Treffen mit Bart von Donorkind

Ich habe mich heute mit Bart von donorkind.nl getroffen, unserem niederländischen Pendant. Sie haben seit 5 Jahren ein Register, in dem über 100 Spender und 150 Spenderkinder registriert sind, vor einem Monat gab es den ersten Treffer zwischen einem Spender und einer jungen Frau. Das Treffen war persönlich sehr nett und ich habe viele Anregungen bekommen, wie man das Register für Deutschland gestalten könnte, und die wir bei unserem Treffen am Samstag in Göttingen besprechen werden.

Bei unserem Gespräch bin ich ganz schön neidisch auf die Situation in den Niederlanden geworden: dort sind seit 5 Jahren anonyme Spenden verboten, und gesetzlich ist ganz klar festgelegt, dass die Spender den Kindern rechtlich zu nichts verpflichtet sind. Das macht es natürlich viel einfacher, bereit zu einem Kontakt zu sein. Auch die Altfälle sind in einer etwas besseren Situation als wir, denn sie haben wenigstens ein paar Daten über den Spender erhalten wie das Geburtsjahr, den Beruf, die Größe und die Haarfarbe. Damit kann man in einem Register schon einigermaßen suchen. Ich verstehe die Gesetzeslage in Deutschland einfach nicht, die im Endeffekt weder den Spender noch den Kindern irgendwie dient.

Übrigens treffen sich auch die niederländischen Spenderkinder am 20. Juni. Für sie ist es ein geschichtsrächtiges Datum, weil genau vor 5 Jahren anonyme Spenden verboten worden. Hoffentlich können wir in Deutschland irgendwann genaus zurückblicken.

Stina

Dokumentation Bio-Dad

Es gibt eine neue Dokumentation des kanadischen Regisseurs Barry Stevens zum Thema Samenspende und künstlich assistierte Zeugung: Bio Dad. Barry Stevens ist selbst Spenderkind und hat im Jahr 2001 bereits die hoch gelobte Dokumentation "Offspring" gemacht. Ich finde den Film sehr schön und gelungen – vor allem hat er ein Ende, dass wir uns alle wünschen würden, nämlich herauszufinden wer der Spender war und Geschwister finden. Hier kann man sich die gesamte Doku (90 Minuten) auf Englisch ansehen. Stina

Zweites Spenderkinder-Treffen geplant

Am 20. Juni wird unser zweites Treffen in Göttingen stattfinden. Wahrscheinlich werden wir zu fünft sein und freuen uns schon darauf Erfahrungen auszutauschen und zu überlegen, wie wir unser Anliegen besser in der Öffentlichkeit vertreten können und das Spenderkinder-Register verwirklichen können. Stina

Fernsehtip Rundfunk Berlin-Brandenburg

Am Samstag, den 23. 5. wird um 18.02 Uhr im RBB der Beitrag Das Geheimnis meiner Herkunft von Anja Kretschmer gesendet. Eine Wiederholung gibt es am Montag, den 25.5. um 10.05 Uhr.

Hier die Ankündigung des RBB:

Eine boomende Branche. Immer mehr Paare mit Kinderwunsch und ohne Erfolg bei der natürlichen Zeugung suchen eine der vielen Praxen auf, die sich auf die "Insemination" spezialisiert haben.

Inzwischen entstehen jährlich rund 5.000 Babys durch Samenspenden unbeteiligter Dritter.
Das Wissen um ihre Herkunft verunsichert die meisten so gezeugten Menschen, wenn sie davon erfahren. Wer ist ihr biologischer Vater? Haben sie eine Chance, ihn ausfindig zu machen? Gibt es noch weitere Kinder von ihm – Halbgeschwister?

Der Film von Anja Kretschmer begleitet Suchende. Und er zeigt, dass die technisierte Zeugung für die Betroffenen mehr ist, als ein "kleiner Kunstgriff" der Medizin.
Stina

ZDF 37 Grad

Am 13. Januar 2009 wird um 22.15 Uhr bei der Sendung 37 Grad auf ZDF der Beitrag Wunschkind von der Samenbank der renommierten Filmemacherin Ulrike Baur von Manuela gezeigt. Eine Wiederholung wird am 20.1. um 2 Uhr morgens ausgestrahlt. Am 14. Januar um 19.30 Uhr folgt dann eine Diskussion zum Thema im ZDFdokukanal, an der Sybille teilnimmt, um die Sicht der Kinder zu schildern. Hiervon weden Wiederholungen am 15.1. um 15.45 Uhr und 23.30 und am 16.1. um 12.00 Uhr und 21.45 Uhr ausgestrahlt. Mehr dazu unter folgender Internetseite.
Stina

