Archiv der Kategorie: Medienauftritt

Mitglieder des Vereins Spenderkinder in den Medien

ZDF Terra Xpress „Wer ist mein Vater“ am Sonntag, den 8. August 2021

Am Sonntag, den 8. August, ging es in der ZDF-Sendung Terra unter dem Titel „Wer ist mein Vater? Anonyme Samenspender und ihre Kinder“ (noch in Mediathek abrufbar, Minute 1 bis 12) um die Kontaktaufnahme zwischen Spenderkindern und dem leiblichen Vater bzw. Halbgeschwistern.

Udo gab in den 80er Jahren, 7 Jahre lang alle zwei Wochen, in einer Frauenarztpraxis in Essen Samen ab, damit daraus Kinder gezeugt würden. Jahrzehnte später wird er durch einen Zeitungsartikel darauf aufmerksam, dass viele Spenderkinder auf der Suche nach ihren leiblichen Vätern sind. Udo nimmt Kontakt mit dem Verein Spenderkinder auf und registriert sich in einer DNA-Datenbank, damit seine Kinder ihn finden können. Er erzählt auch seiner Tochter Andrea davon. Die Kinder, die er gezeugt hat, sind ihre Halbgeschwister. 

Christoph erfährt von seiner Mutter, dass er mit Samen aus Essen entstanden ist. So konnte seine Mutter ein leibliches Kind bekommen. Nun ist er auf der Suche nach seinem leiblichen Vater. In einer DNA-Datenbank findet er einen nahen Verwandten.

Sunny entstand in Berlin mit Samen, den der Arzt ihrer Mutter vermittelte. Im Alter von 10 Jahren erfuhr sie davon. Als Erwachsene hat sich Sunny in einer DNA-Datenbank registriert. Auch sie hat einen nahen Verwandtentreffer.

Wir Spenderkinder wünschen uns sehr, dass weitere „Samenspender“ Udos und Peters Beispiel folgen, zu ihren genetischen Kindern stehen und sich am besten in einer DNA-Datenbank registrieren. So können suchende Kinder sie direkt finden. Alternativ freuen wir uns auch, wenn sich ehemalige „Samenspender“ direkt bei unserem Verein melden und zum Beispiel ein Suchprofil auf unsere Homepage setzen.

Rechtliche Ergänzung zum Beitrag: Auf das Recht des Kindes, den Namen seines genetischen Vaters zu erfahren, wies bereits 1970 der Justiziar der Bundesärztekammer im Zusammenhang zur Samenvermittlung hin.Seit 2018 gibt es ein zentrales Register, bei dem Spenderkinder unabhängig von den Ärzten ihrer Mütter Auskunft erhalten können. Anonymitätsversprechen waren hatten aber auch vorher keine rechtliche Grundlage.

WDR-Sendereihe Lebenszeichen „Die Schattenseiten der Leihmutterschaft“ am Sonntag, 1. August 2021

Am Sonntag, den 1. August, ging es in der WDR-Sendereihe Lebenszeichen um Die Schattenseiten der Leihmutterschaft. Der Bindungsforscher und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch, die Humangenetikerin und Philosophin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, die durch Eizellvermittlung und Leihmutterschaft entstandene 19jährige Katy sowie Spenderkinder-Vorstandsmitglied Anne diskutierten Leihmutterschaft aus zwischenmenschlicher Sicht. Oft wird „Leihmutterschaft“ als technische Möglichkeit verhandelt, an ein Kind zu kommen. Doch alle Beteiligten sind Menschen, erleben Gefühle und Verbindungen. Auch das Kind ist ein Subjekt und darf kein Vertragsobjekt werden. Der Verein Spenderkinder lehnt Leihmutterschaft ab.

Die Sendung ist bis Juli 2022 abrufbar, auch zum Nachlesen als PDF.

Kleine Korrektur zu Katys Situation: Katy hat keinen Kontakt zu ihrer Leihmutter, jedoch relativ guten Kontakt zu ihrer genetischen Mutter (der „Eizellspenderin“) und ihrer Familie.

