Diesen Donnerstag ist der Film "Plan B für die Liebe"(The Backup Plan) angelaufen. In diesem spielt Jennifer Lopez die 40jährige New Yorkerin Zoe, die mit 40 noch nicht den Mann fürs Leben gefunden hat und deswegen beschliesst, sich den Kinderwunsch mit Samenspende zu erfüllen (was in den meisten Rezensionen meist mit künstlicher Befruchtung beschönigt wird). Der Spender wird aus dem Katalog ausgesucht. Gerade als sie schwanger ist, findet sie den Mann fürs Leben, und die üblichen Komplikationen der romantischen Komödie beginnen. Ich bin fast versucht, mir den Film anzuschauen, um zu sehen, ob vielleicht doch ein paar Gedanken an die Umstände einer Samenspende gewidmet wurden – kann man dem zukünftigen Kind den Vater bewusst vorzuenthalten? Was, wenn das Kind den Erzeuger gerne kennenlernen würde? Ist es okay, den Vater eines Kindes in einem Katalog auszusuchen? Aber das lenkt vermutlich zu sehr von den Problemen der "Erwachsenen" in einer romantischen Komödie ab, um deren Lebensglück es ja geht. Und ich habe bisher so viele schlechte Kritiken über den Film gelesen, dass ich es besser sein lasse.
Stina
Dokumentation im Schweizer Fernsehen SF 1
Am Donnerstag, 29. April 2010, läuft um 20.05 im Schweizer Fernsehen SF 1 die Dokumentation "Die Kinder von der Samenbank – ein Tabu und seine Folgen", an der unter anderem unser Mitglied Bille mitgewirkt hat.
Hier der Ankündigungstext von SF1:
"«Ich wünsche mir zu erfahren, wer mein Erzeuger ist» – das sagt die 34-jährige Sibylle. Sie ist ein Kind von der Samenbank – dank des Samens eines unbekannten Spenders. Mindestens 1000 Kinder kommen in der Schweiz jedes Jahr durch eine Samenspende zur Welt. Nur fünf Prozent der Kinder wissen allerdings, dass sie so gezeugt worden sind. Samenspende ist in der Schweiz noch immer ein Tabu.
Obwohl oder vielleicht gerade weil ein Spenderkind ein Wunschkind ist, wird es über seine Herkunft meistens nicht informiert. Aber immer wieder geht etwas schief, und die Kinder erfahren es doch. Die Nachfrage nach Spendersamen von der Samenbank oder auch im Internet durch Privatpersonen ist sehr gross.
Im «DOK»-Film «Die Kinder von der Samenbank» geht die Autorin Andrea Pfalzgraf der Frage nach, weshalb das Thema Samenspende in der Schweiz immer noch so ein grosses Tabu ist. Sie macht sich auf die Suche nach einem Paar, welches dank einer Samenspende zu Nachwuchs gekommen ist, befragt Samenspender zu ihrer Motivation und will von Spenderkindern wissen, weshalb die Suche nach dem biologischen Vater zur Obsession werden kann – ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn wer spricht schon gerne darüber. Ein Spender hat bereits 67 Kinder gezeugt und denkt nicht ans Aufhören. Und das Paar Yvonne und Roger ist überglücklich mit seinem Spenderkind und hofft, dass sie bald ein zweites Kind vom gleichen Spender bekommen.
Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel von Sibylle, was passieren kann, wenn man als Kind meint, seinen Vater zu kennen, und erst als Erwachsene durch Zufall erfährt, dass der biologische Vater ein unbekannter Spender ist. Und es illustriert, wie die Hoffnung aufkeimt, als Sibylle im Internet eine Frau findet, die in der gleichen Praxis gezeugt wurde.
Andrea Pfalzgraf begleitet in ihrem Film die beiden jungen Frauen zu einer ersten Begegnung und weiter, bis sie dank eines DNA-Tests bestätigt bekommen, ob sie Halbschwestern sind oder nicht."