Artikel in der Bella und dem Reutlinger Generalanzeiger

In der Frauenzeitschrift Bella vom 19.11.2008 ist ein Artikel über "Laura" aus unserer Gruppe erschienen, in dem Sie erzählt, wie sie seit ihrem 10. Lebensjahr mit dem Wissen umgegangen ist, ein Spenderkind zu sein.
Leider passen die ergänzenden Berichte über eine Mutter und einen Spender nicht ganz dazu. Man erfährt nur, dass der Spender Kinderlachen mag und deswegen anderen Paaren helfen möchte. Aber ob er einverstanden wäre, dass die durch ihn gezeugten Kinder später seine Identität erfährt, sagt er nicht. Schade, dass er anscheinend so wenig daran denkt, dass er auch die Kinder glücklich machen könnte.

Die im Artikel dargestellte rechtliche Situation ist so nicht korrekt, deshalb hat "Laura" hier eine Richtigstellung und einen persönlichen Kommentar eingefügt.

Außerdem erscheint am Samstag, dem 22.11.2008 ein Artikel über meine Geschichte im Reutlinger Generalanzeiger im Wochenmagazin Heimat und Welt. Stina

Toni bei SWR Nachtcafe

Beim SWR Nachtcafe wird am Freitag, den 19.9. um 22 Uhr eine Themenrunde zu "Schicksal Herkunft?!" stattfinden. Am Anfang der Sendung wird Toni von Spenderkinder.de 10 Minuten interviewt. Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, an einer Fernsehsendung teilzunehmen, und hoffen dass sie zu einer weiteren Öffnung der Gesellschaft zu Samenspenden und ihren Auswirkungen beitragen wird. Dafür auch ein besonderes Dankeschön an Toni, denn es erfordert viel Mut und Engagement, sich offen im Fernsehen interviewen zu lassen. Eine Wiederholung gibt es am 20.9. um 12 Uhr. Stina

Studie über Samenspender in Deutschland

Eine kürzliche erschienene Studie von P. Thorn, T. Katzorke und K. Daniels bringt uns spannende Erkenntnisse über die Ansichten und Motivation von Samenspendern in Deutschland. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der Spender zu einem Kontakt mit ihren Spenderkindern bereit ist. Dies ist angesichts des immer noch existierenden großen Tabus, was auf dem Thema „Insemination durch anonyme Spendersamen“ liegt, sowie der rechtlichen Unsicherheiten, eine erstaunlich große Zahl. (Die Studie erfasst etwa ein Drittel der gesamten Samenspender in Deutschland zum Zeitpunkt der Befragung.)

Bezüglich der Motivation Samen zu spenden gaben die meisten Männer finanzielle Gründe an. Viele Männer fügten Kommentare hinzu, wie dass sie befürchteten selber vielleicht keine Kinder zu bekommen und durch die Samenspende trotzdem Nachkommen hätten. Einem anderen war es wichtig seine Gene weiter zu geben. Auch die Möglichkeit unfruchtbaren Paaren bei ihrem Kinderwunsch zu helfen gaben viele Spender als wichtige Motivation an.

Über ein Drittel der Befragten waren für die Aufklärung der Spenderkinder durch ihre Eltern, etwa ein Drittel war sich bzgl. dieser Fragestellung unsicher und das letzte Drittel hielt es für nicht sinnvoll, die Kinder aufzuklären. Diejenigen Spender die für die Aufklärung der Kinder waren, hatten die Meinung, dies könne späteren Problemen vorbeugen und sie empfanden es als wichtig für die spätere Identitätsformung oder gaben es als ein Recht des Kindes an. Diejenigen, die gegen eine Aufklärung waren, begründeten dies mit der Befürchtung, das Kind könnte die Nachricht über seine Entstehung verwirren oder es könnten später Probleme auftreten.

43% der Samenspender gaben an bereit zu sein von ihren Spenderkindern später kontaktiert zu werden, 22% waren sich unsicher, ob sie das wollte und 35% waren dieser Idee gegenüber abgeneigt. Einer erklärte z.B. er würde gerne viele seiner Spenderkinder treffen, würde es aber ihnen überlassen, wie viel Kontakt sie wünschten. Diejenigen die es ablehnten kontaktiert zu werden, erklärten dass dies auch von ihrer jeweiligen familiären Situation abhänge würde. Des Weiteren zeigt die Studie, dass die Spender mit zunehmendem Alter offener für einen Kontakt mit ihren Spenderkindern sind.