ZDF-Doku „Der blinde Fleck in meinem Leben“ am Dienstag, den 13. Juli 2021

Am Dienstag, den 13. Juli, wurde um 22.15 Uhr in der ZDF-Sendereihe 37 Grad die Dokumentation Der blinde Fleck in meinem Leben. Die Ungewissheit einer Samenspende von Julia Kaulbars gezeigt. Darin berichtet auf der einen Seite der ehemalige „Samenspender“ Peter wie er sich für seine genetischen Kinder findbar macht und auf der anderen Seite Spenderkind Astrid von ihrer erfolgreichen Suche nach ihrem genetischen Vater. Die Sendung ist weiterhin über den Link abrufbar.

Peter gab von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre in der Samenbank in Essen Samen ab. Er erfährt, dass viele Spenderkinder auf der Suche nach ihren genetischen Vätern sind und entschließt sich daraufhin, sich in DNA-Datenbanken zu registrieren, damit er gefunden werden kann.

Astrid erfährt im Alter von 40 Jahren von ihrer Entstehungsweise, nachdem sie ihr Leben lang das Gefühl hatte, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmt. Daraufhin macht sie sich auf die Suche nach ihrem genetischen Vater.

Wir Spenderkinder wünschen uns sehr, dass weitere „Samenspender“ Peters Beispiel folgen, zu ihren genetischen Kindern stehen und sich am besten in einer DNA-Datenbank registrieren. So können suchende Kinder sie direkt finden. Alternativ freuen wir uns auch, wenn sich ehemalige „Samenspender“ direkt bei unserem Verein melden und zum Beispiel ein Suchprofil auf unsere Homepage setzen.

Rechtliche Ergänzung zur Doku: Auch vor 2018 gezeugte Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer ihre leiblichen Eltern sind. Darauf wies bereits 1970 der Justiziar der Bundesärztekammer im Zusammenhang zur Samenvermittlung hin. Bis 2018 gezeugte Spenderkinder sind dazu jedoch auf die Auskunftsbereitschaft der Ärzte angewiesen, die den Samen vermittelten. Deswegen ist es so wichtig, dass es seit 2018 ein zentrales Register gibt, bei dem Spenderkinder unabhängig von einzelnen Ärzten Auskunft erhalten können.

Am Vortag gab es in Verbindung mit einer Vorschau zur Doku ein Interview mit Spenderkindervorstandsmitglied Anne zu psychologischen Aspekten bei Samenvermittlung im ZDF-Servicemagazin Volle Kanne.

Filmpremiere MENSCHENSKIND! beim DOK.fest München2021

Der Film MENSCHENSKIND! feiert beim Dokumentarfilmfestival in München seine Deutschlandpremiere! Die Filmemacherin Martina Belobrovaja ist Mutter einer aus privater Samenvermittlung hervorgegangenen Tochter. Im Dokumentarfilm MENSCHENSKIND! zeigt sie ihre eigene Familiengeschichte und die anderer nicht normativer Familien. Zwei erwachsene Spenderkinder sind auch dabei.

Das DOK.fest München 2021 beginnt am Mittwoch, 5. Mai. Man kann den Film bis zum 23. Mai online sehen. Tickets gibt es für 6 € direkt beim Film. Für Neugierige gibt es vorab schon den Trailer.

(c) DOK.fest München MENSCHENSKIND!

Welt am Sonntag „Suche nach dem Vater“ am 21. Februar 2021

In der Welt am Sonntag vom 21. Februar 2021 erzählt der Artikel „Suche nach dem Vater“ von Wolfgang Büscher die Geschichte der Halbgeschwister Alexander, Stefano, Nina und Anne (mir). Wir haben uns über DNA-Datenbanken gefunden und sind nun gemeinsam auf der Suche nach unserem genetischen Vater. Der Artikel ist auch als Online-Version verfügbar, unter dem Titel Anonyme Samenspender – „Du bist eben der Sohn deiner Mutter“ allerdings nur mit Welt-Abo (kostenloser Probemonat möglich).

Anders als es in der Zusammenfassung der Printausgabe steht, ist das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung altbekannt und waren Anonymitätsversprechen immer ungültig.

