch nicht nur deswegen für den Spender bzw. kritisiert den momentanen Umgang mit Samenspende, weil ihr aus “zerrütteten Familien” kommt?
  13. Der Großteil der Spenderkinder hat an dieser Entstehungsweise wahrscheinlich nichts auszusetzen und möchte nur nicht an die Öffentlichkeit gehen.

IV. Fragen zu DNA Tests

  1. Seid ihr an den DNA-Tests beteiligt, die ihr empfehlt?
  2. Wie sieht es mit dem Schutz der Privatsphäre bei den Tests aus?
  3. Findet ihr es nicht unheimlich, eure genetische Daten an ein Unternehmen herauszugeben?

I. Fragen von Spenderkindern

Ich bin auch mit einer Samenspende gezeugt worden. Weswegen sollte ich mich bei euch melden?

Du solltest Dich auf jeden Fall bei uns melden, wenn Du Dich dafür interessierst, Halbgeschwister oder Deinen genetischen Vater zu finden. Wir sind nicht nur ein politisch arbeitender Verein, sondern möchten vor allem auch Kontakt unter Spenderkindern vermitteln. Wir können Dir sagen, ob wir andere Spenderkinder oder sogar Spender von dem Reproduktionsmediziner Deiner Eltern kennen und sammeln außerdem Informationen über Ärzte und Kliniken.1 Nicht zuletzt bieten wir einen sicheren Ort für persönlichen Austausch – bei uns kannst Du ehrlich Deine Gefühle schildern und musst nichts begründen. Für viele von uns waren Gespräche mit anderen Betroffenen besonders bereichernd. Einmal im Jahr gibt es ein deutschlandweites Treffen. Außerdem gibt es regionale Treffen.

Neben dem persönlichen Austausch haben wir natürlich auch politische Ziele: wir möchten, dass bei der Kinderwunscherfüllung mit Keimzellen Dritter stärker die Rechte und Interessen der entstehenden und entstandenen Kinder berücksichtigt werden. Dabei möchten wir die Gefühle und Erfahrungen möglichst vieler Spenderkinder kennenlernen und berücksichtigen. Besonders freuen wir uns daher auch über Kontakt zu Menschen, die durch eine Eizellspende, Embryonenadoption oder Leihmutterschaft entstanden sind.

Welche Such- und Kontaktmöglichkeiten gibt es für Spenderkinder?

Die einfachste Möglichkeit, Kontakt zu anderen Spenderkindern aufzunehmen, ist über unseren Verein. Wir können Dir sagen, ob wir bereits andere Spenderkinder von der Reproduktionsklinik Deiner Eltern kennen, und können Dich auch benachrichtigen, wenn wir durch andere Spenderkinder derselben Klinik kontaktiert werden.

Eine weitere Möglichkeit, nach dem genetischen Vater und Halbgeschwistern zu suchen, ist die Teilnahme an einem DNA-Test. Wir benutzen den US-amerikanischen DNA-Test Family Finder zur Suche (siehe hierzu die letzte Sektion der FAQ) und viele unserer Mitglieder sind dort registriert. Viele von uns sind aber zusätzlich noch bei anderen DNA-Tests wie  Ancestry, 23andme und MyHeritage DNA registriert. Grundsätzlich empfehlen wir, sich bei so vielen Datenbanken wie möglich zu registrieren. Manche unserer Mitglieder haben auf jeder Datenbank weitere Halbgeschwister gefunden.

Außerdem gibt es noch englischsprachige soziale Netzwerke, bei denen man mit einer Spendernummer oder der Reproduktionsklinik Kontakt zu anderen Spenderkindern aufnehmen kann. DonorChildren ist kostenlos und wird von Spenderkindern selbst organisiert. Das von der US-amerikanischen Spenderkind-Mutter Wendy Kramer betriebene DonorSiblingsregistry hat mehr Teilnehmer, kostet allerdings auch eine Registrierungsgebühr von 175 USD (oder 75 USD pro Jahr). Zuletzt gibt es noch das kostenlose DONOR OFFSPRING/PARENT REGISTRY, das aber nur eine Basis-Suchfunktion anbietet.

Ich würde gerne erfahren, wer mein Spender / genetischer Vater ist. Was kann ich machen?

Du solltest einen höflichen Brief an den Arzt oder die Klinik schreiben, bei der die „Samenspende“ durchgeführt wurde und sie zur Herausgabe der Daten auffordern. In dem Brief sollte deutlich werden, dass es Dein Recht ist, diese zu erhalten (zum Beispiel unter Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1989 bzw. bzw. des Bundesgerichtshofs vom 28. Januar 2015), und was es für Dich persönlich bedeuten würde. Einige unserer Mitglieder haben inzwischen die Daten ihres genetischen Vaters erhalten. Der Arzt muss die Auskunft kostenlos geben (so das Urteil des OLG Hamm vom 6.2.2013), leider fordern manche Ärzte aber nach wie vor eine Gebühr. Manchmal hilft auch eine Beschwerde bei der zuständigen Ärztekammer weiter. Wir helfen gerne weiter bei der Formulierung eines entsprechenden Schreibens. Wenn Du eine ablehnende Antwort erhältst, kannst Du rechtlich gegen die Klinik/Praxis vorgehen. Selbst wenn Du mit einer Ablehnung rechnest, ist es wichtig, sich überhaupt zu melden, denn dann können diese Ärzte nicht weiter behaupten, dass diese Informationen uns Spenderkinder gar nicht interessieren.

Wenn es die Klinik oder den Arzt nicht mehr gibt, kannst Du versuchen ehemalige Angestellte oder Verwandte ausfindig zu machen, um mehr Informationen zu erhalten. Auch wenn der Arzt nicht mehr praktiziert und die Praxis nicht mehr besteht, müssen Behandlungsdaten weiter sicher aufbewahrt werden.

Wie viele von euch haben inzwischen den Spender / genetischen Vater oder Halbgeschwister gefunden?

Inzwischen haben etwa 15 Prozent unserer Mitglieder ihren biologischen Vater identifiziert. Dies geschah teilweise mit der Hilfe von DNA-Tests, teilweise aber auch über die Auskunft des behandelnden Arztes oder Medienberichte. Deutlich höher ist die Quote bei Halbgeschwistern: Mit Stand Juni 2019 haben 45 unserer Mitglieder und damit etwa ein Viertel unserer Mitglieder Halbgeschwister identifiziert, viele haben bereits mehrere Halbgeschwister gefunden, die meisten davon über DNA-Tests. Diese hohen Zahlen hätten wir uns vor zehn Jahren nicht träumen lassen!