Stina
Neue FAQ online
Seit heute ist eine erweiterte Frequently Asked Questions (FAQ) online, an der wir die letzten Monate per email gearbeitet haben. Wir haben ein paar neue Fragen aufgenommen und die Fragen in allgemeine und solche von Kindern und Eltern aufgeteilt.
Stina
Artikel in der GQ
Im Februarheft der GQ befindet sich ein Artikel über Samenspende, für den der Autor Stefan Krücken unter anderem mich interviewt hat.
Stina
Interview bei Wolf's Talk
"Stephanie", die durch eine DI entstanden ist, wurde von Heiko Wolf zur Thematik interviewt. Ein gelungenes Interview zum Anhören und Herunterladen auf: www.wolftalk.de in der mittleren Rubrik unter "Gesellschaft". Anne
Reaktion einer Freundin und nicht aufklärende Eltern
Neulich habe ich die bisher niedlichste Reaktion auf das Geständnis erlebt, mit einer Samenspende gezeugt worden zu sein. Wir kamen darauf, weil mich meine Freundin fragte, ob ich denn eigentlich Geschwister habe. Ich habe dann die Wahrheit gesagt – wahrscheinlich, aber ich kenne sie nicht – und weil man das mit einer normalen Familienkonstellation wirklich kaum erklären kann, habe ich dann kurz von der Samenspende erzählt. Meine Freundin sah mich nur interessiert an und meinte: Krass! Aber da haben Deine Eltern aber ganz schön Glück gehabt mit der Spende. Und das war es dann und wir haben zusammen einen Film gesehen.
Ich lese ja ab und zu in einem Kinderwunschforum mit, um die Seite der Eltern mitzubekommen, aber auch weil es dort ab und zu interessante Film- und Literaturtipps gibt. In dem Forum sind ganz verschiedene Menschen, und darunter auch solche, die ganz entschieden für die Aufklärung der Kinder sind. Was mich aber regelmäßig schockiert, sind diejenigen, die sich bewusst gegen eine Aufklärung ihrer Kinder entscheiden und dann auch noch sagen, das wäre ja die private Angelegenheit jedes Einzelnen. Sie wären ja einen so langen und schmerzhaften Weg gegangen und man könne nur wegen der immer noch so intoleranten Gesellschaft dem Kind und dem Umfeld nicht die Wahrheit sagen. Bei solchen Äußerungen wird mir immer ganz anders. Zunächst ist es zu einfach zu behaupten, wenn andere die eigenen schmerzhaften Erfahrungen nachvollziehen könnte, würden sie die Entscheidung für eine Samenspende und das Verschweigen besser verstehen. Wir Spenderkinder können alle auf einen sehr schmerzhaften Prozess der Kenntnis über unsere Entstehungsart verweisen – aber wenn man so argumentiert, muss man keine weiteren sachlichen Erwägungen bringen, warum das Verschweigen falsch ist.
Es handelt sich gerade nicht um die Privatsache dieser Eltern, denn sie nehmen sich das Recht heraus, für ihr Kind zu bestimmen, dass dieses grundsätzliche Tatsachen über seine Existenz nie erfahren soll. Es wird von den eigenen Eltern angelogen werden. Das kann kein noch so schmerzhafter Kinderwunsch rechtfertigen. Eigentlich sagen sie: ich liebe mein Kind über alles – nur seine Grundrechte werde ich ihm nicht ganz geben. Und diese Eltern verschweigen die DI trotz der nicht so geringen Chance, dass alles irgendwann einmal herauskommt. Wie soll die Gesellschaft denn je toleranter werden, wenn diejenigen, die sich bewusst für diesen Weg entschieden haben, nicht dazu stehen? Wenn ihre Familie und ihr Umfeld sie liebt und schätzt, dann werden sie auch eine solche Entscheidung akzeptieren.
Stina
Thema Kinderwunsch und Elternsuche bei Phoenix am Montag, 17.8.