Dank der Aufklärungsarbeit u.a. von Therapeuten, wie Dr. Petra Thorn, steigt die Zahl der DI-Eltern, die ihre Kinder über ihre Entstehung aufklären. Die Tatsache, dass immer mehr Spenderkinder, die über ihre Entstehungsgeschichte informiert sind, etwas über ihre genetische Herkunft wissen möchten und auch die Samenspender zu eine großen Teil dem Austausch gegenüber aufgeschlossen sind, wird höchst wahrscheinlich Auswirkungen auf die zukünftige Praxis der Insemination mit Spendersamen haben.

Nachzulesen ist die komplette Studie leider nur kostenpflichtig.

Die Ergebnisse der Studie sind für mich ein Zeichen dafür, dass die Enttabuisierung des gesamten Themas sich auch auf die Einstellung der Samenspender auswirkt. Vor zehn oder zwanzig Jahren wurde zwar noch keine Befragungen zu diesem Thema durchgeführt, aber ich gehe davon aus, dass die Antworten der Männer damals anders ausgefallen wären – also wesentlich verhaltener, was einen Kontakt zum Spendekind betrifft.

Ich denke man muss auch berücksichtigen, dass die Kliniken z.T. großen Nachholbedarf haben, was ihre Informationspflicht gegenüber den Samenspendern betrifft (die rechtliche Situation der Samenspender, wie viele Kinder durch sie gezeugt wurden, wie die Spenderkinder über das Thema denken, etc.). Wenn sie erfahren würden, wie viele Spenderkinder es gibt, denen es sehr wichtig ist zu wissen, wer ihr Spender war, oder dass es kaum negative Erfahrungen gibt, wenn DI-Eltern ihre Kinder über ihre Entstehung aufklären, dann würden evtl. mehr Männer einem Kontakt zustimmen. Vielen ist vielleicht auch einfach nicht klar, dass die Spenderkinder keinen „Vater“ suchen oder sonstige Ansprüche stellen (geschweige denn Geld fordern).

Und die Tatsache, dass das Alter eine Rolle spielt bei der Offenheit eines Mannes für den Kontakt zum Spenderkind, ist nicht zu unterschätzen. Ich denke, dass sich viele in jungen Jahren keine großen Gedanken über das Thema machen. Wenn sie dann älter werden und evtl. selber Kinder bekommen, nimmt das Thema erfahrungsgemäß noch mal einen ganz anderen Stellenwert ein. Von vielen habe ich auch gehört, dass ihnen erst durch ein persönliches Erlebnis (was dann auch entsprechend wahrscheinlicher mit zunehmenden Lebensalter ist), wie z.B. eine adoptierte Person im nahen Bekanntenkreis, klar wird, wie wichtig es ist, dass man etwas über seine genetischen Wurzeln erfahren kann. Dana

Beitrag über einen Spender in den USA

Gestern kam im ZDF-Auslandsjournal der Beitrag Suche nach den unbekannten Kindern. Leider habe ich erst kurzfristig davon erfahren, sonst hätte ich natürlich hier darauf hingewiesen. Der Beitrag handelte von einem Spender und dem durch ihn gezeugtem zehnjährigen Kind und ihre Beziehung zueinander, seit sie sich vor 3 Jahren über das US-Register gefunden haben. Es war eine sehr schöne Geschichte, denn inzwischen sind der Spender und die Mutter Freunde und er trifft die durch ihn gezeugten Kinder regelmäßig, obwohl er am anderen Ende des Landes lebt.

Was mich etwas geärgert hat, war dass es in einem Nebensatz so dargestellt wurde, als könnte jedes so gezeugte Kind in Deutschland natürlich die Identität des Spenders erfahren. Gerade das ist ja nicht so, und im Gegensatz zu den USA können sich die Eltern hier oft noch nicht einmal den Spender aussuchen oder bekommen keine weiteren Informationen über ihn wie die Krankengeschichte und die Hobbys, so dass man überhaupt nichts über den Spender weiß.

Internationale Verbindungen

Heute bin ich endlich der internationalen Mailingliste "People Conceived Via Donor Insemination" beigetreten, die inzwischen über 200 Mitglieder hat. Es ist toll, in Kontakt mit so vielen anderen zu stehen und feszustellen, dass man ähnliche Gefühle hat, obwohl man am anderen Ender Welt lebt, eine andere Sprache spricht und sich in einem ganz anderen Lebensabschnitt befindet. Und ich bin sehr beeindruckt davon, wie weit fortgeschritten die Diskussion in den USA, Australien und Großbritannienschon ist. Es gibt zahlreiche Internetseiten und Blogs, einige habe ich auch verlinkt.
Stina