Habt ihr auch Mitglieder, die mit einer Eizellspende oder Embryonenspende gezeugt wurden oder von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden?

Unter unseren Mitgliedern befindet sich derzeit niemand, der nach einer Eizellvermittlung oder Embryonenadoption entstanden ist oder von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde. Diese Menschen sind jedoch auch Spenderkinder und ihre Situation ist vergleichbar; mindestens einer der Elternteile ist nicht der genetische und viele Eltern verschweigen den Kindern ihre Zeugungsweise. Da diese Methoden bis auf die Embryonenadoption in Deutschland verboten sind, nehmen Wunscheltern sie im Ausland in Anspruch, wo die Vermittlung nur in wenigen Ausnahmen offen stattfindet. Um Eindrücke aus erster Hand zu bekommen, würden wir uns jedoch besonders über Kontakt zu Menschen freuen, die nach einer Eizellvermittlung, Embryonenadoption oder Leihmutterschaft entstanden sind.

Was macht ihr eigentlich konkret im Verein Spenderkinder?

Ein großer Teil unserer Arbeit besteht aus Öffentlichkeitsarbeit und Information, insbesondere über unsere Internetseite. Wir wirken an Filmen, Radiobeiträgen und Zeitschriftenartikeln mit, führen Gespräche mit PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und SchriftstellerInnen und sensibilisieren für unsere Ziele bei PolitikerInnen und Ministerien (siehe zum Beispiel unser Jahresrückblick 2019 und der Jahresrückblick 2018). Ein weiterer Teil unserer Arbeit ist der Austausch untereinander. Wir beraten unsere Mitglieder bei der Suche nach mehr Informationen über ihren genetischen Vater.

Wir stehen außerdem in Kontakt zu der Elterninitiative DI-Netz und einigen fortschrittlich denkenden Ärzten und Ärztinnen und „Samenspendern“. Die alltägliche Arbeit besteht aus der Betreuung von neuen Mitgliedern, der Beantwortung von E-Mails von anderen Spenderkindern, Eltern und „Spendern“ und dem Schreiben von Artikeln für die Internetseite. Mindestens einmal im Jahr treffen wir uns außerdem an wechselnden Orten in Deutschland. Unsere Mitglieder müssen aber nicht unbedingt aktiv sein. Jeder übernimmt so viel wie er oder sie schafft, oft tauschen wir uns auch nur untereinander aus und manche freuen sich einfach nur, diesen Austausch mitzuerleben.

Ich habe den Namen meines genetischen Vaters erhalten und möchte ihn gerne kontaktieren – was mache ich jetzt?

Du solltest seine aktuelle Postdresse über eine (einfache) Melderegisterauskunft beim Melderegister erfahren können. Achtung, es gibt im Internet teilweise falsche Register, die einem die Adresse nicht geben können und nur Geld kosten. Möglicherweise findest Du auch eine Arbeitsadresse und kannst ihn darüber kontaktieren – dann sollte aber „vertraulich“ auf dem Brief stehen. Die meisten Spenderkinder stellen sich kurz vor und schildern, dass sie keine finanziellen Interesen haben und was sie gerne für Informationen hätten. Es gibt inzwischen auch einige Internetseiten mit englischsprachigen Beispielbriefen und Ratschlägen für das Abfassen eines solchen Briefes. Wir können außerdem auch Kontakt zu Mitgliedern vermitteln, die diesen Schritt schon gegangen sind.

Ich habe einen möglichen Halbgeschwistertreffer auf einer DNA-Datenbank – wie nehme ich Kontakt auf?

Wir empfehlen, erst einmal vorsichtig vorzugehen, weil es in unserem Verein inzwischen die ersten Fälle gab, in denen die Halbgeschwister nichts von ihrer Zeugung durch eine Samenvermittlung wussten. Ihr könnt gerne bei unserem Verein nachfragen, ob euer Treffer Mitglied bei uns ist (und es dementsprechend weiß). Wenn wir dazu nichts sagen können, empfehlen wir, erst einmal nachzufragen, weswegen die Person in einer DNA-Datenbank registriert ist und ob er oder sie eine Idee hat, weswegen eine so nahe Verwandtschaft angegeben wird. Aus der Antwort kann man dann schließen, ob die Person es weiß oder Interesse an einer Klärung der Verwandtschaftsbeziehungen hat. Neben der Zeugung durch Samenvermittlung besteht immer auch die Möglichkeit, dass es sich um ein „anerkanntes“ Kind des genetischen Vaters handelt. Wenn man nach eigenen Vermutungen gefragt wird, kann man andeuten, dass die Antwort möglicherweise beunruhigend sein könnte. Ab und zu hört man die Empfehlung, dass man die Treffer darauf verweisen sollte, erst einmal mit den Eltern zu sprechen. Das finden wir unpassend: wer sich bei einer DNA-Datenbank registriert, ist erwachsen und kann selbst darüber bestimmen können, was er oder sie wissen möchte. Außerdem gibt es Eltern, die selbst angesichts von DNA-Test-Ergebnissen nicht die Wahrheit sagen.

II. Fragen von Eltern

Ich möchte ein Kind per Samenspende bekommen, findet Ihr das okay?

Unser Verein spricht sich nicht generell für oder gegen „Samenspenden“ aus. Uns ist wichtig, dass Eltern und Ärzte das Recht von Spenderkindern auf Kenntnis ihrer Abstammung beachten und dass die Eltern selbstbewusst mit der Entscheidung für diese Form der Familiengründung umgehen. Das bedeutet auch, dass sie die Herausforderungen reflektieren, die diese Form der Familiengründung mit sich bringt. Hierfür empfehlen wir insbesondere den Kontakt zu Betroffenenorganisationen. Eltern sollten sich insbesondere folgende Gedanken machen:

