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Letzte Änderung 06.09.2010

Artikel in der Bella und dem Reutlinger Generalanzeiger (21.11.2008)

In der Frauenzeitschrift Bella vom 19.11.2008 ist ein Artikel über "Laura" aus unserer Gruppe erschienen, in dem Sie erzählt, wie sie seit ihrem 10. Lebensjahr mit dem Wissen umgegangen ist, ein Spenderkind zu sein. Leider passen die ergänzenden Berichte über eine Mutter und einen Spender nicht ganz dazu. Man erfährt nur, dass der Spender Kinderlachen mag und deswegen anderen Paaren helfen möchte. Aber ob er einverstanden wäre, dass die durch ihn gezeugten Kinder später seine Identität erfährt, sagt er nicht. Schade, dass er anscheinend so wenig daran denkt, dass er auch die Kinder glücklich machen könnte.

Die im Artikel dargestellte rechtliche Situation ist so nicht korrekt, deshalb hat "Laura" hier eine Richtigstellung und einen persönlichen Kommentar eingefügt.

Außerdem erscheint am Samstag, dem 22.11.2008 ein Artikel über meine Geschichte im Reutlinger Generalanzeiger im Wochenmagazin Heimat und Welt. Stina

Toni bei SWR Nachtcafe

Beim SWR Nachtcafe wird am Freitag, den 19.9. um 22 Uhr eine Themenrunde zu "Schicksal Herkunft?!" stattfinden. Am Anfang der Sendung wird Toni von Spenderkinder.de 10 Minuten interviewt. Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, an einer Fernsehsendung teilzunehmen, und hoffen dass sie zu einer weiteren Öffnung der Gesellschaft zu Samenspenden und ihren Auswirkungen beitragen wird. Dafür auch ein besonderes Dankeschön an Toni, denn es erfordert viel Mut und Engagement, sich offen im Fernsehen interviewen zu lassen. Eine Wiederholung gibt es am 20.9. um 12 Uhr. Stina

Studie über Samenspender in Deutschland

Eine kürzliche erschienene Studie von P. Thorn, T. Katzorke und K. Daniels bringt uns spannende Erkenntnisse über die Ansichten und Motivation von Samenspendern in Deutschland. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der Spender zu einem Kontakt mit ihren Spenderkindern bereit ist. Dies ist angesichts des immer noch existierenden großen Tabus, was auf dem Thema „Insemination durch anonyme Spendersamen“ liegt, sowie der rechtlichen Unsicherheiten, eine erstaunlich große Zahl. (Die Studie erfasst etwa ein Drittel der gesamten Samenspender in Deutschland zum Zeitpunkt der Befragung.)

Bezüglich der Motivation Samen zu spenden gaben die meisten Männer finanzielle Gründe an. Viele Männer fügten Kommentare hinzu, wie dass sie befürchteten selber vielleicht keine Kinder zu bekommen und durch die Samenspende trotzdem Nachkommen hätten. Einem anderen war es wichtig seine Gene weiter zu geben. Auch die Möglichkeit unfruchtbaren Paaren bei ihrem Kinderwunsch zu helfen gaben viele Spender als wichtige Motivation an.

Über ein Drittel der Befragten waren für die Aufklärung der Spenderkinder durch ihre Eltern, etwa ein Drittel war sich bzgl. dieser Fragestellung unsicher und das letzte Drittel hielt es für nicht sinnvoll, die Kinder aufzuklären. Diejenigen Spender die für die Aufklärung der Kinder waren, hatten die Meinung, dies könne späteren Problemen vorbeugen und sie empfanden es als wichtig für die spätere Identitätsformung oder gaben es als ein Recht des Kindes an. Diejenigen, die gegen eine Aufklärung waren, begründeten dies mit der Befürchtung, das Kind könnte die Nachricht über seine Entstehung verwirren oder es könnten später Probleme auftreten.

43% der Samenspender gaben an bereit zu sein von ihren Spenderkindern später kontaktiert zu werden, 22% waren sich unsicher, ob sie das wollte und 35% waren dieser Idee gegenüber abgeneigt. Einer erklärte z.B. er würde gerne viele seiner Spenderkinder treffen, würde es aber ihnen überlassen, wie viel Kontakt sie wünschten. Diejenigen die es ablehnten kontaktiert zu werden, erklärten dass dies auch von ihrer jeweiligen familiären Situation abhänge würde. Des Weiteren zeigt die Studie, dass die Spender mit zunehmendem Alter offener für einen Kontakt mit ihren Spenderkindern sind.