Die ersten beiden Filme handeln direkt von Samenspende:
12.30 Das Geheimnis meiner Herkunft Auf den Spuren einer Samenspende Film von Anja Kretschmer, RBB/2008 Immer mehr Paare mit Kinderwunsch und ohne Erfolg bei der natürlichen Zeugung suchen eine der vielen Praxen auf, die sich auf die "Insemination" spezialisiert haben. Inzwischen entstehen jährlich rund 5.000 Babys durch Samenspenden. Das Geheimnis ihrer Herkunft verunsichert die meisten so gezeugten Menschen. Wer ist ihr biologischer Vater? Haben sie eine Chance, ihn ausfindig zu machen? Gibt es noch weitere Kinder von ihm – Halbgeschwister? Der Film zeigt, dass die technisierte Zeugung für die Betroffenen mehr ist als ein "kleiner Kunstgriff" der Medizin.
13.00 Wunschkind von der Samenbank Film von Ulrike Baur, ZDF/2009 Der Film beleuchtet das Thema "Samenspende" aus drei verschiedenen Perspektiven.
13.30 Kuckuckskinder Auf der Suche nach dem richtigen Vater Film von Iris Pollatschek, Jörg Telemann, ZDF/2009
14.00 Ein unmoralisches Angebot Mutterglück dank Eizellspende Film von Uta Kolano, HR/2009
Scobel auf 3sat am 1. Oktober mit Spenderkind Sibylle
Am 01.10. wird Sibylle in der Sendung scobel auf 3sat um 21 Uhr ihre Gedanken als Spenderkind zum Thema Identität ausdrücken.
Verein mit neuem Layout
Seit dem 18.07.2009 hat sich viel geändert: Spenderkinder ist ein Verein! Bei unserem zweiten Spenderkinder-Treffen im Juni haben wir uns unter anderem überlegt, dass wir uns hiermit eine festere Struktur geben wollen. Nach dem Entwurf einer Satzung ging es dann ganz schnell, der erste Vorstand besteht aus Antonija und Babett. Jedes Spenderkind, das Lust hat bei uns mitzuarbeiten, kann einen Mitgliedsantrag stellen. Antonija hat uns vor zwei Wochen bereits beim SWR Nachtcafe vertreten und dort von der Vereinsgründung erzählt.
Das Treffen war wieder einmal viel zu kurz… Es gab viel Persönliches zu erzählen und viele Ideen zu besprechen, von denen wir hoffentlich bald Näheres berichten können.
Seit zwei Tagen hat die Seite jetzt auch ein neueres und wie ich finde wesentlich schöneres Design. Besonders hervostechend ist unser Logo, das Dana entworfen hat und das mit dem Spermium, das die halbe DNA in die Eizelle mitbringt und mit dem verschmelzenden Kern Spenderkinder bildet sehr aussagekräftig ist.
Stina
Radio Feature "Mein Vater von der Samenbank" WDR 5
Der Radio-Beitrag "Mein Vater von der Samenbank- Auf der Suche nach der eigenen Identität" von Valentin Thurn und Frank Bowinkelmann wird am Sonntag 21. Juni 2009, von 11.05 12.00 Uhr und am Montag 22. Juni 2009, 20.05 21.00 Uhr jeweils auf WDR 5 gesendet.
Als Anna von ihrer Mutter erfährt, dass sie mit dem Samen eines Fremden gezeugt wurde, ist sie zunächst wie gelähmt. Wochenlang schaut sie sich die Fotoalben der Familie an, vergleicht ihr Gesicht mit dem des Vaters und der Schwestern. Die Frage nach dem Unbekannten in ihrem Leben, lässt sie nun nicht mehr los. Rund 100.000 Kinder wurden bis heute in Deutschland mit Hilfe einer Samenspende gezeugt. Doch wenn die jungen Erwachsenen etwas über ihren genetischen Vater erfahren wollen, stoßen sie meist auf unüberwindbare Hürden. Dabei ist das Wissen um die eigene Abstammung eine wichtige Säule der eigenen Identität. Das Feature begleitet die junge Frau bei der Suche nach ihrem Erzeuger.