  • Stehen beide Wunschelternteile hinter der Entscheidung für eine Familiengründung mit einer weiteren Person oder fühlt sich ein Wunschelternteil möglicherweise aus Schuldgefühlen oder Verlustängsten zur Zustimmung verpflichtet?
  • Haben beide Wunscheltern die Trauer verarbeitet, kein genetisch gemeinsames Kind bekommen zu können und sehen eine Familiengründung zu dritt, mit einem ihnen unbekannten Mann, nicht als Ersatz, sondern als eine alternative Form der Familiengründung?
    Kann der unfruchtbare Wunschelternteil offen zu seiner Unfruchtbarkeit stehen?
  • Kann der unfruchtbare Wunschelternteil ein genetisch nicht eigenes Kind annehmen oder ist ihm gerade die genetische Verbindung wichtig? Würden beide Wunschelternteile dies auch im Fall einer Trennung so sehen?
  • Respekt vor der Würde des Kindes bedeutet auch, es nicht zu belügen. Seid ihr bereit, dem Kind von Anfang an die Wahrheit über seine Zeugungsweise sagen?
  • Könnt ihr als Paar offen mit dieser Form der Familiengründung zu dritt umgehen und auch Familie und Freunden davon erzählen? Macht es euch etwas aus, wenn euch das Kind später einmal ungeplant outet?
  • Mit der Entscheidung für die Familiengründung zu dritt nimmt der genetische Vater des Kindes unabänderlich einen ganz existenziellen Platz im Familiengefüge ein. Könnt ihr akzeptieren, dass auch der genetische Vater des Kindes eine Rolle im Familiengefüge hat, das Kind sich später wahrscheinlich auch für ihn interessiert und ihn kennenlernen möchte?
  • Kann der soziale Elternteil verkraften und sich eine gelassene Reaktion vorstellen, wenn das Kind in der Pubertät sagt: Du bist gar nicht mein Vater/meine Mutter?

Was haltet ihr davon, wenn lesbische Paare ein Kind mit Samenspende bekommen?

Auch für lesbische Paare gilt, dass sie gegenüber dem Kind offen mit der Zeugung durch Samenvermittlung umgehen sollten. Insbesondere sollten sie aber das Recht ihres Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung achten und akzeptieren, dass auch der genetische Vater des Kindes eine Rolle im Familiengefüge hat und dass das Kind seine Identität herausfinden kann, wenn es das möchte. Das ist insbesondere bei anonymer Samenvermittlung in Dänemark nicht der Fall. Inzwischen gibt es auch in Deutschland Samenbanken, die Samen an lesbische Paare vermitteln und bei denen dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung Rechnung getragen wird. Viele von uns würden es begrüßen, wenn ein Kind auch eine männliche Bezugsperson hat. Dies kann ein Freund, ein Familienmitglied oder auch der genetische Vater sein.

Wir haben unseren Sohn mit einer Samenspende bekommen und überlegen jetzt, ob wir ein weiteres Kind bekommen sollen. Würdet ihr sagen es hilft einem Spenderkind, ein Geschwisterkind zu haben, das diese Zeugungsart mit ihm teilt?

Unserer Meinung nach sollten die Eltern die Entscheidung nur davon abhängig machen, ob sie sich tatsächlich beide ein zweites Kind wünschen und weniger das zweite Kind in seiner Funktion als „Geschwisterchen“ sehen, das dem ersten Kind helfen könnte. Vermutlich hat das erste Kind über seinen genetischen Vater ohnehin Halbgeschwister, mit denen es seine Entstehungsgeschichte teilt und die es vielleicht einmal kennenlernt, wenn er Kontakt zu ihm aufnimmt. Wenn es den Eltern darum geht, dass das Kind nicht „alleine mit seinem Schicksal“ ist, gibt es die Möglichkeit zu Treffen mit anderen Spenderkinder-Familien. Kontakt zu diesen kann über DI-Netz oder DI-Familie hergestellt werden.

Ist es für Spenderkinder wichtig, Geschwister zu haben, die von demselben Spender abstammen?

Unsere Mitglieder haben teilweise sowohl Geschwister vom selben genetischen Vater als auch Geschwister, die von einem anderen Mann abstammen. Wenn Eltern denselben genetischen Vater nehmen können, würden die meisten von uns das bevorzugen. Lernt ein Kind später seinen genetischen Vater kennen, weiß auch das andere Bescheid. Falls die Wahl desselben genetischen Vaters aber nicht möglich oder eher ungünstig ist – zum Beispiel weil die Eltern sich ansonsten übereilt entscheiden müssten, ob sie ein weiteres Kind mit fremdem Samen bekommen möchten – hat keines unserer Mitglieder Probleme damit gehabt, „nur halb“ mit seinem Geschwisterkind verwandt zu sein.

Was haltet ihr von Samenspenden durch Familienmitglieder oder Freunde?

In unserem Verein gibt es keine Spenderkinder, die aus privater Samenvermittlung durch männliche Verwandte oder Freunde entstanden sind. Bei Samenvermittlung innerhalb der Familie oder durch Freunde hat das Kind die Möglichkeit, von Anfang an den zweiten genetischen Elternteil zu kennen. Das wird dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung gerecht und das halten wir für positiv. Schwierigkeiten können sich jedoch in der Familiendynamik ergeben. Bei einer Samengabe durch den Bruder wäre dieser der genetische Vater des Kindes mit der sozialen Rolle eines Onkels. Über das Kind gäbe es eine Verbindung zwischen der Mutter und dem Bruder des Mannes. Hat der Bruder oder der Freund bereits Kinder, wären diese die genetischen Halbgeschwister des Kindes.

Erforscht werden müssen insbesondere die Motive des Bruders oder Freundes, sich als „Samenspender“ anzubieten. Fühlt er sich hierzu vielleicht moralisch verpflichtet? Würde er sich möglicherweise gegenüber dem Kind doch auch als sozialer Vater fühlen? Ist ihm bewusst, dass er durch seine Rolle als genetischer Vater auch eine gewisse Verantwortung gegenüber dem Kind übernimmt? Wie würden er und der soziale Elternteil mit einem gesteigerten Interesse durch das Kind zurecht kommen? Es ist immer auch möglich, dass ein Kind mit Behinderungen oder Gendefekten auf die Welt kommt. Wie würde sich der Bruder des Mannes oder der Freund damit fühlen? Hierüber sollte ausführlich und in Ruhe gesprochen und nachgedacht werden.

Eine Einschätzung, ob ein Kind besser damit zurecht kommt, wenn sozialer und biologischer Vater verwandt oder den Eltern bekannt sind, können wir nicht geben. Die Familienkonstellation mit Geschwistern oder Freunden als genetische Elternteile des Kindes besitzt viel Spannungspotenzial. Das heißt aber nicht, dass die andere Situation für das Kind besser sein muss. Letztlich müssen die Wunschelternteile selbst eine Entscheidung treffen, deren Konsequenzen sie verantworten können.

Was haltet ihr von Samenspenden durch die behandelnden Ärzte?