Dank der Aufklärungsarbeit u.a. von Therapeuten, wie Dr. Petra Thorn, steigt die Zahl der DI-Eltern, die ihre Kinder über ihre Entstehung aufklären. Die Tatsache, dass immer mehr Spenderkinder, die über ihre Entstehungsgeschichte informiert sind, etwas über ihre genetische Herkunft wissen möchten und auch die Samenspender zu eine großen Teil dem Austausch gegenüber aufgeschlossen sind, wird höchst wahrscheinlich Auswirkungen auf die zukünftige Praxis der Insemination mit Spendersamen haben.

Nachzulesen ist die komplette Studie leider nur kostenpflichtig.

Die Ergebnisse der Studie sind für mich ein Zeichen dafür, dass die Enttabuisierung des gesamten Themas sich auch auf die Einstellung der Samenspender auswirkt. Vor zehn oder zwanzig Jahren wurde zwar noch keine Befragungen zu diesem Thema durchgeführt, aber ich gehe davon aus, dass die Antworten der Männer damals anders ausgefallen wären – also wesentlich verhaltener, was einen Kontakt zum Spendekind betrifft.

Ich denke man muss auch berücksichtigen, dass die Kliniken z.T. großen Nachholbedarf haben, was ihre Informationspflicht gegenüber den Samenspendern betrifft (die rechtliche Situation der Samenspender, wie viele Kinder durch sie gezeugt wurden, wie die Spenderkinder über das Thema denken, etc.). Wenn sie erfahren würden, wie viele Spenderkinder es gibt, denen es sehr wichtig ist zu wissen, wer ihr Spender war, oder dass es kaum negative Erfahrungen gibt, wenn DI-Eltern ihre Kinder über ihre Entstehung aufklären, dann würden evtl. mehr Männer einem Kontakt zustimmen. Vielen ist vielleicht auch einfach nicht klar, dass die Spenderkinder keinen „Vater“ suchen oder sonstige Ansprüche stellen (geschweige denn Geld fordern).

Und die Tatsache, dass das Alter eine Rolle spielt bei der Offenheit eines Mannes für den Kontakt zum Spenderkind, ist nicht zu unterschätzen. Ich denke, dass sich viele in jungen Jahren keine großen Gedanken über das Thema machen. Wenn sie dann älter werden und evtl. selber Kinder bekommen, nimmt das Thema erfahrungsgemäß noch mal einen ganz anderen Stellenwert ein. Von vielen habe ich auch gehört, dass ihnen erst durch ein persönliches Erlebnis (was dann auch entsprechend wahrscheinlicher mit zunehmenden Lebensalter ist), wie z.B. eine adoptierte Person im nahen Bekanntenkreis, klar wird, wie wichtig es ist, dass man etwas über seine genetischen Wurzeln erfahren kann. Dana

Beitrag über einen Spender in den USA (21.08.2008)

Gestern kam im ZDF-Auslandsjournal der Beitrag Suche nach den unbekannten Kindern. Leider habe ich erst kurzfristig davon erfahren, sonst hätte ich natürlich hier darauf hingewiesen. Der Beitrag handelte von einem Spender und dem durch ihn gezeugtem zehnjährigen Kind und ihre Beziehung zueinander, seit sie sich vor 3 Jahren über das US-Register gefunden haben. Es war eine sehr schöne Geschichte, denn inzwischen sind der Spender und die Mutter Freunde und er trifft die durch ihn gezeugten Kinder regelmäßig, obwohl er am anderen Ende des Landes lebt.