Im Artikel wird beschrieben, dass Stefanos Eltern zunächst ein Spanier als „Spender“ zugesagt worden war. Stefanos DNA-Test zeigte jedoch, dass er keine spanischen Wurzeln hat. Wer ist dann unser genetischer Vater? Wir freuen uns sehr über alle Hinweise. Und natürlich freuen wir uns auch über weitere Halbgeschwister! Auch Menschen, die selbst keine Spenderkinder sind, uns aber bei der Suche helfen möchten, können das tun, indem sie sich selbst in DNA-Datenbanken registrieren lassen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto einfacher können Verbindungen aufgespürt werden.

Interview mit Spenderkinder-Mitglied Kerstin im Online-Magazin „im gegenteil“ am 23. Februar 2021

Im Interview Ich bin ein (Samen-) Spenderkind: Wie es sich anfühlt, den genetischen Vater nicht zu kennen erzählt Spenderkinder-Mitglied Kerstin wie sie mit 34 Jahren davon erfahren hat, ein Spenderkind zu sein. Im Gespräch mit Jenny Beck, Redakteurin des Online-Magazins „im gegenteil“, sagt sie, wie wichtig eine ehrliche Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist. Obwohl sie erst als Erwachsene von ihrer Entstehungsweise erfahren hat, erlebte sie die Aufklärung als positiv und große Erleichterung.

Kerstins Botschaft an Eltern lautet: Klärt eure Kinder auf, am besten früh – aber besser spät als nie!

NDR-Podcast: Spenderkinder auf der Suche nach ihrer Identität

Im ersten Teil des zweiteiligen NDR-Podcasts „Spenderkinder auf der Suche nach ihrer Identität“ geht es darum, wie wichtig es ist, dass Spenderkinder frühzeitig von ihrer Entstehungsweise erfahren. Die Spenderkinder-Mitglieder Martina und Sandra berichten, wie sie es erlebten, nicht aufgeklärt zu sein und wie es ihnen nach der Aufklärung ging. Sandra hat ihren leiblichen Vater nach aufwendiger Recherche ausfindig gemacht. Anders als im Podcast dargestellt, sucht Martina weiterhin und hat dazu auch den Rechtsweg eingeschlagen.

Im zweiten Teil – u.a. mit Spenderkinder-Mitglied Britta, Dietrich (Brittas leiblichem Vater) und Constanze (dessen Frau) geht es um die Zeit nach der Aufklärung. Britta, Dietrich und Constanze schildern sehr anschaulich und differenziert welche Herausforderungen sie bei der Integration erlebt haben. Der zweite Teil endet mit der Vermutung, dass frühe Aufklärung dazu führen könnte, dass der genetische Vater dem Kind gar nicht so wichtig ist. Das zeigen unsere Erfahrungen und auch die Studienlage nicht.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 weist aus, dass sich Kinder heterosexueller Eltern später auf die Suche machen, als Kinder homosexueller Eltern. 35% der Kinder heterosexueller Eltern und 72% der Kinder lesbischer Mütter gaben im Alter von 11 Jahren erstmals Interesse an ihrem leiblichen Vater an. Im Alter von 18 Jahren waren dies 65% der Kinder heterosexueller Paare und 95% der Kinder lesbischer Mütter.1 Das entspricht unserer Beobachtung, dass (früh-)aufgeklärte Spenderkinder häufig eine ausgeprägte Schonhaltung gegenüber ihren Eltern haben, weil sie diese nicht verunsichern oder verletzen möchten. In der internationalen Spenderkinderumfrage von 2020 gab etwa ein Drittel der Spenderkinder an, dass ihre Eltern ihre wahren Gefühle hinsichtlich ihrer Entstehungsweise nicht kennen.

  1. Beeson D, Jennings P, Kramer W (2011) Offspring searching for their sperm donors: how family type shapes the process. Human Reproduction 9 (26), S. 2415–2424, S. 2420. []

Das Gefühl, in der falschen Familie zu leben – ein Beitrag im Deutschlandfunk am 23. Dezember 2020

Die Spenderkinder-Mitglieder Sandra und Martina erzählen im Beitrag „Das Gefühl, in der falschen Familie zu leben“ im Deutschlandfunk, dass sie schon früh das Gefühl hatten, dass sie nicht ganz in ihre Familien hineinpassten. Die Fantasien reichten von der Idee, adoptiert, im Krankenhaus vertauscht worden oder womöglich durch eine Vergewaltigung entstanden zu sein. Obwohl sie ihre Eltern darauf ansprachen, erfuhren sie erst als Erwachsene von ihrer Entstehung durch ärztliche Samenvermittlung.