In den letzten Jahren berichteten Medien über mehrere Fälle, in denen der behandelnde Arzt sich selbst ohne Wissen der Mutter als genetischer Vater des künftigen Kindes eingesetzt hat. Auch in unserem Verein sind drei solcher Fälle bekannt – in einem Fall war der betreffende Arzt Prof. Thomas Katzorke, der langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Donogene Insemination, der sich auch selbst intensiv in die politische Debatte eingebracht hatte und die Anonymität von „Samenspendern“ viele Jahre lang verteidigt hat. Aus Sicht von Spenderkindern ist es problematisch, wenn der Arzt sich als (ungewollter!) „Samenspender“ herausstellt, weil sie damit das Ergebnis einer ethischen Grenzüberschreitung im Arzt-Patientenverhältnis sind. Während die Mutter dachte, dass sie mit dem Sperma eines ihr unbekannten Mannes befruchtet wird, hat der sie behandelnde Arzt eigenmächtig entschieden, dass er sich mit ihr fortpflanzen möchte. Wegen dieser ethischen Grenzüberschreitung wird der Arzt in der Regel befürchten, dass sein Geheimnis aufgedeckt wird und einem Kontaktversuch des Kindes nicht positiv gegenüber stehen. Beim Kind kann es Befangenheit und einen Loyalitätskonflikt auslösen, wenn der Arzt der „Samenspender“ ist.

Was kann ich machen, um die Daten des Spenders für mein Kind zu sichern?

Du solltest die Klinik oder den Arzt im Namen des Kindes auffordern, die Daten an einen Notar herauszugeben, wo sie für Dein Kind aufbewahrt werden und es ab einem bestimmten Alter die Herausgabe fordern kann. Samenbanken, die von sich aus eine Hinterlegung bei einem Notar anbieten, sind zum Beispiel die Samenbank Erlangen und die Berliner Samenbank.

Wir raten davon ab, Ärzten oder Kliniken zu vertrauen, dass sie die Daten aufbewahren. Obwohl sie hierzu gesetzlich verpflichtet sind, kann es trotzdem Probleme bei der Herausgabe an das Kind geben. Daher sollte die Verwahrung bei einen Notar auch gefordert werden, wenn es Spenderdaten nach dem Inkrafttreten des Gewebegesetzes im Jahr 2007 mit einer dreißigjährigen Aufbewahrungsfrist betrifft. Aus unseren Erfahrungen passieren bei Reproduktionskliniken oft seltsame Dinge – Daten werden direkt vernichtet, es gibt ein Feuer, einen Wasserschaden oder die Daten gehen bei einem Umzug verloren. Bei einem Notar sind sie wesentlich sicherer und außerdem auch an einem neutralen Ort.

Ist es nicht am besten für Kinder aus einer Samenspende, nie davon zu wissen? So sind sie Teil einer ganz normalen Familie.

Nein. Wenn die Eltern sich für eine Familienbildung mit Hilfe eines Samenspenders entscheiden, dann ist das immer noch eine besondere Familienform, die eben nicht der Normalität entspricht. Sie ändert auch nichts an der Unfruchtbarkeit des Mannes, die weiterhin bestehen bleibt. Familienbildung durch Samenspende zu „normalisieren“ birgt die Gefahr, die besondere Herausforderung, die sie für alle Beteiligten darstellt, zu bagatellisieren. Auch wenn die Eltern dem Kind seine Entstehungsweise verheimlichen, wissen sie doch um die Beteiligung des „unbekannten Dritten“. Ab der Entscheidung für die Samenspende hat der Spender einen Platz im Familiensystem und wirkt auf die Familiendynamik ein. Außerdem kann die Zeugung durch eine Samenspende immer auch später durch einen unglücklichen Zufall herauskommen. Freunde oder Verwandte können es aus Versehen sagen, die Blutgruppe stimmt nicht überein, oder das Kind hat aus anderen Gründen eine Vermutung. Eine solche unfreiwillige Aufklärung kann zu einem tiefen Vertrauensbruch zwischen Spenderkind und Eltern führen. Auch ist es unserer Erfahrung nach umso schwieriger, mit der Zeugung durch Samenspende zurecht zu kommen, je später man davon erfährt.

Wir gehen davon aus, dass es am besten für eine Familie ist, wenn man offen mit der Entstehungsweise umgeht und auch über die daraus resultierenden Schwierigkeiten redet. Darüber hinaus sollten die Eltern wissen, dass Verschweigen auch aus rechtlicher Perspektive kritisch ist. Indem Eltern darüber entscheiden, was die Kinder über sich selbst wissen dürfen, missachten die Eltern die Persönlichkeitsrechte ihres Kindes. Denn sie achten das Recht ihres Kindes nicht, wenn sie ihnen solch fundamentales Wissen ihrer Existenz verschweigen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung, auch ein Spenderkind. Den meisten Menschen/Eltern ist Aufrichtigkeit als wesentlicher Wert eines vertrauensvollen Zusammenlebens wichtig. Durch das Verschweigen und Belügen wird Spenderkindern aberkannt, dass sie den gleichen moralischen Wert haben und die gleiche moralische Achtung verdienen. Ihnen wird nicht das gleiche Ausmaß an Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Mündigkeit entgegengebracht, das andere erwarten und für sich selbst im sozialen Umgang beanspruchen. Das Vertrauen, das die Kinder ihren Eltern entgegenbringen, wird dadurch gegen sie verwendet.

Verstört es Kinder nicht, wenn man ihnen sagt, dass sie mit ihrem Vater nicht genetisch verwandt sind und aus einer Samenspende stammen?

Wie Kinder auf die Zeugung durch einen anderen Mann / eine Samenvermittlung reagieren, kommt auf das Alter bei der Aufklärung, die Art der Aufklärung und die Persönlichkeit des Kindes an. Wir denken, dass es am besten ist, davon so früh wie möglich zu erfahren. Verschiedene Studien2 und unsere eigenen Erfahrungen im Verein zeigen, dass Kinder am besten mit der Situation zurechtkommen, wenn sie früh (etwa bis zum Kindergartenalter) über ihre Entstehungsweise aufgeklärt werden und es somit in ihrer Erinnerung keinen Zeitraum gibt, in dem sie nicht davon wussten. Das entspricht auch dem empfohlenen Aufklärungszeitraum bei Adoption. Das Kind wächst idealerweise mit dem Wissen um seine Entstehungsweise auf. Die Kinder können dieses Wissen dann in ihre Identitätsentwicklung integrieren. Bei späterer Aufklärung bzw. einer unfreiwilligen Aufklärung im Erwachsenenalter ist das Kind viel stärker herausgefordert, weil es seine Identität bis zu diesem Zeitpunkt auf ein anderes Fundament gebaut hatte, das durch die neue Information komplett umgebaut werden muss. Für die kindgerechte Darstellung gibt es inzwischen auch Bücher.