Was mich etwas geärgert hat, war dass es in einem Nebensatz so dargestellt wurde, als könnte jedes so gezeugte Kind in Deutschland natürlich die Identität des Spenders erfahren. Gerade das ist ja nicht so, und im Gegensatz zu den USA können sich die Eltern hier oft noch nicht einmal den Spender aussuchen oder bekommen keine weiteren Informationen über ihn wie die Krankengeschichte und die Hobbys, so dass man überhaupt nichts über den Spender weiß. Stina

Internationale Verbindungen (19.08.2008)

Heute bin ich endlich der internationalen Mailingliste "People Conceived Via Donor Insemination" beigetreten, die inzwischen über 200 Mitglieder hat. Es ist toll, in Kontakt mit so vielen anderen zu stehen und feszustellen, dass man ähnliche Gefühle hat, obwohl man am anderen Ender Welt lebt, eine andere Sprache spricht und sich in einem ganz anderen Lebensabschnitt befindet. Und ich bin sehr beeindruckt davon, wie weit fortgeschritten die Diskussion in den USA, Australien und Großbritannienschon ist. Es gibt zahlreiche Internetseiten und Blogs, einige habe ich auch verlinkt. Stina

Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen (11.08.2008)

Leider habe ich letzte Woche die Nachricht bekommen, dass das Bundesverfassungsgericht meine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung annehmen wird. Recht haben und Recht bekommen sind doch sehr unterschiedliche Sachen ... Die anderen Spenderkinder und ich sind sehr enttäuscht. Manuela hat es mit folgenden Worten sehr gut ausgedrückt: "Ich fühle mich bevormundet in diesem Rechtssystem - damals wie heute bestimmen Dritte über unser Schicksal, aber Verantwortung will dann schlussendlich keiner tragen." Ganz so schlimm ist es insgesamt nicht, denn ich kann immer noch eine Zeit lang auf normalem Wege ohne Prozesskostenhilfe eine Klage einreichen. Das werde ich mir jetzt überlegen und mir dazu viel Rat einholen.

Eine Begründung für die Nichtannahme gab es nicht, deswegen kann ich nur rätseln, woran es gelegen hat. Eine Begründung wäre aber gerade wichtig gewesen, um zu wissen, wann man als betroffenes Kind einen Anspruch gegen die Klinik hat, dass diese die Daten aufbewahren kann. Ich vermute aber, dass bei Kindern, die nach 1989 und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Kenntnis der genetischen Abstammung ein deutlich strengerer Maßstab angelegt wird. Trotzdem bleibt das Problem, dass ausdrücklich nichts gesetzlich geregelt ist. Stina

Mehr Berichte und Gedanken über das Wissen über die genetische Abstammung (19.06.2008)

Seit ein paar Tagen befinden sich auf der Internetseite auch Gedanken von Anna, einigen vielleicht bekannt aus dem WDR-Beitrag. Es ist schön, dass langsam mehr Berichte zusammen kommen, und wir haben bisher sehr viele positive Reaktionen darauf bekommen. In dem Spiegel-Thema vor 3 Wochen ging es um Reproduktionsmedizin, leider wieder nur aus der Sicht der Eltern und Ärzte. Begleitend erschienen ein paar Artikel auf Spiegel-Online, darüber ein Bericht in dem ich vorkam. In den anderen Berichten ging es aber wieder nur um Leihmütter und einen eher verantwortungslosen Samenspender, der sich damit aus das Affäre zieht, dass er hofft dass es den durch ihn gezeugten Kindern bei den Wunscheltern doch bestimmt super geht. Ich habe mich bemüht, einige der Artikel bei den links unterzubringen.

Ein anderer sehr interessanter Artikel auf Spiegel-Online handelte dagegen von einer Frau, die erst mit 43 Jahren erfahren hat, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Eltern ist, sondern nach der Geburt im Krankenhaus vertauscht wurde. Sie sagt, das zu erfahren wäre ein Gefühl als habe das Leben einen gerade k.o. geschlagen. Diese Emotionen konnte ich sehr gut nachvollziehen. Es ist natürlich etwas ganz anderes, als zu erfahren, dass man aus einer anonymen Samenspende stammt. Sie kennt keinen genetischen Elternteil, das war nicht beabsichtigt und sie wurde auch nicht über etwas getäuscht. Aber auch sie möchte jetzt herausfinden, wer ihre genetischen Eltern sind, sie sagt sie möchte Gewissheit haben. Genauso geht es mir auch. Eine Journalistin hat mir vor einigen Wochen gesagt, dass es sehr schwierig zu vermitteln ist, weswegen für einen Men-schen die genetische Abstammung so eine große Bedeutung besitzt. Ich meinte als Antwort, dass den meisten Menschen einfach nicht bewusst ist, wie sehr unsere Identifikation (ob positiv oder negativ) auf den Eltern oder der weiteren Familie beruht. Es ist ein Wissen, das fast alle Menschen ganz natürlich besitzen, und dessen Stellenwert man erst bemerkt, wenn es verschwunden ist. Und dann fühlt man sich k.o. geschlagen oder als würde der Boden unter den Füßen weggezogen ... Stina