Julia Inthorn vom Evangelischen Zentrum für Gesundheitsethik weist darauf hin, dass Eltern ihre Kinder unbedingt über ihre Herkunft aufklären sollten, weil Ehrlichkeit von Kindern ganz hoch gewichtet werde. Dazu sei ergänzt, dass der Wunsch nach Ehrlichkeit keine Eigenart von Kindern ist, sondern auch die meisten Eltern erwarten, dass ihre Kinder ihnen gegenüber ehrlich sind. Ehrlichkeit ist die Grundlage einer gegenseitig vertrauensvollen Beziehung.

Der Humangenetiker Wolfram Henn spricht als Aufklärungshürde an, dass Unfruchtbarkeit von vielen Menschen als Makel wahrgenommen wird. Er befürchtet, dass die Aufdeckung eines Familiengeheimnisses über eine Samenspende Familien in schwere Krisen stürzen und insbesondere beim sozialen Vater Schaden anrichten könne. Daher müsse man dies gut abwägen. Aus Sicht des Vereins Spenderkinder wird damit eine ehrliche Beziehung zwischen Eltern und Kind vom Wohlergehen des sozialen Vaters abhängig gemacht.

Diese Haltung bestürzt uns besonders, da ein Mitglied des Deutschen Ethikrates sie einnimmt. Wird hier ernsthaft erwogen, das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung zu missachten, um dem sozialen Vater eine Beziehung zum Kind zu sichern? Eine Beziehung, die offenbar nur funktioniert, wenn das Vertrauen des Kindes missbraucht wird?

Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung ist ein Persönlichkeitsrecht. Zum Leidwesen vieler Spenderkinder, die mühevoll nach ihren leiblichen Vätern suchen, wurde es in der Vergangenheit oft missachtet. Seit Inkrafttreten des Samenspenderregistergesetzes im Juli 2018 müssen die Wunschmutter und der leibliche Vater vor der Vermittlung des Samens über das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung aufgeklärt werden. Auch psychosozial ist es Konsens, dass Spenderkinder, wie adoptierte Menschen, im Wissen um ihre Herkunft aufwachsen sollten. Detaillierter beschäftigen wir uns in unserem Text zu Aufklärung mit den einzelnen Gründen.

Britta und Dietrich vermitteln einen Eindruck davon, wie es nach der Kontaktaufnahme zwischen einem Spenderkind und dem leiblichen Vater weitergehen kann – kein simples Happy End, sondern eine neue Herausforderung, für alle Beteiligten.

Artikel über Julias erfolgreiche Suche und die komplizierte Rechtslage, im Campusmagazin KURT der TU Dortmund im Dezember 2020

Das Campusmagazin KURT der TU Dortmund berichtet in seiner Dezemberausgabe über Julias erfolgreiche Suche nach ihrem leiblichen Vater und darüber, wie es danach weiterging (ab S. 6). Gleich im Anschluss folgt ein Interview mit Anne zur aktuellen Rechtslage für Spenderkinder (S. 10).

Spenderkinder in Radiosendung WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr vom 8. Juli 2020

In der Radiosendung Quarks – Wissenschaft und mehr ging es am 8. Juli darum, was Spenderkinder erleben können, wenn sie nicht aufgeklärt werden, Eine Hälfte fehlt – Spenderkinder suchen ihre Väter. Die Spenderkindermitglieder Martina und Sibylle hatten früh das Gefühl, dass irgendetwas in ihrer Familie nicht stimmt. Obwohl sie sogar aktiv nachfragten, erfuhren sie die Wahrheit erst als Erwachsene. Nun sind sie wie viele andere auf der Suche nach ihren genetischen Vätern. Seit März läuft unsere aktuelle Suchkampagne.