Eine weitere Befürchtung vieler Eltern ist die, dass sich die Aufklärung negativ auf die Beziehung des Kindes zum sozialen Vater auswirken könnte. Das muss aber, genau wie bei Adoptiv- und Pflegekindern oder Patchworkfamilien, nicht der Fall sein. Voraussetzung ist, dass eine soziale Beziehung zwischen Vater und Kind besteht, die aktiv aufgebaut werden muss und nicht selbstverständlich besteht. Wird versäumt, diese Beziehung aufzubauen, besteht anders als in “normalen” Familien keine biologische Verbindung als unausweichliche Bindung. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich der soziale Vater aktiv mit seiner Situation und damit, wie er seine Vaterrolle füllen möchte, auseinandersetzt und eine soziale Beziehung aufbaut.

Wenn die Eltern selbstbewusst mit der Entstehungsweise des Kindes und seinem genetischen Vater umgehen, wird auch das Kind nicht das Gefühl haben, dass es durch ein Verfahren gezeugt wurde, das den Eltern peinlich ist oder für das es sich schämen müsste.

Ich habe meine inzwischen erwachsene Tochter durch eine Samenspende bekommen, sie weiß nichts davon. Nachdem ich die Internetseite gelesen habe, würde ich es ihr gerne sagen, aber ich habe Angst vor ihrer Reaktion.

Wenn Du Deiner Tochter die Wahrheit sagst, zeigt das, dass Du ihre Würde achtest und dass Dir an einer aufrichtigen Beziehung zu ihr gelegen ist, in der Du ihr Vertrauen nicht länger missbrauchen möchtest. Für ihre Reaktion kommt auch stark auf die Art und Weise an, wie Du es ihr mitteilst. Versuch vorher, Dich in die Situation eines Menschen hineinzuversetzen, der eine solche Neuigkeit erfährt. Vielleicht kannst Du Dir ungefähr vorstellen, was einen in diesem Moment beruhigen würde. Unsere Ratschläge wären deswegen folgende (siehe auch die Ratschläge von Wendy Kramer): Versuche einfühlsam zu erklären, weswegen Du Dich für die Samenvermittlung entschieden hast und weswegen Du es so lange verheimlicht hast. Sag, dass Dir das Verheimlichen leid tut und Du eingesehen hast, dass dies nicht richtig war. Bezieh den anderen Elternteil mit ein und betone, dass genetische Verwandtschaft nicht allein ausschlaggebend für Elternschaft ist. Teil von Dir aus alles mit, was Du über die Klinik und den genetischen Vater weißt und sag Deiner Tochter, dass Du sie auf der Suche nach ihrem genetischen Vater unterstützen wirst, falls sie dies möchte.

Frag Deine Tochter nicht direkt, wie sie sich deswegen fühlt oder erwarte direkt, dass sie Dir vergibt. Du solltest akzeptieren, wenn sie wütend ist und erst einmal Abstand haben möchte. Wenn dem so ist, zeig Verständnis für diese Gefühle und bleibe gesprächsbereit. Versuche, Deine Gefühle immer wieder zu erklären. Wenn sie nicht mit Dir reden möchte, schreib einen Brief oder eine E-Mail. Letztendlich kann man auf niemanden ewig wütend sein, der Fehler eingesehen hat und sich dafür entschuldigt. Es wird vielleicht erst einmal (nicht zwingend) eine nicht so angenehme Zeit für Dich werden – aber Du wirst Dich dadurch auch befreit fühlen und die Möglichkeit für eine ehrliche und damit tiefere Beziehung schaffen.

Meine Schwester und ihr Mann haben ihre fünfzehnjährige Tochter mit einer Samenspende bekommen. Einige Familienmitglieder wissen davon, aber meine Nichte weiß es nicht. Ich finde das Verschweigen ihr gegenüber unfair, soll ich sie aufklären?

Wir denken, dass die Aufklärung idealerweise von den Eltern und nicht von Verwandten oder Freunden ausgehen sollte. Was Du aber tun könntest, um Deiner Nichte zu helfen, ist Deine Schwester darauf anzusprechen, dass Du ihr Verhalten gegenüber Deiner Nichte bevormundend findest und dass Deine Nichte ein Recht auf Wissen über ihre Abstammung hat. Vielleicht kannst Du sie mit dem Hinweis auf Erfahrungsberichte von Spenderkindern oder Empfehlungen zur Aufklärung überzeugen. Auch kannst Du sie darauf hinweisen, dass die Möglichkeit besteht, dass Deine Nichte es doch noch irgendwann unfreiwillig erfährt, wenn bereits einige Familienmitglieder davon wissen.

Wünscht ihr Euch manchmal, ihr hättet nie erfahren, durch eine anonyme Samenspende gezeugt worden zu sein?

Dieses Gefühl hat noch keines unserer Mitglieder geäußert. Die wenigsten Menschen möchten, dass ihnen wesentliche Tatsachen über ihr Leben verheimlicht werden. Indem eine Person (z.B. Eltern oder Ärzte) darüber entscheidet, was eine andere Person (z.B. erwachsene Spenderkinder) wissen darf, bevormundet sie den anderen Menschen. Wir sind erwachsene Menschen und wollen nicht bevormundet werden. Gegenseitiges Vertrauen ist für viele Menschen wichtige Beziehungsgrundlage. Wenn Eltern das Vertrauen ihrer Kinder in sie ausnutzen um ihnen in solch einem existenziellen Bereich falsche Tatsachen vorzuspielen, missbrauchen sie damit das Vertrauen ihrer Kinder. Dieser Vertrauensmissbrauch verletzt deshalb insbesondere Spenderkinder, die spät und/oder zufällig von ihrer Entstehung erfahren. Wir wünschen uns deshalb nicht keine, sondern eine frühe Aufklärung.

III. Allgemeine Fragen

Wie sollte Samenspende Eurer Meinung nach rechtlich geregelt werden?

Die Antwort hierzu steht unter Politische Forderungen.

Wieso ist es so wichtig für euch, den Spender kennenzulernen?