Spenderkinder.de (22.05.2008)

Ab heute gibt es nicht mehr "meine" Seite, sondern nur noch "unsere" Seite spenderkinder.de. Die Adresse ist aussagekräftiger und zeigt auch, dass wir inzwischen eine kleine Gruppe sind. Unter Meinungen und Geschichten gibt es jetzt drei Beiträge, und mir wurden weitere versprochen. So wird hoffentlich bald besser sichtbar, wie wir Spenderkinder mit unserer Situation umgehen und welche Wünsche und Hoffnungen wir haben. Und ab heute werde ich auch unter meinem Namen schreiben, da ich davon ausgehe, dass bald auch andere aktuelle Gedanken hier zu lesen sein werden. Stina

Kontakt zu einem ehemaligen Spender der Uniklinik Essen (02.05.2008)

Vor drei Wochen hat sich eine ehemaliger Spender der Uniklinik Essen bei mir gemeldet. Er hat einen Zeitungsartikel über mich gelesen und sich sein eigenes Kind in einer solchen Lage vorgestellt. Wir haben auch schon miteinander telefoniert und er ist wirklich sehr nett. Leider kann er nicht mein Spender sein, da er ziemlich wahrscheinlich noch nicht 1979 gespendet hat. So ganz genau weiß er das aber natürlich nicht mehr nach über 25 Jahren. Auf die Frage hin, ob er denn nicht Angst hätte, irgendwie doch gerichtlich als Vater festgestellt zu werden, meinte er nur verschmitzt, dass bei ihm nicht so viel zu holen sei. Immerhin konnte ich ihn aber an zwei andere Spenderkinder vermitteln, bei denen zumindest der Zeitraum hinkommen könnte. Es wäre so toll, wenn es zumindest einem von uns gelingen würde, den Spender zu finden. Aber immerhin zeigt dies ja, dass nicht alle Spender total entsetzt angesichts eines möglichen Kontakts zu den Kinder sind, wie manche Menschen nur zu gerne behaupten. Und vielleicht liest ja auch mein Spender einmal einen Bericht über mich oder findet die Internetseite und meldet sich bei mir.

Leider ist es aber sehr schwierig, nur anhand von Fotos zu erkennen, ob man irgendwie verwandt sein könnte, besonders wenn noch der Altersunterschied und ein anderes Geschlecht dazu kommt. Ich überlege auch bei den Fotos der anderen Spenderkinder manchmal, ob es vielleicht sein könnte, das wir verwandt sind. Aber das wäre schon ein großer Zufall, und viele Ähnlichkeiten bildet man sich vielleicht auch nur ein. Wirklich Gewissheit würde nur ein Gentest bringen, und die sind mit um die 600 Euro sehr teuer und bei möglichen Halbgeschwistern meines Wissens auch nur dann halbwegs zuverlässig, wenn die Mütter gleich mitgetestet werden, was das Ganze noch teurer macht. Stina

Bloße Neugier? (30.04.2008)

Ich habe mir heute den Echtzeit-Bericht "Der unsichtbare Dritte" angesehen und finde ihn insgesamt sehr gut. Dominique fasst sehr gut zusammen, was auch ich fühle: einerseits diese Leere wenn es um Sachen geht, die man eventuell geerbt hat; und gleichzeitig aber auch den Wunsch, nicht sein ganzes Leben lang nach dem Spender suchen, sondern sich auf die Zukunft konzentrieren zu wollen.