Dieser Mensch ist unser genetischer Vater. Wir möchten wissen, von wem wir genetisch abstammen. 50 % unserer Anlagen haben wir von ihm. Unser körperliches Aussehen, die Anlagen für unsere Persönlichkeitsentwicklung und Dispositionen für Krankheiten haben wir zur Hälfte von ihm und wir werden diese zum Teil an unsere eigenen Kinder weitergeben. Als Menschen existieren wir nicht nur im gegenwärtigen Moment, sondern sind genealogisch eingebunden in eine Abfolge von Generationen vor und nach uns. Auch für diese individuelle Einordnung in die Menschheitsgeschichte ist die eigene Abstammung iein wichtiger Teil unserer Identitätsbildung. Damit ist keine Idealisierung der eigenen Herkunft gemeint, sondern ihre Kenntnis, die Identifikation und Abgrenzung ermöglicht. In den meisten, wenn nicht in allen Gesellschaften, werden die biologischen Verbindungen als wichtig angesehen. Das zeigt sich in der Wertschätzung physischer Ähnlichkeit zwischen Kindern und Eltern, die Verbindung und Familienkontinuität repräsentiert.3

Nicht zufällig interessieren sich so viele Menschen für Ahnenforschung. Auch in der Adoptionsforschung hat, man festgestellt, dass die Kenntnis der eigenen Abstammung wichtig sein kann, was deshalb für adoptierte Kinder dokumentiert wird.

Bei der Vermittlung von Samen entscheiden Dritte, nämlich die Reproduktionsmediziner, die unzureichend dokumentieren, bzw. keine Informationen herausgeben, dass es für uns als entstandene Spenderkinder nicht wichtig sein darf und nicht möglich ist, zu erfahren, wer unser genetischer Elternteil ist. Das ist eine Kompetenzüberschreitung der Mediziner und Bevormundung von uns als erwachsenen Menschen die wir nicht hinnehmen wollen.

Was erwartet ihr von dem Spender?

Wir würden es sehr schätzen, wenn wir uns einmal treffen und miteinander reden könnten. Momentan kennen wir nur die eine Hälfte unserer Herkunft, unsere Mutter und ihre Geschichte. Für unsere persönliche Identität wäre es hilfreich, auch die andere Hälfte zu kennen, um da, wo wir unsere Identität im Moment nur auf ein schwarzes Loch gründen, eine reale Person, unseren genetischen Vater und seine Geschichte einfügen können.

Ist die soziale Elternschaft nicht viel wichtiger als die genetische?

Wir möchten gerne selbst überprüfen, ob wir soziale Elternschaft für wichtiger als genetische Verwandtschaft halten und dies nicht Ärzte oder unsere Eltern für uns entscheiden lassen. Dieses Recht steht nur uns zu, alles andere ist eine Bevormundung.

Die Debatte, ob die Sozialisierung oder die Gene wichtiger für die Entwicklung eines Menschen sind, ist alt. Auch wenn die wissenschaftliche Gewichtung mal zu Gunsten der einen und mal zu Gunsten der anderen Seite ausfällt, lässt sich festhalten, dass auf jeden Fall beides eine Rolle spielt. Unsere genetischen Voraussetzungen werden vererbt und daher ist die Kenntnis der genetischen Abstammung eben AUCH wichtig für die Identität eines Menschen. Für Adoptivkinder ist das schon lange anerkannt, ihre Eltern werden im Geburtsregister festgehalten und Adoptierte können ab dem Alter von 16 Jahren Einsicht nehmen.

Auch aus medizinischer Sicht kann es sehr aufschlussreich sein, zu wissen, welche Krankheitsgeschichte ein genetischer Elternteil und dessen Familie mitbringt, nicht nur im Fall von Knochenmarktransplantationen, sondern auch in anderen Bereichen, um abzuschätzen, welche Neigungen und Risiken bestehen. Bei bestimmten Risiken wie Brustkrebs kann man dann zum Beispiel öfter zu Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Außerdem haben wir vermutlich Geschwister, die wir ebenfalls gerne kennenlernen würden.

Der Spender wollte doch damals nur helfen und hat sich darauf verlassen, dass er anonym bleiben kann.

Diese Sichtweise stellt die Interessen des genetischen Vaters und der Wunscheltern über die von uns Kindern. Unser genetischer Vater hat freiwillig und bewusst Samen abgegeben, damit daraus ein Kind entsteht. Er hat sich damit selbst in diese Situation gebracht. Er wusste, dass durch ihn vermutlich Kinder entstehen. Wir Spenderkinder haben uns dagegen nicht ausgesucht, so geboren zu werden – und aus diesem Grund kann unsere Zeugungsart nicht dazu führen, dass wir weniger Rechte haben. Im normalen Leben würde man einem Mann niemals zugestehen, er habe sich darauf verlassen, dass er anonym ein Kind zeugen könne. Verträge zu Lasten Dritter – was eine Anonymitätsvereinbarung ist – waren außerdem nach deutschem Zivilrecht schon immer nichtig.

Ist es nicht zu viel verlangt vom Spender, dass er mit mehreren leiblichen Kindern Kontakt aufnimmt? Er könnte jetzt selbst eine Familie haben.

Wir möchten das Familienleben unseres genetischen Vaters nicht stören. Wir würden uns freuen, wenn er zu seiner Entscheidung in der Vergangenheit Samen abzugeben, damit daraus Kinder entstehen stehen würde, auch vor seiner Familie. Wir sind freundliche Menschen und keine Bedrohung.

Wir gehen außerdem davon aus, dass ein Treffen unseres genetischen Vaters für uns sowie auch für ihn ein interessantes und vielleicht auch schönes Erlebnis sein könnte. Es gibt zahlreiche Berichte aus den USA und den Niederlanden über solche Treffen, in denen die genetischen Väter erzählt haben, dass es eine wichtige Erfahrung für sie war. ((Jadva V, Freeman T, Kramer W, Golombok S (2011) Sperm and oocyte donors’ experiences of anonymous donation and subsequent contact with their donor offspring. Human Reproduction, (3) 26, S. 638–645, S. 643; Smith I (2013), Sperm donors – Moving out of the Shadows. Contact and connection between former sperm donors and their offspring – experiences and perspectives. Australian Journal of Adoption 7 (2).))

Warum seid ihr nicht glücklich, dass es diese Methode gibt? Ohne diese wärt ihr nie geboren worden.

Wir sind gegen die Umstände unserer Zeugung durch Samenvermittlung, nämlich die Anonymität unserer genetischen Vater und den nicht-offenen Umgang mit dieser Zeugungsart. Es ist eine nicht bewiesene Annahme, dass unsere genetischen Väter nur unter der Zusicherung von Anonymität dazu bereit waren, Samen zur Zeugung von Kindern abzugeben. Davon abgesehen ist die Logik dieser Frage/Unterstellung schief. Auch aus etwas Schlechtem – anonymer Samenvermittlung – kann etwas Gutes, nämlich wir, entstehen. Kinder, die durch eine Vergewaltigung entstanden sind, müssen sich auch nicht darüber freuen, dass ihre Mutter vergewaltigt wurde.

Wenn die Spender nicht mehr anonym sein können, wird die Zahl der Spender sinken und kinderlose Paare können sich ihren Lebenstraum nicht mehr erfüllen.

Diese Annahme wird immer wieder geäußert, ist aber widerlegt. In Länder wie Schweden, Österreich und England ist anonyme Samenvermittlung nicht erlaubt und es gibt nicht weniger Männer als zuvor, die Samen abgeben. Allerdings ist teilweise die Nachfrage gestiegen, weil mehr lesbische Paare und alleinstehende Frauen eine Samenvermittlung in Anspruch nehmen.

Auch nach dem Urteil des OLG Hamm vom 6. Februar 2013, das auch ein Spenderkind ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung in Deutschland hat, hat die Zahl der Männer, die ihren Samen ärztlich zur Zeugung von Kindern vermitteln lassen, in Deutschland nicht abgenommen. Entscheidend ist, dass die genetischen Väter nicht zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden können. Wenn ein Mann wirklich nur kinderlosen Paaren helfen möchte, dann sollte er sich auch über die Gelegenheit freuen können, 18 Jahre später dem durch ihn gezeugtem Kind helfen zu können, indem er einem Kontakt zustimmt.

Davon abgesehen sind Kinder kein Mittel, um einen Lebenstraum zu erfüllen. Sie sind eigenständige Personen mit eigenen Wünschen und Rechten. Es ist zynisch zu sagen, dass die Rechte der zukünftigen Kinder verletzt werden dürfen, nur damit die Eltern nicht kinderlos bleiben.

Warum möchtet ihr, dass die Zahl der durch einen Spender gezeugten Kinder ausdrücklich auf zehn begrenzt wird?

Eine Begrenzung auf zehn Kinder minimiert die Wahrscheinlichkeit, dass eine/r von uns eine sexuelle Beziehung mit einem genetischen Halbgeschwisterkind eingeht. Inzest ist in Deutschland strafbar, und eine solche Handlung würde auf jeden Fall den objektiven Tatbestand erfüllen. Falls Kinder aus einer solchen Verbindung hervorgehen, haben sie ein höheres Risiko von Erbkrankheiten. Schätzungen zufolge ist bei einer Zahl von zwischen 10 und 15 durch einen „Samenspender“ gezeugten Kindern die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass sie zufällig aufeinander treffen. Auch wenn die Anonymität der genetischen Väter aufgehoben wird (wofür wir ja eindeutig sind), würden wohl nicht alle Eltern ihren derart gezeugten Kindern die Wahrheit sagen. Deswegen kann es auch dann immer noch passieren, dass durch denselben Mann gezeugte Kinder sich verlieben.

Davon abgesehen sollte es im Idealfall ja so sein, dass der genetische Vater auch dazu bereit ist, einen persönlichen Kontakt mit dem durch ihn gezeugten Kind einzugehen. Je mehr Kinder aber durch ihn gezeugt werden, desto weniger istdas umsetzbar. Wer kann schon 100 Kinder als Individuen wahrnehmen?

Ein weiteres Argument ist, dass ein Mann im normalen Leben wohl auch kaum mehr als diese Kinderzahl bekommen würde. Einige von uns haben vermutlich sehr viele Halbgeschwister, weil die Kliniken eine solche Begrenzung früher nicht hatten und auch heute schwierig kontrollieren können. Für uns ist es ein sehr seltsames Gefühl, vermutlich so viele Halbgeschwister zu haben. Wir würden sie gerne kennenlernen. Aber gleichzeitig bekommt man so das Gefühl, aus einer Massenproduktion zu kommen.

Nicht zuletzt ist es auch im Sinne der genetischen Väter, dass sie wissen, worauf sie sich einlassen. Viele genetische Väter wissen überhaupt nicht, wie viele Kinder durch sie entstanden sind – das ist auch eigentlich nicht fair, denn wenn sie schon anderen helfen, sollten sie doch auch über die Erfolge Bescheid wissen.

Der Spender möchte wahrscheinlich keinen Kontakt zu Euch, sonst hätte er sich doch schon gemeldet. Welchen Sinn macht es daher, nach ihm zu suchen?

Unser genetischer Vater hat von sich aus gar keine Möglichkeit, sich bei uns zu melden, weil er gar nicht weiß, aus welchen seiner Samenabgaben Kinder entstanden sind und wie viele Kinder er gezeugt hat. Vielleicht hat er auch noch nicht von unserem Verein gehört oder denkt nicht, dass durch ihn gezeugte Kinder unter uns sind. Vielleicht ändert er auch seine Meinung, wenn er uns als konkrete Menschen wahrnimmt und sieht, dass er nichts zu befürchten hat. Außerdem musste er sich auch verpflichten, genau wie umgekehrt die Eltern, keine Nachforschungen anzustellen um die Anonymität zu wahren. Studien4 haben außerdem ergeben, dass selbst eine beträchtliche Anzahl von „Spendern“, die von einer anonymen Samenabgabe ausgegangen sind, inzwischen zu einem Kontakt bereit wären.

Was haltet ihr von Registern, über die sich Spender und die Spenderkinder finden können, als Antwort auf die Bedürfnisse von Spenderkindern?

Wir finden diese Register sehr gut und nutzen mit dem DNA-Test Family Finder des US-amerikanischen Unternehmens FTDNA einen solches Register, um unsere genetischen Väter und Halbgeschwister zu finden. Ein solches Register ist aber eher eine Milderung des Verlusts von Spenderkindern, die zu eine Zeit gezeugt wurden, als ihre Rechte nicht berücksichtigt wurden. Da die Eintragung der genetischen Väter freiwillig ist, kann ein Register kein Ersatz für eine rechtliche Regelung von Samenvermittlung sein..

Interessiert ihr euch nicht nur deswegen für den Spender suchen bzw. kritisiert den momentanen Umgang mit Samenspende, weil ihr aus „zerrütteten Familien“ kommt?

Hierbei handelt es sich um eine Schutzbehauptung, um sich nicht näher mit unserer Meinung als direkt Betroffenen auseinandersetzen zu müssen. Kein Außenstehender kennt unsere Familien so gut, dass er sich ein Urteil erlauben könnte. Im Grunde geht es bei dem Vorwurf (wieder mal) um die Rechtfertigung unseres Bedürfnisses der Kenntnis der eigenen Abstammung kombiniert mit dem Vorwurf, dass wir uns ohne Selbstreflektion von unterdrückten Gefühlen und Wünschen leiten ließen.