Der Auftritt von Prof. Katzorke ist aber wieder bemerkenswert. Auf die Frage hin, ob die Kinder die jetzt nach ihrer Herkunft suchen, ihm nicht irgendwie leid tun, sagt er ganz klar nein, denn man habe ja damals den Willen der Eltern erfüllen wollen. Eine sehr elegante Umschreibung für: Die Kinder haben mir kein Geld gezahlt. Der Beitrag bemerkt sehr richtig, dass (spätestens) seit 1989 jeder das Recht auf erlangbare Informationen über die eigene Herkunft hat - und dass die Ärzte in der Praxis aber die Anonymität der Spender höher werten. Wer oder was legitmiert die Ärzte eigentlich zu einer solchen Wertung? Von einem Geheimhaltungsinteresse des genetischen Vaters ist in besagtem Urteil des Bundesverfassugsgerichts nicht die Rede.

Prof. Katzorke meint außerdem, dass noch nicht klar wäre, inwiefern "bloße Neugier" zur Kenntnis der Spenderdaten berechtigen würde. Damit übersieht (?) er nur leider, dass es ein ziemlicher Unterschied ist, ob man wissen möchte, wann der Nachbar nach Hause kommt oder aber von wem man an die 50 % der genetischen Anlagen geerbt hat. Bloße Neugier ist das nicht - es ist eine Frage, die zumindest mich oft beschäftigt und nicht nur mein "maximales Wohlbefinden" beeinträchtigt. Und nebenbei bemerkt: in dem Urteil steht auch nichts davon, dass man ein ganz besonderes Erkenntnisinteresse haben muss. Dass niemand einfach mal so fragt, wer denn sein genetischer Vater ist, sollte doch wohl klar sein. Stina

ARD Echtzeit - Der unbekannte Dritte am 20. April (17.04.2008)

Und noch ein Film - am Sonntag, 20.4. wird um 23.30 auf ARD der Beitrag "Der unbekannte Dritte" im Magazin Echtzeit gesendet, in dem Dominique erzählt, wie es sich anfühlt aus einer Samenspende enstanden zu sein. Hier gibt es schon einmal ein paar mehr Informationen über den Beitrag, der auch später noch über die Internetseite von Echtzeit abrufbar sein wird. Stina

Film Samenspender unbekannt am 7. und 9. Mai (16.04.2008)

Am 7. Mai um 22.30 wird bei Menschen hautnah im WDR der Beitrag "Samenspender unbekannt - Anna sucht ihren Vater" gezeigt. Der Beitrag erzählt die Geschichte von Anna, die ich letzten Sommer über diese Internetseite kennengelernt habe, und ihre Suchen nach ihrem Spender in den USA. Leider kommt auch in diesem Titel wieder die Bezeichnung Vater vor - wogegen Anna sich übrigens erfolglos gewehrt hat. Aber das klingt wohl einfach zu schön. Ich bin trotzdem gespannt auf den Film, denn ich habe über die Dreharbeiten im ganzen letzten Jahr viel gehört. Eine Wiederholung wird Freitag, den 9. Mai um 14.15 ebenfalls im WDR gesendet.

In der aktuellen Ausgabe von Menschen, der Zeitschrift von Aktion Mensch, ist der Artikel "Samenspende - wer bin ich?" erschienen, in dem die 18-Jährige Klara erzählt, wie sie von ihrer Zeugungsweise erfahren hat und wie sie sich damit fühlt. Der Artikel ist auf jeden Fall sehr lesenswert. Die Zeitschrift müsste noch bis Mitte Juni erhältlich sein. Stina

Eine DI-Mutter erzählt (27.02.2008)

Seit vorgestern befindet sich nun endlich auch der Bericht einer Mutter auf meiner Seite, die von ihrer Entscheidung für die DI und die Aufklärung ihrer Töchter erzählt. Die Geschichten über unfreiwillige Outings durch die Kinder sind sehr witzig, zeigen aber auch, dass es mit Offen- und Gelassenheit anscheinend kein großes Problem ist. Ich hoffe, das macht anderen Eltern mehr Mut, sich für Ehrlichkeit gegenüber ihren Kindern zu entscheiden.

Außerdem habe ich im Internet einen Artikel aus der Zeit von 1978 gefunden, in der über die Praxis von Dr. Schaad aus Bad Pyrmont berichtet wird, die damals wohl so etwas wie ein Monopol auf DI besaß. Wenn ich lese, dass für zwei in 48 Stunden aufeinander folgende Inseminationen extra verschiedene Spender verwendet wurde, damit niemand feststellen kann, wer der genetische Vater ist, wird mir fast schlecht. Und schon in diesem Artikel wird thematisiert, dass die Kinder ein Recht auf Kennntnis ihrer Abstammung besitzen. Stina

Bundestag verabschiedet Gesetz zur Vaterschaftsfeststellung (24.02.2008)

Der Deutsche Bundestag hat am 21.02.2008 ein Gesetz beschlossen, durch welches die genetische Feststellung, von wem ein Kind abstammt, unabhängig von einer Vaterschaftsanfechtung ermöglicht wird. Durch das Gesetz erhalten Vater, Mutter und Kind jeweils gegenüber den beiden anderen Familienangehörigen einen Anspruch auf Klärung der Abstammung. Die Betroffenen müssen dann in eine genetische Abstammungsuntersuchung einwilligen und die Entnahme der erforderlichen Proben dulden. Davon unabhängig ist eine eventuelle Vaterschaftsanfechtung (Mutter ist immer die Frau, welche das Kind geboren hat). Die Neuregelung wird spätestens am 31.03.2008 in Kraft treten.

Ich finde an dem Gesetz sehr begrüßenswert, dass es auch dem Kind die Möglichkeit gibt, seine Abstammung klären zu lassen. Das ist besonders wichtig für Kinder aus einer donogenen Insemination oder einer Eizellenspende, die Zweifel an der genetischen Vaterschaft eines Elternteils haben und deren Eltern sich unkooperativ verhalten. Hoffentlich wird diesen Eltern durch das neue Feststellungsrecht noch einmal klar, dass ihr Kind tatsächlich ein Recht auf Kenntnis seiner genetischen Abstammung hat, welches sie durch ihr Verhalten verletzen. Stina

Gedanken auch von anderen DI-Kindern (18.02.2008)

Seit ein paar Tagen finden sich nun auch Inhalte auf der Seite, die nicht ausschließlich von mir sind. Unter "Politische Forderungen" finden sich die Regelungen, welche wir Spenderkindern diskutiert haben, die sich inzwischen über diese Seite kennengelernt habe. Unter "Weitere Gedanken und Meinungen" erzählt DI-Kind Anne, was sie über dieses Thema denkt und wie sie aufgeklärt worden ist. Und schließlich kann man unter "Aufklärung" den Tagebucheintrag von Annes Mutter über den Tag lesen, an dem sie Anne über ihre biologische Herkunft aufgeklärt hat. Ich freue mich sehr, dass man auf der Seite so auch die Gedanken anderer Betroffener (und auch Eltern!) lesen kann und hoffe, dass noch mehr kommen wird und die Seite irgendwann von meiner Seite zu einer Seite von DI-Kindern wird.

Außerdem habe ich eine FAQ angelegt, in der ich Fragen beantworte, die mir inzwischen öfters gestellt wurden. Wer mir also schreibt, muss damit rechnen dort in verfremdeter Form aufzutauchen :) Stina

Kontakt zu einem Spender (03.01.2008)

Vor ca. 2 Wochen hat mich ein Mann angeschrieben, der als Student in den achtziger Jahren Samen gespendet hat. Leider kann er nicht mein Erzeuger sein, da ich zu diesem Zeitpunkt schon geboren war. Ich habe mich jedenfalls sehr darüber gefreut, dass er heute das Recht der so gezeugten Kinder auf Kenntnis ihrer genetischen Abstammung befürwortet und es gut fände, wenn ein Suchdienst in Deutschland eingerichtet würde, über den sich Spender und Kinder finden könnten. Ein Projekt, das ich auf jeden Fall auch toll fände, aber was viel Arbeit erfordern würde.

Ich hoffe, dass mein Spender genau so verantwortungsvoll denkt. Und der Kontakt zeigt, dass das Argument der Ärzte, die Spender wollten nie etwas von den Kindern wissen, so einfach nicht stimmt. Die einzige Befürchtung des Spenders war, dass das Erbe seiner eigenen Kinder bei einer massenhaften Vaterschaftsanfechtung der Spenderkinder geschmälert werden könnte. Das wiederum zeigt, dass gesetzlich wirklich ein Regelungsbedarf besteht. Stina