Eine Umfrage unter uns Spenderkindern im Februar 2011, an der sich ein Drittel unserer Mitglieder beteiligt hat, ergab, dass bei etwas mehr als die Hälfte die Eltern getrennt oder geschieden sind. Als zerrüttet würde aber nur ein Drittel die eigene Familie einordnen und betont, dass dies auch an anderen Faktoren als der Samenvermittlung liegen würde. Auch diejenigen, die ihre Familie als zerrüttet einordnen würden, meinen aber, dass dies nichts mit ihrem Wunsch zu tun hat, wissen zu wollen, wer ihr genetischer Vater ist. Einhellig alle betonen, dass es hierbei um den Wunsch geht, mehr über sich selbst zu erfahren und den Menschen, von dem wir die Hälfte unserer Anlagen geerbt haben, und dass ihr Interesse alleine dadurch geweckt wurde, dass eine weitere Person an unserer Zeugung beteiligt war.

Davon abgesehen ist unklar, was der Begriff „zerrüttete Familien“ überhaupt bedeuten soll – Probleme, viele Probleme, getrennt oder geschieden? Nicht zuletzt könnten einige Spenderkinder-Familien gerade deswegen zerrüttet sein, weil die Samenvermittlung lange Zeit ein Familiengeheimnis war. Wenn es einen Hintergrund gibt, der uns alle verbindet, dann eher, dass wir alle nachdenkliche Menschen sind.

Der Großteil der Spenderkinder hat an dieser Entstehungsweise wahrscheinlich nicht auszusetzen und möchte nur nicht an die Öffentlichkeit gehen.

Dass es einen Großteil von Spenderkindern gibt, der mit den momentanen Umständen von Samenvermittlung einverstanden ist, ist reine Spekulation und kann schon deswegen kein Argument sein. Es handelt sich dabei nur um einen wenig überzeugenden Begründungsversuch, weswegen man unsere Erfahrungen und Forderungen nicht ernst nehmen müsse. Wir vermuten eher, dass immer noch zu viele Spenderkinder überhaupt nichts von ihrer Zeugungsart wissen.

IV. Fragen zu DNA-Tests

Seid ihr an den DNA-Tests beteiligt, die ihr empfehlt?

Wir sind weder gesellschaftsrechtlich an Family Tree DNA, dem Unternehmen die den Family Finder Test anbieten, beteiligt noch bekommen wir eine Vermittlungsprämie. Auf unserer Internetseite gesetzte Links sind keine Affiliate-Links. Wir halten Family Finder für einen Service, den wir gut für unsere Zwecke einsetzen können, nach Verwandten zu suchen, aber haben keinen Einfluss auf das Unternehmen.

Wie sieht es mit dem Schutz der Privatsphäre bei den Tests aus?

Wir können keine allgemeinen Aussagen zum Schutz der Privatsphäre bei den verschiedenen DNA-Tests machen.

Wer seine Privatsphäre aber stärker schützen möchte, kann folgende Maßnahmen ergreifen:

  • den Test an die Adresse von Freunden schicken lassen;
  • Familienmitglieder oder Freunde bitten, den Test zu bezahlen;
  • einen anderen Namen angeben (die Identität wird nicht überprüft);
  • nur den Anfangsbuchstaben des Vornamens angeben.

Solltest Du Deine persönliche Adresse angegeben haben, kannst Du sie später in Deinem Profil unter den persönlichen Angaben löschen. Du kannst meistens auch bestimmen, welche Informationen andere Mitglieder der Datenbank von Dir sehen können oder bestimmen, ob Deine Daten (meist anonymisiert) zu Forschungszwecken genutzt werden können.

Findet ihr es nicht unheimlich, eure genetischen Daten an ein Unternehmen herauszugeben?

Wir können gut verstehen, dass einigen unwohl bei dem Gedanken ist, seine DNA-Informationen an ein Unternehmen zu schicken. Das ist aber die Voraussetzungen jeglicher DNA-Tests, die bislang immer über Unternehmen laufen. Nur ein DNA-Test kann aber letztlich bestätigen, ob man wirklich mit einer anderen Person verwandt ist. Family Finder ist zwar kein deutsches, sondern ein US-amerikanisches Unternehmen, aber auch in den USA stellt die Zusicherung, Daten vertraulich zu behandeln, ein bindendes Versprechen dar, über das auch Verbraucherschutzorganisationen wachen. Selbst wenn Daten trotzdem weitergegeben werden, dürfen DNA-Daten in Deutschland übrigens nicht dafür verwendet werden, um zu überprüfen ob man mit der betreffenden Person einen Vertrag abschließen möchte (z.B. über eine Versicherung). Zuletzt sollte einem bewusst sein, dass die DNA die biologischen Anlagen abbildet, aber eigentlich wenig darüber aussagt, was für eine Person man ist. Dafür sind andere Daten – wie zum Beispiel die besuchten Internetseiten, Verhalten auf sozialen Netzwerken, Bank- und Kreditkartendaten – wesentlich aufschlussreicher.

  1. Wir verwenden hier sowohl den Begriff „Klinik“ als auch „Praxis“, tatsächlich gibt es neben Kliniken, die Keimzellen vermitteln auch viele Praxen, die Keimzellen vermitteln. Manche lassen sich den Samen von großen Samenbanken schicken. []
  2. Blyth E, Langridge D, Harris R (2010) Family building in donor conception: parents’ experiences of sharing information, in: Journal of Reproductive and Infant Psychology (2) 28, S. 116–127, S. 124-125; Blake L et. al (2010) ‘Daddy ran out of tadpoles’: how parents tell their children that they are donor conceived, and what their 7-year-olds understand. Human Reproduction (10) 25, S. 2527–2534, S. 2532; Baran A, Pannor R (1997) The Psychology of donor insemination. In: Kaplan Roszia S, Baran A, Coleman L. Creating Kinship, University of Southern Maine, S. 11-19, S. 13 []
  3. Daniels K, Meadows L (2006) Sharing information with adults conceived as a result of donor insemination. Human Fertility (2) 9, S. 93 – 99, S. 94. []
  4. Thorn P, Katzorke T, Daniels K (2008) Semen donors in Germany: A study exploring motivations and attitudes. Human Reproduction (11) 23, S. 2415–2420; Daniels K, Blyth E, Crawshaw M, Curson R (2005) Short Communication: Previous semen donors and their views regarding the sharing of information with offspring. Human Reproduction (6) 20, S. 1670–1675, S. 1672. []